Katharina Bendixen: Zorro, der Mops – Abenteuer im Bammelwald

Unter der kleinsten Kiefernnadel kann das größte Abenteuer warten

Zorro, der kleine Mops, heißt zwar wie ein Superheld, hat aber zu seinem großen Bedauern noch nie ein richtiges Abenteuer erlebt. Doch als in Bummelhausen nacheinander der Spezialschraubenschlüssel seiner besten Freundin, Professorin Hamsterine, der Spiegel der piekfeinen Distelfinkdame Irmhild von Irmhausen zu Irmhildlandia, das Kissen des schwerhörigen Hundeseniors Bernhardinowitsch, die Stühle von Herrn Igel, vier Joggingschuhe von Potz Tausendfüßler, unzählige Taucherbrillen von unzähligen Kaulquappenkindern von Olof Ochsenfrosch, Zorros goldener Fressnapf und diverse andere Besitztümer der Bewohner verschwinden, sieht der Mopsjunge seine Chance gekommen. Hauptverdächtig ist in den Augen der Tiere das sagenhafte vielköpfige Ungeheuer, das in der alten Fabrik im Bammelwald hausen soll. Unter der Führerschaft von Hamsterine und Zorro hecken die Tiere einen Plan zur Wiederbeschaffung der gestohlenen Gegenstände aus, was vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre, wenn Herr Igel den von ihm abonnierten „Bammelwalder Boten“ wirklich lesen könnte, in dem genau am Tag des großen Abenteuers ein aufschlussreicher Artikel erscheint…

Zorro, der Mops – Abenteuer im Bammelwald, das erste Kinderbuch von Katharina Bendixen, hat mir ausgesprochen gut gefallen, da es vor allem die Botschaft übermittelt, dass man gemeinsam und mit einem ausgeklügelten Plan auch gegen einen scheinbar übermächtigen Feind vorgehen kann. Dass es am Ende nicht zu einer Bestrafung der Diebe kommt, sondern zu einer Übereinkunft, einem gemeinsamen Fest und hoffentlich zu einer einverständlichen neuen Nachbarschaft, hat mich dagegen nicht gestört. Es wird klar, dass die Diebstähle nicht einfach hingenommen werden können, dass es aber jenseits von Bestrafungen auch andere Lösungen geben kann.

Die reichlichen Illustrationen von Carola Sieverding sind fast immer sehr geglückt, die Tiere in ihrem Charakter gut getroffen und die Landkarten vorn und hinten im Buch machen es einfach, die geografischen Gegebenheiten nachzuvollziehen.

Alles in allem ist Zorro, der Mops – Abenteuer im Bammelwald ein sehr schönes, äußerst fantasievolles Vorlesebuch für Jungen und Mädchen ab fünf Jahren oder für gute Leserinnen und Leser, die sich auch schon an umfangreichere Textmengen heranwagen, dank der größeren Schrift ab dem Ende der zweiten Klasse. Die genialen Erfindungen von Hamsterine, die „Verhörer“ von Bernharinowitsch, die Familiengeschichte von Zorro, der Sprachfehler von Olof Ochsenfrosch und das Miteinander der Tiere in Bammelhausen machen jedenfalls sowohl beim Vorlesen als auch beim Selberlesen richtig Spaß und lassen auf weitere Abenteuer hoffen!

Katharina Bendixen: Zorro, der Mops – Abenteuer im Bammelwald. Loewe 2017
www.loewe-verlag.de

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