Sabine Kaufmann: 1816

Potential verschenkt

Im Jahr 1815 brach der Vulkan Tambora in Indonesien aus und schickte eine riesige Aschewolke um die Welt. Als Folge traten schwerwiegende Klimaschwankungen in Westeuropa ein mit Hagelstürmen, Kälte, Schneemassen und sintflutartigen Regenfällen. Der Sommer in Mitteleuropa fiel aus.

Sabine Kaufmann ist Historikerin und Journalistin und erzählt in neun Episoden Schicksale, die sich aus der Klimakatastrophe ergaben. Da ist z. B. der Pfarrer Fortunat Fauler, der auf der Schwäbischen Alb verzweifelt gegen die Hungersnot in seiner Gemeinde kämpft und das Kartoffelbrot erfindet, Königin Katharina von Württemberg, als Zarentochter an Luxus gewöhnt, die radikal ihren Lebensstil ändert und große Teile ihres Vermögens in die Errichtung von Armenküchen investiert, und Mary Wollstonecraft Shelley, die angesichts des trüben, trostlosen Wetters am Genfer See ihren Roman Frankenstein schreibt. Tausende Familien wanderten, getrieben von Hunger und Elend, aus. In den Jahren 1816/17 erhöhte sich die Zahl der Auswanderer aus Baden und Württemberg um 4300%.

Obwohl die ausgewählten Episoden äußerst interessant und authentisch sind, konnte mich der Schreibstil dieses historischen Episodenromans nicht packen. Nach meinem Empfinden hätte man aus diesem spannenden Material mehr machen können.

Sabine Kaufmann: 1816. G. Braun 2013
derkleinebuchverlag.de

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