Paddy Richardson: Komm, spiel mit mir

Familientrauma

Der zweite Krimi der Neuseeländerin Paddy Richardson, Komm, spiel mit mir, stand in Neuseeland wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste und konnte mich deutlich mehr überzeugen als ihr erster, Der Frauenfänger.

Bei einem großen Schulpicknick am See verschwindet 1988 die vierjährige Gemma spurlos. Ihre Familie, Minna, Dave, die 14-jährige Stephanie und die Zwillingsbrüder bleiben traumatisiert und jeder mit seinen eigenen Schuldgefühlen zurück. Schließlich bricht die Familie auseinander.

2005 ist Stephanie eine fast fertige Psychiaterin, lebt in Dunedin und möchte anderen helfen, nachdem sie sich selbst nicht helfen konnte. Sie lebt wie eine Einsiedlerin, ist bindungsunfähig, ein Workoholic und verdrängt das Erlebte.

Ihrer neuen Patientin Beth kommt Stepanie näher, als sie es als deren Psychiaterin dürfte. Durch sie erkennt sie plötzlich eine Spur zu Gemmas Verschwinden und macht sich auf eine Reise, um den Fall doch noch aufzuklären. Dabei findet sie nicht nur wieder einen Draht zu ihrer Mutter, sie gerät auch in höchste Gefahr…

Der Krimi ist spannend bis zum dramatischen Showdown, psychologisch einfühlsam und größtenteils stimmig. Gut gefallen hat mir, dass Paddy Richardson neben dem Fall an sich auch ausführlich darauf eingeht, was mit Familien und speziell Geschwistern passiert, wenn ein Kind verschwindet.

Paddy Richardson: Komm, spiel mit mir. Knaur 2014
www.droemer-knaur.de

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