Jake Williams: Darwins große Reise

  Abenteuer Naturforschung für Kinder

Die Reise mit der Beagle ist das bei weitem bedeutendste Ereignis in meinem Leben gewesen und hat meine gesamte Karriere bestimmt. Alles, worüber ich nachgedacht oder gelesen habe, wirkte sich direkt auf das aus, was ich gesehen hatte oder wahrscheinlich sehen würde; und diese Gewohnheit des Geistes setzte sich während der fünf Jahre der Reise fort. Ich bin mir sicher, dass es diese Ausbildung war, die es mir erlaubte, alles das zu tun, was ich in der Wissenschaft getan habe.

So beschrieb Charles Darwin (1809 – 1882) in seiner Autobiografie rückblickend die Bedeutung seiner Reise mit dem Vermessungsschiff Beagle in den Jahren 1831 bis 1835, die er als junger, wissensdurstiger Naturforscher im Alter von 22 Jahren antrat. Mehr als 20 Jahre nach seiner Rückkehr schrieb er sein Hauptwerk Über die Entstehung der Arten, mit dem er das Wissen über die Natur revolutionierte, die viktorianische Gesellschaft erschütterte und zu einem der wichtigsten Naturforscher aller Zeiten wurde.

Eine Forscherlaufbahn mit Hindernissen
Die Karriere als Naturforscher war Charles Darwin nicht in die Wiege gelegt. Harte Kämpfe musste er mit seinem Vater ausfechten, der ihn lieber als Arzt gesehen hätte, ehe er auf eine zunächst für zwei Jahre geplante Weltreise gehen konnte, mit dem Auftrag, exotische Pflanzen und Tiere zu untersuchen und zu sammeln. Es wurden fast fünf Jahre und nahezu 65 000 Kilometer mit Stationen auf den Kapverden, in Brasilien, Argentinien, den Falkland-Inseln, Chile, Peru, den Galapagos-Inseln, Tahiti, Neuseeland, Australien, Tasmanien und den Kokos-Inseln. Seine zahlreichen tierischen, pflanzlichen und fossilen Mitbringsel sowie seine Protokolle wurden Grundlage seines weiteren Forscherdaseins.

Evolution kindgerecht erklärt…
Das wunderschöne Kinder-Sachbuch Darwins große Reise erzählt kindgerecht davon, wie es zu dieser Reise kam, welche Ausrüstung nötig war, wie abenteuerlich und schwierig sie für den häufig seekranken Darwin verlief, welche Gefahren zu überstehen waren, was er beobachtete und wie diese Unternehmung das zeitgenössische Denken und Verstehen veränderte.

…und illustriert
Die Texte sowie die digital erstellten, großflächigen, sehr klaren und in angenehmen Farben kollorierten Illustrationen stammen von Jake Williams, einem englischen Illustrator, der 2017 vom Business Design Center London als „Designer of the Year“ ausgezeichnet wurde. Sie veranschaulichen die gut verständlichen Texte optimal und bis auf die sehr kantigen Gesichter gefallen sie mir ausnehmend gut. Besonders hilfreich sind die vielen Landkarten, die die geplante ebenso wie die tatsächliche Route und die vielen Stationen immer wieder zeigen und zum Innehalten einladen. Anhand einzelner Beobachtungen an Tieren, Pflanzen und Versteinerungen erklärt das Buch sehr gut nachvollziehbar, welche Fragen Darwin sich stellte und welche Antworten er fand. Den Finken auf den Galapagos-Insel widmet Jake Williams drei große Doppelseiten, aber auch Beobachtungen beispielsweise an Tintenfischen, Cracker-Schmetterlingen, Nandus, Glühwürmchen, Taranteln, Dampfschiffenten, Pinguinen, Kolibris, Riesenschildkröten, Echsen und Schnabeltieren werden ausführlich dargestellt.

Dieses Buch über die spannende Entdeckungsreise Darwins und seine Schlussfolgerungen, die das Prinzip der Evolution auf hervorragende Weise erlebbar machen, hat mich auf ganzer Linie begeistert. Ich empfehle es wärmstens zum gemeinsamen Lesen und Betrachten für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene.

Jake Williams: Darwins große Reise. Übersetzung: Kathrin Lichtenberg und Claudia Koch. Midas 2019
issuu.com/midasverlag

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