Sarah Mlynowski: Murks-Magie – Das verflixte Klassen-Schlamassel

Was ist schon normal?

Um nach der Grundschule in die Genie-Akademie für Zauberer aufgenommen zu werden, muss Nory eine Aufnahmeprüfung machen. Ihr Vater ist dort Schulleiter, ihre Geschwister gehen dorthin, aber Norys Magie macht leider immer Murks. Wenn sie sich in ein Tier verwandeln soll, schafft sie nie ein normales Tier, sondern stattdessen Mischformen wie „Batze“ (Biber-Katze), „Stinkefant“ (Stinktier-Elefant) oder „Tintenhund“ (Tintenfisch-Hund), verliert dann die Kontrolle und richtet regelmäßig ein Riesenschlamassel an.

Wie nicht anders zu erwarten, besteht sie die Prüfung nicht, muss stattdessen zu ihrer Tante ziehen und dort die Spezialklasse für Murks-Magier der Dunwiddle-Zauberschule besuchen. Ihre Lehrerin, Frau Starr, verbittet sich das Wort „vermurkst“, sie spricht lieber von „Zick-Zack-Magie“, fordert die Kinder zur Akzeptanz ihrer Fähigkeiten auf und hasst das Wort „normal“ – wo doch Nory und ihr neuer Freund Elliott genau das so gerne wären…

Dieses Kinderbuch der drei Autorinnen Sarah Mlynowski, Emily Jenkins und Lauren Myracle ist nicht nur sehr vergnüglich und sprüht vor Ideen, es fordert geradezu dazu auf, Abweichungen von der Norm anzunehmen und zu tolerieren und Vorurteile aufzugeben. Daneben ist es eine schöne Freundschaftsgeschichte und zeigt, wie wichtig der Zusammenhalt in einer Gruppe ist. Weniger gelungen finde ich allerdings die Figur des Vater und die Geschwister, die Nory wegschicken bzw. dies hinnehmen – ein schweres Schicksal für eine Zehnjährige, auch wenn sie bei der Tante gut aufgenommen wird.

Ein vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe ab ca. acht Jahren, die unabhängig von der Gestaltung des Covers inhaltlich durchaus auch für Jungs zu empfehlen ist.

Sarah Mlynowski: Murks-Magie – Das verflixte Klassen-Schlamassel. Fischer KJB 2016
www.fischerverlage.de

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