Fred Vargas: Fliehe weit und schnell

Der schwarze Tod?

Der ehemalige bretonische Fischer Joss Le Guern hat in Paris das uralte Handwerk seiner Vorfahren wieder aufgenommen: Er ist „Ausrufer“. Zweimal täglich verliest er in der Nähe des Gare Montparnasse auf einer Kiste stehend Nachrichten, die die Leute zusammen mit fünf Francs in seine Urne geworfen haben. Eines Tages tauchen Mitteilungen auf, die er nicht versteht, abgefasst in altem Französisch oder in Latein, versehen mit größeren Geldbeträgen. Erst nach einem Monat wird klar, dass ein Unbekannter mit diesen Texten das Nahen der Pest ankündigt.

Gleichzeitig werden überall in Paris in Mehrfamilienhäusern Wohnungstüren mit einer spiegelverkehrten Vier gekennzeichnet – alle bis auf jeweils eine. Und hinter den nicht markierten Türen findet die Polizei Tote, die von Flohbissen übersät und schwarz sind.

Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg, der neue Chef der Pariser Strafverfolgungsbrigade, Referat Delikte am Menschen, kämpft nicht nur gegen einen offensichtlich Verrückten, sondern auch gegen die immer hysterischer werdende Presse und die verunsicherte Bevölkerung…

Fred Vargas, französische Archäologin, die für ihre Krimis bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, beherrscht vor allem die Schilderung von Personen und Orten meisterhaft. Ihre Krimis sind von höchster Spannung, allerdings muss man einen Hang zum Skurrilen haben, um sie uneingeschränkt zu mögen.

Fred Vargas: Fliehe weit und schnell. Aufbau 2004
www.aufbau-verlag.de

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