Das Sams und die Helden der Kinderbücher

Eine wunderbare Gelegenheit, das Sams und viele andere Helden der Kinderbücher hautnah zu erleben, bietet das Historische Museum der Pfalz Speyer im Rahmen einer höchst empfehlenswerten Familien-Ausstellung des Jungen Museums. Dabei ist es den Machern auf einmalige Art und Weise gelungen, Kinder wie Erwachsene gleichermaßen anzusprechen und die Bücher lebendig werden zu lassen.

Begeistert hat mich bereits die Auswahl, die zu Ehren von Paul Maars 80. Geburtstag getroffen wurde, eine überaus gelungene Mischung aus Klassikern und moderner Kinderliteratur. Ich selbst hätte sie ganz ähnlich getroffen, ergänzt vielleicht noch um Irina Korschunows Die Wawuschels mit den grünen Haaren und Max Kruses Urmel aus dem Eis. Ich habe Bücher wiedergefunden, die ich selbst in meiner Kindheit geliebt habe und bis heute liebe, Bücher, die mich und meine Kinder beim Vorlesen begeistert haben, und neuere Kinderbücher, die sicher bald zu den Klassikern gehören werden.

Selbstverständlich beginnt die Ausstellung mit einer Verbeugung vor dem Jubilar und seinem Sams. Beide führen auf dem witzig-informativen Audioguide zusammen durch die gesamte Ausstellung, das Sams wie immer gesprochen von ChrisTine Urspruch. Die erste Manuskriptseite des ersten Sams-Bandes, die alte Schreibmaschine und die Grafiken von Paul Maar haben mich besonders fasziniert, während Kinder sicherlich den Sams-Taucheranzug und die Wunschmaschine spannender finden. An über 20 interaktiv gestalteten Schauplätzen erlebt man als großer oder kleiner Besucher außerdem Astrid Lindgren (Pippi Langstrumpf und Michel in der Suppenschüssel), Cornelia Funke (Tintenherz), Erich Kästner (Pünktchen und Anton), Michael Ende (Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer), Otfried Preußler (Das kleine Gespenst, Die kleine Hexe und Der kleine Wassermann), Kirsten Boie (Der kleine Ritter Trenk), Boy Lornsen (Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt), Julia Donaldson (Der Grüffelo), Angela Sommer-Bodenburg (Der kleine Vampir),  Erhard Dietl (Die Olchis sind da) und Ellis Kaut (Meister Eder und sein Pumuckl) sowie die Illustratoren Winnie Gebhardt, Barbara Scholz, Axel Scheffler und Amelie Glienke. Ich kann unmöglich alle Höhepunkte aufzählen und die zwei Stunden, die ich in dieser Ausstellung zugebracht habe, waren eigentlich viel zu kurz für die vielen Details. Einige meiner zahlreichen Highlights möchte ich dennoch gerne herausheben: Der für verschiedene Kinderbuchhelden mit ihren Lieblingsspeisen gedeckte Tisch hat mich zum Rätseln verführt, denn wer hatte nochmal eine Vorliebe für „Butterbrot mit kleiner Maus“? Der Film über die Herstellung von Kinderhörbüchern und die Möglichkeit, selbst eine kleine Hörbuchsequenz zu produzieren, waren sehr interessant, ebenso wie die anschaulichen Erläuterungen zur Herstellung der genialen Pumucklfilme mit Gustl Bayerhammer. Die Originalfiguren von Robbi, Tobbi und ihrem Fliewatüüt aus dem Puppenfilm des WDR haben viele Erinnerungen geweckt, der Spaziergang auf dem Grund des Mühlenweihers mit einem Blick in die Hütte des kleinen Wassermanns war besonders stimmungsvoll.

In Abwandlung von Elke Heidenreichs „Lesen!“ möchte ich allen Kinderbuchliebhabern ein „Besuchen!“ zurufen. Wie wäre es mit einem Ausstellungsbesuch als Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk? Aber Achtung: Leider ist am 06.01.2019 bereits Schluss.

museum.speyer.de/aktuell/sams/

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