Claudie Gallay: Die Brandungswelle

Ein Roman, so gewaltig wie die Brandung des Atlantiks

Claudie Gallay hat die Handlung ihres Romans angesiedelt, wo die Welt zu Ende zu sein scheint: auf der französischen Halbinsel Cotentin unweit von Caen. Jacques Prévert liegt hier begraben, dessen Gedicht „Le gardien de phare aime trop les oiseaux“ sie inspirierte. Die raue, feindliche Natur ist allgegenwärtig und das Meer gibt die Toten oft nicht zurück.

Hierher hat sich die namenlose Ich-Erzählerin, ehemalige Professorin der Universität Avignon, in der Trauer um ihren Partner zurückgezogen und arbeitet für eine ornithologische Station.

Doch nicht nur sie trägt schwer an ihrem Schicksal, alle im Ort scheinen gezeichnet. Théo, ehemaliger Leuchtturmwärter, leidet unter einer heimlichen Schuld; Lili, seine Tochter, hasst ihn für das, was er ihr und ihrer Mutter angetan hat, und Nan, der verrückten Alten, hat das Meer alles geraubt.

Erst mit Lambert, der nach Jahren der Abwesenheit zurückkehrt, um Licht in den Unfalltod seiner Familie zu bringen, beginnt die Mauer des Schweigens zu bröckeln und keimt Hoffnung auf ein Vernarben der Wunden.

In kurzen Sätzen und einer bildreichen Sprache, gewaltig wie die  Meeresbrandung, zeichnet Gallay Natur und Personen. Ein großartiger, spannender Roman!

Claudie Gallay: Die Brandungswelle. btb 2013
www.randomhouse.de

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