Chile – Sehnsuchtsland
„D
ieses Buch hat mir geholfen zu verstehen, dass ich mich nicht entscheiden muss: Ich kann mit einem Fuß hier und mit dem anderen dort stehen, schließlich gibt es Flugzeuge … Fürs erste ist Kalifornien mein Zuhause und Chile das Land meiner Sehnsucht. Mein Herz ist nicht zerrissen, sondern gewachsen. Ich kann fast überall leben und schreiben.“
Fakten und Fiktion mischt Isabel Allende in ihrer Hommage an ihre Heimat Chile, denn das Land ihrer Kindheit, das sie als Sechsjährige zum ersten Mal und nach Pinochets Putsch endgültig verließ, gibt es so nicht mehr oder hat es nie gegeben.
Mein erfundenes Land ist vieles in einem, doch zuerst ist es eine aus Fakten und Anekdoten zusammengesetzte Autobiografie und eine Biografie ihrer Familie. Vieles kann man wiedererkennen, vor allem die Figuren aus Das Geisterhaus werden lebendig, wenn sie die Familie ihrer Mutter, eine Sippe von Exzentrikern, Heuchlern und Machos, mit einer gehörigen Portion schrägem Humor beschreibt.
Genauso unterhaltsam, liebevoll und aber auch kritisch erzählt Isabel Allende über Chile: von der landschaftlichen Schönheit, der Geschichte, der Religion, der Politik, der Sozialstruktur, der Wirtschaft und vor allem von den Chilenen.
Sehr interessant ist Allendes zwiespältiges Verhältnis zu den USA. Dieses Land, das sie für Pinochets Putsch verantwortlich macht, ist ihr heute zur neuen Heimat geworden und sie fühlt sich spätestens seit dem Attentat vom 11. September als Teil der bunten Bevölkerung Nordamerikas.
Mein erfundenes Land ist eine überaus unterhaltsame und vergnügliche Lektüre, egal ob man nach Chile reist oder nicht.
Isabel Allende: Mein erfundenes Land. Suhrkamp 2008
www.suhrkamp.de
r bunte Schleier ist einer meiner Lieblingsklassiker, den ich immer wieder mit der gleichen Begeisterung lese.
Paul Gompitz, Ex-Maschinenschlosser, Wehrdienstverweigerer, verstoßener Jurastudent, Hobby-Philosoph und jetzt Kellner auf einem Ostsee-Ausflugsdampfer hat einen Lebenstraum:
ercè Rodoreda (1908 – 1983) ist eine der oder sogar die bedeutendste katalanische Schriftstellerin. Bisher kannte ich von ihr nur La plaça del diamant, einen Roman über den Spanischen Bürgerkrieg. Dank Roger Willemsen, der ein sehr lesenswertes Nachwort verfasst hat, und dem mareverlag liegt der Roman seit 2014 in einer sehr hochwertigen, äußerst liebevoll gestalteten Ausgabe im Schuber und mit Lesebändchen auf Deutsch vor.
ehr schwierig, über diesen japanischen Krimi etwas zu sagen, ohne schon zu viel an Spannung vorwegzunehmen, deshalb vorab die Empfehlung: Erst das Buch lesen, dann die Rezensionen!
s die Amerikaner im April/Mai 1945 gezielt zehn deutsche Physiker entführten, die an der Entwicklung der Uranbombe gearbeitet hatten, wollten sie damit verhindern, dass die Wissenschaftler und ihre Entdeckungen den Russen oder den als unzuverlässig geltenden Franzosen in die Hände fielen.
alles hat der DuMont Buchverlag bei diesem Buch richtig gemacht: Die Klappenbroschur liegt angenehm in der Hand, das Cover ist ansprechend, die schnörkellose Schrift auf dem Cover passt wunderbar zur Sprache des Textes, nur den Vergleich mit „Gone Girl“ hätte man besser unterlassen, denn so wurden falsche Erwartungen geweckt und teilweise die falschen Leser angezogen. Schade!
eatrice vom Verschwinden ihrer jüngeren Schwester, Kunststudentin in London und ihr charakterlich völlig unähnlich, erfährt, beginnt sie unverzüglich mit den Nachforschungen. Im Gegensatz zur Polizei, die nach dem Fund der Leiche von einem Selbstmord ausgeht, kann und will Beatrice dies nicht glauben und recherchiert ohne Rücksicht auf sich selbst alleine weiter…
nsichtbar und trotzdem da heißt diese Kinder-Krimi-Serie für Leser ab ca. neun Jahren. Unter der Stadt ist bereits der zweite Band, doch kann man ihn auch unabhängig lesen, da alle nötigen Informationen gegeben werden. Gleichzeitig sind aber so viele spannende Details aus dem ersten Band erwähnt, dass man ihn unbedingt auch kennenlernen möchte…
ezension fällt mir nicht ganz leicht, denn es gibt ein großes „Einerseits-andererseits“. Einerseits habe ich festgestellt, dass mir so kurze Krimis eigentlich zu wenig sind. Für meinen Geschmack fehlen die tiefergehenden Charakterstudien, es gibt zu wenig Personal und zu wenig lose Enden, die zuletzt idealerweise verknüpft werden. Genaugenommen beschränkt sich hier die Ermittlungsarbeit auf 100 Seiten (ab dem Betreten des Schiffes), und das ist einfach zu wenig, um komplexe Strukturen aufzubauen. Das Ende kam daher sehr unvermittelt.