Arne Dahl: Falsche Opfer

Das A-Team ist wieder da!

Nachdem die Stockholmer Sonderermittlergruppe für komplexe Fälle der schwedischen Reichskriminalpolizei am Ende des zweiten Bandes der Reihe, Böses Blut, wegen desaströser Leistungen aufgelöst und die Ermittler verstreut eingesetzt worden waren, erhält das sog. A-Team in diesem dritten Band eine neue Chance, denn es scheint eben doch nicht ohne sie zu gehen.

Inspektor Paul Hjelm und seine Kollegin Holm ermitteln zunächst in einem Kneipenmord zwischen rivalisierenden Fußballfans. Die Besucher der Szenekneipe verhalten sich fast alle sehr seltsam. Dann ereignet sich im Hochsicherheitsgefängnis Kumla ein Mord an einem führenden Drogendealer und es kommt zu einer Schießerei zwischen zwei Verbrecherbanden auf einem abgelegenen Industriegelände.

Mit dem Aufleben des A-Teams werden die Fäden langsam entwirrt. Denn irgendwie muss es eine Verbindung zwischen den Fällen geben, das wird klar, als sich herausstellt, dass das fast alle Beteiligten in der Kneipe anwesend waren…

Arne Dahl ist bei der Konstruktion seiner Krimis ein Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt, aber bezüglich der Konzentration keine geringen Anforderungen an seine Leser stellt. Er wird oft mit Henning Mankell verglichen, doch spielt bei ihm der Teamgedanke bei den Ermittlern eine viel größere Rolle. Beide, Dahl und Mankell, sind scharfe Kritiker der sozialen Zustände in Schweden, beide greifen aktuelle Themen der schwedischen Gesellschaft und Politik auf und beide gehen weit über das Krimigenre hinaus. In meiner Gunst hat Henning Mankell aber immer die Nase einen Tick vorn, vielleicht wegen meiner Sympathie für Wallander, wegen Arne Dahls noch größerer Brutalität oder weil Henning Mankells Wetterbeschreibungen einfach unübertroffen sind.

Arne Dahl: Falsche Opfer. Piper 2005
www.piper.de

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