Tariq Ali: Die steinerne Frau

Marmara im Sommer 1899

Tariq Ali, 1943 in Pakistan geboren, der inzwischen als Journalist, Schriftsteller, Historiker und Fillmproduzent in London lebt, und den Daniel Cohn-Bendit als „Grenzgänger zwischen der westlichen und arabischen Welt“ charakterisiert, lässt in diesem historischen Roman das Osmanische Reich des Jahres 1899 wiederauferstehen.

In der Sommerresidenz des adeligen Patriarchen Iskander Pascha in Marmara am Schwarzen Meer hat sich die Familie versammelt, weil das Familienoberhaupt erkrankt ist. Frauen, Kinder, darunter die Ich-Erzählerin Nilofer, und Brüder geben sich ein Stelldichein.

Tariq Ali lässt uns einerseits teilhaben an den Einzelschicksalen der Familienmitglieder und der Dienstboten, die bei der Steinernen Frau, einem Gebilde am Ufer des Schwarzen Meeres, ihre „Beichte“ ablegen, andererseits erfahren wir durch die Diskussionen der Protagonisten viel über die politische Entwicklung des Landes.

Der manchmal märchenhaft anmutende Familienroman spricht alle Sinne an und zeigt ein angesichts der Anschlagsflut radikaler Muslime manchmal kaum mehr präsentes Bild der Toleranz des Islams gegenüber anderen Religionen.

Tariq Ali: Die steinerne Frau. Diana 2003
www.randomhouse.de

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