Solomon Northup: 12 Years a Slave

Zu Unrecht lange vergessen

Vorweg: Ich habe den Oscar-prämierten Film von Steve McQueen, der sehr werktreu sein soll, nicht gesehen, bin aber durch ihn auf das Buch von Solomon Northup aufmerksam geworden.

Der wahre Bericht über seine Verschleppung, den Solomon Northup zusammen mit seinem Co-Autoren David Wilson verfasst hat, erschien erstmals 1853, ein Jahr nach Harriet Beecher Stowes Onkel Toms Hütte, einer fiktionalen Erzählung. Beide Bücher wurden zu Bestsellern und lösten eine Debatte über die Sklaverei aus, doch geriet Twelve Years a Slave nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in Vergessenheit. Erst in den 1960er-Jahren wurde der Bericht wiederentdeckt, war aber eher in Historikerkreisen bekannt.

Als der amerikanische Regisseur Steve McQueen 2009 nach einer Vorlage für einen Film über die Sklaverei suchte, fand seine Partnerin, eine Historikerin, das Buch und war begeistert. Es war genau, was McQueen gesucht hatte: ein frei Geborener, der zum Sklaven gemacht wurde.

Solomon Northup, Afroamerikaner, wurde vor dem Sezessionskrieg als freier Mann im Staat New York geboren. Er war Schreiner und Geiger, hatte eine Frau und zwei Kinder. 1841 wurde er mit Hilfe einer List verschleppt und als Sklave nach Louisiana verkauft, wo er zwölf Jahre lang unter unvorstellbaren Bedingungen lebte und arbeitete. Seine Befreiung erfolgte 1853 ebenfalls durch Weiße.

Der Bericht ist in der Ich-Form verfasst und sehr langsam, etwas hochtrabend und extrem detailgenau. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, hat sich das Buch sehr leicht gelesen. Besonders imponiert hat mir an diesem Bericht über eine unvorstellbar brutale, unmenschliche und willkürliche Zeit, dass Solomon Northup nie pauschal verurteilt, sondern immer versucht, das wenige Positive herauszuheben.

In der Mitte enthält die Ausgabe 16 Seiten Bildmaterial aus dem Film.

Solomon Northup: 12 Years a Slave. Piper 2014
www.piper.de

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