Anna Böhm & Susanne Göhlich: Emmi & Einschwein – Einhorn kann jeder!

Mach das Beste draus!

Um es gleich vornweg zu sagen: Emmi & Einschwein – Einhorn kann jeder! von Anna Böhm mit den umwerfend humorvollen Illustrationen von Susanne Göhlich hat mich vollauf begeistert. Es ist ein Kinderbuch, das die Realität mit Fantasy-Anteilen anreichert, das Thema Mobbing in der Schule ernst und kindgerecht aufnimmt, dabei aber witzig und optimistisch ist, und so viele liebenswerte, großartig ausgearbeitete Charaktere hat, dass das Lesen ein Mordsvergnügen ist. Drittklässler können das Buch allein bewältigen, ab sechs Jahren eignet es sich bereits zum Vorlesen. Trotz des rosa-lastigen Covers und der Einhorn-Thematik bin ich überzeugt, dass auch Jungs mit diesem Buch einen Riesenspaß haben können – also bitte nicht abschrecken lassen!

Emmi Brix, die mit ihrer sympathischen Familie in der Elfe-Sabine-Straße 7 in Wichtelstadt wohnt, fiebert ihrem zehnten Geburtstag entgegen, an dem sie wie alle ihr Fabeltier bekommen soll. Bei ihrem Vater war es der Blaue Drachlinger Henk, der so wunderbar Feuer spucken kann, ihre Mutter hat den Zweifühligen Blütenspatz Peregrin de Pellegrin, genannt Pieps, der immer Blüten ausstreut, ihre große Schwester Meike die Klinge Wildkatze Mexi und Emmi wünscht sich nichts sehnlicher als ein Einhorn. Eigentlich darf man sich nichts wünschen, denn „es kommt, wie es kommt“ (Papa) und man muss „das Beste draus machen“ (Opa), aber Emmi hat einen besonderen Grund: Mit diesem sehr seltenen, niedlichen Fabeltier möchte sie in der Schule endlich richtig dazugehören, beliebt sein und von der dominanten Antonia in die geheime Drachenhalle eingeladen werden. Und hat sie nicht von einem Einhorn geträumt und solche Träume sollen in Erfüllung gehen? Doch natürlich kommt es anders. Am Fabeltag erscheint zwar ein Tier mit einem Horn, aber es ist ein Fettmoppel mit einem runden Rüssel, einem Ringelschwanz und kleinen Schlappohren, kurz: ein EINSCHWEIN! Mit diesem unmagischsten, peinlichsten aller Fabeltiere kann Emmi sich niemals in die Schule trauen, deshalb sinnt sie auf eine List…

Es herrlich mitzuverfolgen, wie Emmi das kleine Einschwein nach dem ersten großen Entsetzen liebgewinnt, wie es das Leben der Familie aufmischt, wie es sich Emmis Sorgen anhört, wie es versucht, ihr aus der Patsche zu helfen, wie sie einen Plan aushecken und wie es ihr beisteht, als sie durch den gefährlichen Herrn Bockel mit seinem Spuckewurm und die intrigante Antonia in allergrößte Gefahr gerät.

Anna Böhm erzählt die Geschichte ausgesprochen gekonnt und mit großer Empathie. Nach wenigen Sätzen und ohne dass ausschweifende Erklärung notwendig wären, tauchen Leser und Zuhörer in die Welt von Wichtelstadt ein. Dort geht es mal traurig, mal schreiend komisch zu und am Ende wird es so spannend und dramatisch, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann!

Und die beste Nachricht zum Schluss: Einhorn kann jeder! ist kein einmaliges Vergnügen, sondern der Auftakt zu einer Reihe um Emmi & Einschwein aus dem Oetinger Verlag.

Anna Böhm & Susanne Göhlich: Emmi und Einschwein – Einhorn kann jeder! Oetinger 2018
www.oetinger.de

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