Barbara Rose: Die Frechen Krabben

 Vier Achtjährige, die sich zu helfen müssen

Die Frechen Krabben ist der Auftaktband zu einer neuen Reihe für Mädchen ab ca. dem Ende der zweiten Klasse zum Selberlesen und für alle ab ca. fünf Jahren zum Vorlesen.

Milli und Lilli Floh sind Zwillinge, sehen völlig gleich aus, verstehen sich prächtig, sind ansonsten aber sehr verschieden: Während Lilli zum Fußball geht und sich gerne sportlich kleidet, liebt Milli Pferde und Röcke. Zusammen mit der eleganten Lotte und der immer gut gelaunten Emma bilden die vier Achtjährigen seit dem Kindergarten ein unschlagbares Team, zu dem auch das wilde Zwergschwein Emil der Zwillinge und Emmas Neufundländer Wuschelzwerg gehören. Ihr Treffpunkt ist die Wiese mit alten Apfelbaum.

Doch eines Tages wird die Idylle der Mädchen jäh gestört. Zuerst kommen die frechen Zwillinge Paul und Ben Peters in ihre Klasse und dann ist auch noch die Wiese mit dem Apfelbaum abgesperrt, weil deren Eltern darauf ein Haus bauen wollen.

Da ist guter Rat teuer und so gründen die vier heimatlosen Freundinnen eine Bande, „Die Frechen Krabben“. Doch dann kommt ihnen das Schicksal zur Hilfe: Die Gräfin von Zieselwitz, liebste Kundin im Hutatelier von Frau Floh, bietet ihnen ihren Garten, das „Paradies“ zur Nutzung an. Jetzt müssen Die Frechen Krabben nur noch den Möbel-Bau-Wettbewerb gegen die von Paul, Ben und Lillis Fußballfreund Bro gegründete Affenbande gewinnen…

Die Frechen Krabben ist ein pfiffiges, sehr hübsch illustriertes, liebevoll und warmherzig geschriebenes Mädchenbuch, in dem Freundschaft und Familie im Mittelpunkt stehen. Zusammenhalt untereinander, eine intakte, fröhliche Familie Floh mit verständnis- und humorvollen Eltern und viele fantasievolle, spannende kleine Abenteuer unterhalten kleine Leserinnen bestens und bei der Verschiedenenheit der Charaktere der Mädchen wird jede eine Identifikationsfigur finden.

Einen halben Punkt ziehe ich gedanklich ab für die allzu offensichtlichen Anleihen bei Astrid Lindgren. So ist Millis Lieblingswort „absolut“ das Lieblingswort von Maditas Schwester Lisabet, bei Lilli „ploppen die Einfälle schneller aus dem Hirn als das Konfetti bei einer Karnevalskanone“, während sie bei Madita schneller kommen, als ein Ferkel blinzelt, und der Affe „Frau Schröder“ von Paul und Ben erinnert stark an  Pippi Langstrumpfs Herrn Nilsson. Dem Lesespaß der Kinder wird das allerdings keinen Abbruch tun.

Barbara Rose: Die Frechen Krabben. Kerle 2015
www.kerle.de

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