Petra Busch: Schweig still, mein Kind

Mord im Schwarzwalddorf

Die Autorin Petra Busch lebt in Baden, ist promovierte Mediävistin und Schweig still, mein Kind war ihr erster Krimi, wurde 2010 mit dem renommierten Friedrich-Glauser-Preis für das bestes Krimi-Debüt ausgezeichnet und ist zugleich der Beginn der Reihe um den Freiburger Kriminalhauptkommissar Moritz Ehrlinspiel.

Ehrlinspiel ermittelt in diesem ersten Fall nicht in Freiburg, sondern in einem Schwarzwalddorf in der Nähe. Dort ist die Journalistin mit Karriereknick Hanna Brock in der Rabenschlucht auf die Leiche einer erschlagenen jungen Frau gestoßen, der man ihr ungeborenes Kind aus dem Leib geschnitten hat.

Schnell ermittelt Ehrlinspiel, dass es sich um die Bauerntochter Elisabeth Sommer handelt, die vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist und nun zum 60. Geburtstag ihres Vaters erstmals zurückgekehrt ist.

Obwohl das Thema nicht unbedingt neu ist, ist es doch sehr spannend und innovativ umgesetzt. Die Charaktere sind vertieft dargestellt, der sympathische Kommissar ist ein zufriedener und humorvoller Mensch, der ein ambivalentes Verhältnis zur Journalistin aufbaut, geprägt einerseits von Wut über ihre Einmischung, andererseits von Bewunderung für ihr Einfühlungsvermögen. Herausragend ist die Darstellung von Bruno, dem autistischen Bruder der Toten, aus dessen Sicht einige Kapitel geschrieben sind, und der für die Dörfler der Hauptverdächtige ist. Überhaupt ist die Schilderung der Dorfbewohner, ihres Volksglaubens und ihrer sorgsam gehüteten Geheimnisse gut gelungen.

Ein packender Psychokrimi mit einem Showdown in der Rabenschlucht und einer ebenso überraschenden wie logischen Auflösung.

Petra Busch: Schweig still, mein Kind. Knaur 2010
www.droemer-knaur.de

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