Theodor Fontane: Unwiederbringlich

Eine Ehetragödie

Eines vorweg: Ich liebe die Bücher von Theodor Fontane (1819 – 1898) und auch Unwiederbringlich ist sprachlich überaus elegant, psychologisch raffiniert konzipiert und ergreifend. Trotzdem konnte mich dieser Roman nicht überzeugen, da mir der Raum, den Fontane der Tagespolitik und ihren kleinen, nur angedeuteten Episoden und Anekdoten widmet, zu groß war. Trotz Recherchen im Internet konnte ich leider sehr vieles nicht nachvollziehen, was dem zeitgenössischen Leser sicher vertraut war.

Der Eheroman spielt bei Glücksburg um 1850 bis 1860, vor Ausbruch des deutsch-dänischen Krieges, und basiert, wie so oft bei Fontane, auf einer Zeitungsnotiz. Der Titel nimmt das Ende bereits vorweg.

Die ehemals glückliche Ehe des Grafen Holk und der Gräfin Christine ist getrübt durch die Entfremdung und Unterschiedlichkeit der Charaktere: hier der lebensfrohe Holk lebensfroh, dort seine fromme, strenge und grundsatztreue Frau, was Holk mit den Worten „eine vorzügliche Frau, die mich bedrückt“ zusammenfasst.

Als Kammerherr einer dänischen Prinzessin wird Holk regelmäßig zum Dienst am Hof in Kopenhagen gerufen. Dort lernt er das jüdische Hoffräulein Ebba von Rosenberg kenne, die das genaue Gegenteil zu Christine ist: lebenslustig, umtriebig und erotisch. Holk empfindet nun umso mehr, was ihm fehlt, und begeht Ehebruch. Nach der Scheidung von seiner Frau lässt Ebba ihn jedoch abblitzen.

Jahre später kommt es zur Aussöhnung zwischen Holk und Christine und zur erneuten Hochzeit. Doch es herrscht „Frieden, kein Glück“, denn Christine kann nicht vergessen, und so kommt es unweigerlich zur Tragödie.

Theodor Fontane: Unwiederbringlich. dtv 2012
www.dtv.de

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