Jessie Sima: Das kleine Walhorn

Zwei Welten

Nach Emmi und Einschwein von Anna Böhm aus dem Oetinger Verlag gibt es jetzt im Loewe Verlag Das kleine Walhorn von Jessie Sima. Beide Titel nehmen das gerade so beliebte Einhorn-Thema auf, gehen aber wesentlich kreativer, humorvoller und vor allem kitschfreier damit um als die einschlägigen Mädchenbuch-Serien.

Wer wünscht sich nicht eine so entspannte Familie, die angesichts des ganz und gar aus der Art geschlagenen Nachwuchses so cool bleibt? Nori, der kleine Narwal-Sohn, hat einen viel zu kurzen Stoßzahn, das Narwal-Essen schmeckt ihm nicht und er ist ein lausiger Schwimmer. Doch nachdem es seine Familie nicht stört, beschließt Nori, dass auch ihm seine Andersartigkeit nichts ausmacht.

Vielleicht wäre es immer so weitergegangen, wenn Nori nicht eines Abends von einer Strömung erfasst worden wäre, die ihn Richtung Land spülte. Und was stand dort auf dem Felsen vor dem Vollmond? Ein geheimnisvolles Glitzerwesen, das genau aussah wie er. Ein Land-Narwal?

Das bezaubernd illustrierte Bilderbuch von Jessie Sima, in dem alle Tiere stets ein Lächeln auf den Lippen tragen, bringt bereits Kindern ab drei Jahren die Themen Toleranz, Identität, Zugehörigkeit und Familie auf sehr verständliche, kindgerechte Weise nahe. Die teils großformatigen, teils wie eine Filmsequenz gezeichneten Illustrationen passen wunderbar zu den kurzen, oft witzigen Texten und Sprechblasen. Ein ebenso einfaches wie geniales Happy End sorgt dafür, dass Nori sich nicht zwischen Meer und Land entscheiden muss. Auf einer Doppelseite am Ende des Buches vereinen sich das Beste und Witzigste aus dem Meer und vom Land – allein für diese wimmelige Illustration lohnt sich das Vorlesen und Anschauen schon!

Jessie Sima: Das kleine Walhorn. Loewe 2018
www.loewe-verlag.de

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