Keigo Higashino: Böse Absichten

Falsche Fährten

Es ist sehr schwierig, über diesen japanischen Krimi etwas zu sagen, ohne schon zu viel an Spannung vorwegzunehmen, deshalb vorab die Empfehlung: Erst das Buch lesen, dann die Rezensionen!

Am Abend vor seiner Übersiedlung nach Kanada wird der japanische Bestsellerautor Kunihiko Hidaka in seinem Haus von seinem Freund, dem weniger erfolgreichen Kinderbuchautor Osamu Nonoguchi, und seiner Ehefrau Rie ermordet aufgefunden. „Wer“ und „warum“ sind die entscheidenden Fragen für Kommissar Kaga, der einst Lehrerkollege von Nonoguchi war, und der sich still und beharrlich in diesen Fall verbeißt, in dem alles immer wieder anders ist, als es scheint…

Selten hat mich ein Krimi so auf eine falsche Fährte gelockt wie dieser. Nicht nur, dass ich in Bezug auf die Lösung des Mordfalls zunächst völlig danebenlag, auch meine Verteilung von Sympathiepunkten musste ich im Laufe der Lektüre komplett revidieren.

Keigo Higashino hat seinen Krimi aus der Sicht von Nonoguchi und Kaga, die jeweils als Ich-Erzähler auftreten, verfasst. Stets höflich-japanisch im Umgang miteinander umschleichen sie sich, beobachten sich, und fast hat man den Eindruck, das Ganze wäre ein Spiel.

Der nüchterne Schreibstil, die vielen Überraschungen, die intelligent durchdachte Auflösung, das japanische Flair und die sehr ansprechende Aufmachung als Klappenbroschur mit einem sowohl farblich als auch vom Motiv sehr ansprechenden Cover machen diesen Krimi zu einem besonderen Buch.

Keigo Higashino: Böse Absichten. Klett-Cotta 2015
www.klett-cotta.de

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