Vier Achtjährige, die sich zu helfen müssen
Die Frechen Krabben ist der Auftaktband zu einer neuen Reihe für Mädchen ab ca. dem Ende der zweiten Klasse zum Selberlesen und für alle ab ca. fünf Jahren zum Vorlesen.
Milli und Lilli Floh sind Zwillinge, sehen völlig gleich aus, verstehen sich prächtig, sind ansonsten aber sehr verschieden: Während Lilli zum Fußball geht und sich gerne sportlich kleidet, liebt Milli Pferde und Röcke. Zusammen mit der eleganten Lotte und der immer gut gelaunten Emma bilden die vier Achtjährigen seit dem Kindergarten ein unschlagbares Team, zu dem auch das wilde Zwergschwein Emil der Zwillinge und Emmas Neufundländer Wuschelzwerg gehören. Ihr Treffpunkt ist die Wiese mit alten Apfelbaum.
Doch eines Tages wird die Idylle der Mädchen jäh gestört. Zuerst kommen die frechen Zwillinge Paul und Ben Peters in ihre Klasse und dann ist auch noch die Wiese mit dem Apfelbaum abgesperrt, weil deren Eltern darauf ein Haus bauen wollen.
Da ist guter Rat teuer und so gründen die vier heimatlosen Freundinnen eine Bande, „Die Frechen Krabben“. Doch dann kommt ihnen das Schicksal zur Hilfe: Die Gräfin von Zieselwitz, liebste Kundin im Hutatelier von Frau Floh, bietet ihnen ihren Garten, das „Paradies“ zur Nutzung an. Jetzt müssen Die Frechen Krabben nur noch den Möbel-Bau-Wettbewerb gegen die von Paul, Ben und Lillis Fußballfreund Bro gegründete Affenbande gewinnen…
Die Frechen Krabben ist ein pfiffiges, sehr hübsch illustriertes, liebevoll und warmherzig geschriebenes Mädchenbuch, in dem Freundschaft und Familie im Mittelpunkt stehen. Zusammenhalt untereinander, eine intakte, fröhliche Familie Floh mit verständnis- und humorvollen Eltern und viele fantasievolle, spannende kleine Abenteuer unterhalten kleine Leserinnen bestens und bei der Verschiedenenheit der Charaktere der Mädchen wird jede eine Identifikationsfigur finden.
Einen halben Punkt ziehe ich gedanklich ab für die allzu offensichtlichen Anleihen bei Astrid Lindgren. So ist Millis Lieblingswort „absolut“ das Lieblingswort von Maditas Schwester Lisabet, bei Lilli „ploppen die Einfälle schneller aus dem Hirn als das Konfetti bei einer Karnevalskanone“, während sie bei Madita schneller kommen, als ein Ferkel blinzelt, und der Affe „Frau Schröder“ von Paul und Ben erinnert stark an Pippi Langstrumpfs Herrn Nilsson. Dem Lesespaß der Kinder wird das allerdings keinen Abbruch tun.
Barbara Rose: Die Frechen Krabben. Kerle 2015
www.kerle.de
ugegeben, Die Schatten von Race Point sind literarisch nicht der Höhepunkt des mare-Verlagsprogramms. Da mich dieser Roman aber über knapp 600 Seiten so gut unterhalten hat, möchte ich ihn trotzdem unbedingt allen empfehlen, die einen spannenden, gut gemachten, emotionalen, flüssig geschriebenen und leicht lesbaren Unterhaltungsroman, einen richtigen Schmöker, suchen, der nebenbei ein ganz kleines bisschen kitschig ist.

ier junge Frauen und vier junge Männer, alle Mitglieder eines Chores, verbringen ein gemeinsames Probewochenende, als nach einer druchzechten Nacht einer von ihnen im flachen Uferwasser des Sees ermordet aufgefunden wird. Für ihren stets betrunkenen Chef muss Maria Kallio, die junge Kommisssarin auf Zeit bei der finnischen Polizei, hin- und hergerissen zwischen dem Polizeidienst und ihrem Jurastudium, die Ermittlungen übernehmen. Eine schwierige Situation, denn aus ihrer Studentenzeit kennt sie nicht nur den Toten, sondern auch die sieben Verdächtigen, von denen einer der Täter gewesen sein muss. Schnell bröckelt die Fassade einer heilen Welt des Chorgesangs. Zum Vorschein kommen Intrigen, Eifersucht und wechsende Liebesbeziehungen.
Dieser Klassiker der Südstaatenliteratur erschien 1960 und wurde 1961 mit dem Pulitzer-Preis gewürdigt. Bis 2015 war es der einzige Roman der Amerikanerin Harper Lee, dann wurde mit Geh hin, stelle einen Wächter ein frühes Manuskript von Wer die Nachtigall stört… gefunden und veröffentlicht.
Die Niederländerin Threes Anna lässt uns eintauchen in die Kultur Indiens, umgibt uns mit den Gerüchen und der flirrenden Hitze dieses Landes.
Erholsame Ferien in ländlicher Idylle möchte die Schauspielerin Katharina Thalis mit ihrer Tochter Noa und einem Freund verbringen, deshalb hat sie ein etwas heruntergekommenes Haus in einem verschlafenen Dorf im Westerwald gemietet. Doch Noa kommt nicht zur Ruhe. Da ist einmal der Dauerkonflikt mit ihrer Mutter, die die Schauspielerin auch im Privatleben nicht ablegen kann, dann David, der Junge aus dem Dorf, in den sie sich verliebt, und darüber hinaus die unheimliche Atmosphäre, die das alte Haus, von ihr „Whisper“ genannt, ausstrahlt. Während einer mehr zum Scherz abgehaltenen abendlichen Séance erscheint dann auch prompt der Geist eines Mädchens und behauptet, vor 30 Jahren in diesem Haus ermordet worden zu sein. Noa und David beginnen zu recherchieren und stoßen im Dorf auf Schweigen, Ablehnung und Ausflüchte.
n bezauberndes Geschenk haben uns Sempé und der Diogenes Verlag mit diesem großformatigen, prächtigen Bildband zum 80. Geburtstag des Künstlers im Jahr 2012 gemacht. Nicht ins Bücherregal, sondern auf den Tisch gehört dieses Buch, in dem alle Generationen blättern und sich an der zeitlosen Lebensweisheit und dem hintergründigen Humor der Zeichnungen und Karikaturen erfreuen können.