Ein psychologischer Krimi
Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, weil Doktor Glas, der schwedische Klassiker von Hjalmar Söderberg aus dem Jahr 1905, auf den sich Kerstin Ekman bezieht, für mich ein großartiger Roman ist. Darin träumt ein junger, einsamer und melancholischer Arzt von einer großen Tat und bringt einen verhassten Patienten, einen Pastor, mit Zyankalipillen um. Der perfekte Mord bleibt ungesühnt.
Kerstin Ekman geht in Tagebuch eines Mörders der Frage nach, woher ein Autor die Ideen für seine Mordmethoden nimmt und was nach der Tat im Inneren eines Mörders passiert. Wie also kam Hjalmar Söderberg auf den raffinierten Einfall mit den Zyankalipillen?
Pontus Revinge ist ein junger Arzt aus ärmlichen Verhältnissen, vom Schicksal gebeutelt und emotional verarmt. Er ist für die Prostituierten in Stockholms zuständig, kann sich selbst aber keiner Frau nähern. Da lernt er den von ihm bewunderten Schriftsteller Hjalmar Söderberg kennen, der ihn nach einer perfekten Mordmethode fragt. Revinge schlägt ihm nicht nur einen Mord mit Zyankalipillen vor, er stellt auch welche her, zeigt sie ihm und beweist, dass er ein Mann der Tat ist. Doch anders als bei Doktor Glas hegen wird Verdacht gehegt…
Tagebuch eines Mörders ist wie Doktor Glas in Form eines Tagesbuchs und ganz im alten Stil geschrieben und wirkt auf mich selbst wie ein Klassiker. Dies und die detaillierte Beschreibung der Stadt Stockholm und der schwedischen Gesellschaft um 1900 haben mir sehr gut gefallen. Ansonsten habe ich leider keinen rechten Zugang zu diesem Buch, das halb Krimi, halb psychologischer Roman ist, gefunden.
Kerstin Ekman: Tagebuch eines Mörders. Piper 2011
www.piper.de
Vorweg: Ich habe den Oscar-prämierten Film von Steve McQueen, der sehr werktreu sein soll, nicht gesehen, bin aber durch ihn auf das Buch von Solomon Northup aufmerksam geworden.
Unter dem Motto „Lesen lernen macht Spaß“ hat der Ravensburger Buchverlag in seiner Leseraben-Erstleserreihe Bücher in drei Lesestufen vom Lesestarter bis zum Überflieger im Programm mit Titeln für jeden Kindergeschmack. Bei Kung-Fu im Turnschuh handelt es sich um einen Titel der dritten Lesestufe, die für Kinder ab Mitte der zweiten Klasse zu bewältigen sein dürfte. Die Geschichte hat bereits längere Kapitel und eine umfangreichere Textmenge, ist jedoch noch in Fibelschrift gedruckt und sehr reich farbig bebildert. Ein Glossar am Ende erklärt die farblich abgesetzten, erklärungsbedürftigen Wörter im Text und auf einer Rätsel-Doppelseite kann man sein Leseverständnis beweisen. Außerdem kann man mit Büchern der Leseraben-Reihe Punkte bei www.antolin.de sammeln.
Die Zahl der Regionalkrimis aus dem emons Verlag ist groß und gemordet wird inzwischen unter dem Verlagslogo nahezu überall in Deutschland und darüber hinaus. Zwar wurde ich bisher noch nie von einem dieser Krimi enttäuscht, aber so gut wie bei Regina Ramstetters Apostelwasser passt es nicht immer. Hier hatte ich jederzeit das Gefühl, mit der Autorin auf einer Wellenlänge zu liegen, sei es beim Humor und Sprachwitz, beim niederbayerischen Flair, bei der Charakterisierung des urigen Personals, beim Kriminalfall, bei der ausführlichen Beschreibung der Ermittlungen oder bei der für meinen Geschmack genau im richtigen Umfang vorhandenen Nebenhandlung. Sehr angenehm war für mich auch, dass ich diesen dritten Band der Reihe um das Passauer Ermittlerteam ohne Kenntnisse der Vorgängerbände problemlos lesen konnte.
Molly Moon lebt in einem Waisenhaus, in dem es schlimmer zugeht als bei Oliver Twist. Das Essen ist ungenießbar, die Vorsteherin eine Kinderhasserin und ungerecht und die anderen Kinder hänseln sie. Molly scheint das Unglück förmlich anzuziehen und zuletzt wird sogar ihr einziger Freund Ronny adoptiert und zieht nach New York.
Heimatromane gehörten bisher nicht zu meiner üblichen Lektüre, aber nachdem ich Heinrich Maurers Die vier von der Schusterstaffel gelesen habe, werde ich diesem Genre in Zukunft mehr Beachtung schenken. Anders als in der Definition des Brockhaus, der mit Heimatroman die Begriffe „Trivialliteratur“ und „idyllisch-idealisierende Verherrlichung der Heimatliebe“ verbindet, handelt es sich hier um die sehr realistische Geschichte von vier Bauernhöfen und ihren Bewohnern in einem schwäbischen Dorf von den 1950er-Jahren bis zur Jahrtausendwende.
Am 29. Januar 1958 laufen in Cape Canaveral die Vorbereitungen zum Start der Explorer, dem ersten amerikanischen Satelliten als Antwort auf den Sputnik der Russen.
Auch vor Kindern macht die Globalisierung nicht halt. Der achtjährige Jan und seine beste Freundin Bea, bei der er anders als bei seinen Fußballerfreunden nicht cool sein muss, werden getrennt. Beas Vater muss für zwei Jahre nach Shanghai und Bea zieht um. Trotz Mails und Telefonaten vermissen die Kinder einander schmerzlich.
Zimmer mit Aussicht aus dem Jahr 1908 ist ein englischer Klassiker und Gesellschaftsroman von Edward Morgan Forster (1879 – 1970), der die steifen englischen Konventionen der Sinnlichkeit Italiens gegenüberstellt.