Paul Maar: Der kleine Troll Tojok

  Kindgerechte Abenteuer mit einem sympathischen Helden

2020 gehörte Wie alles kam, die Autobiografie von Paul Maar über seine ersten Jahre, zu meinen schönsten Leseerlebnissen. Dieses wahrlich beeindruckende, nachdenkliche Zeugnis einer schwierigen Kindheit ist mir auch Monate später noch immer sehr präsent. Ebenso gegenwärtig sind mir Paul Maars zahlreiche Kinderbücher, beim abendlichen Vorlesen von unseren Kindern ebenso geliebt wie von uns dankbaren Eltern. Bis heute lasse ich mir deshalb kaum ein neues Buch von Paul Maar entgehen. Die Sprachmelodie in seinen Geschichten, der Humor, die ausdifferenzierten Charaktere, die witzigen Illustrationen, die mutmachenden Themen und die Mischung aus Fantastik und Realität begeistern mich jedes Mal aufs Neue.

Das nun erschienene Vorlesebuch Der kleine Troll Tojok enthält drei Geschichten über einen wieder einmal sehr sympathischen Kinderbuchhelden. Zwei davon gab es bereits 2019 in der Reihe LeseStarter im Oetinger Verlag mit etwas anderem Konzept, eine kam neu hinzu.

Was hat grüne Haare und lange spitze Ohren?
Tojok
, der trotz grüner Haare, langer spitzer Ohren und fehlender Schweinsnase eine entfernte äußere Ähnlichkeit mit dem Sams hat, ist ein kleiner, absolut liebenswerter Trolljunge und bestens geeignet als Identifikationsfigur für Kinder. Er lebt mit seinen Eltern ganz hinten im tiefen Wald in einem kleinen Trollhaus. Am liebsten verbringt er Zeit mit dem Wildkater Mommo. Ein Glück, dass Trolle die Sprache der Tiere verstehen, denn so können die beiden Freunde wunderbar zusammen spielen.

Jede der drei Geschichten ist in mehrere Kapitel untergliedert und erzählt ein kindgerechtes kleines Abenteuer.

Was gibt’s zum Abendessen?
In der ersten Geschichte hilft Tojok seiner Mutter bereitwillig beim Hausputz und darf sich dafür ein Abendessen wünschen. Weil ihm nichts einfällt, fragt er die Waldtiere nach ihren Lieblingsspeisen. Als ihm ihre Tipps nicht weiterhelfen, hat Mommo den rettenden Einfall.

Die Reise zum verborgenen Tal
Die Trollmutter muss in der zweiten Geschichte erst überzeugt werden, damit die Freunde die abenteuerliche Wanderung zum verborgenen Tal antreten und der Einladung des Trollmädchens Smilla und ihrer Katze Mimi folgen können. Gemeinsam meistern sie die Herausforderungen und besonders für Tojok lohnt sich der Ausflug.

Der geheimnisvolle Einbrecher
Kriminalistisch, spannend und ein klein wenig gruselig geht es in der letzten Geschichte zu, denn es gilt, einen Apfel- und Kuchendieb zu stellen. Ein Glück, dass Tojok und Mommo nicht nur unerschrocken, sondern auch schlau sind.

Eine dicke Vorlese-Empfehlung
Der Oetinger Verlag empfiehlt diese überaus charmanten Geschichten zum Vorlesen für Mädchen und Jungen ab fünf Jahren, dank der vielen bunten Illustrationen von Paul Maar selbst auf nahezu jeder Seite und der kurzen Kapitel passen die Abenteuer aber auch schon für aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer ab vier. In üblicher Paul-Maar-Manier wird gesungen und gereimt und es gibt jede Menge Grund zu lachen über lustige Missverständnisse, den frechen Raben, den Buchstabensalat des kleinen Bären Bobo, den ulkigen Sprachfehler des Affen Schimpa oder Tojoks fantasievolles Dolmetschen zwischen Katze und Hund. Im Hintergrund stehen jedoch durchaus ernste Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Eifersucht, Mut, sympathische und weniger sympathische Waldbewohner und sogar das erste kleine Verliebtsein.

Paul Maar auf der Frankfurter Buchmesse 2018 mit seinem Buch „Snuffi Hartenstein“. © B. Busch


Paul Maar: Der kleine Troll Tojok. Oetinger 2021

www.oetinger.de

 

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