Gunilla Linn Persson: Heimwärts über das Eis

Standvögel und Zugvögel

Bücher, die in der Welt der skandinavischen Inseln und Schären spielen, haben grundsätzlich einen Bonus bei mir, denn Gotland, Åland und ihre Umgebung sind so etwas wie Sehnsuchtsorte für mich. Ellinor Ingman, die 55-jährige Protagonistin in Gunilla Linn Perssons Roman Heimwärts über das Eis sieht das zumindest zu Beginn der Geschichte anders. Für sie ist Hustrun, die vier Quadratkilometer große Schäre im nördlichen Stockholmer Schärengarten, die sie nur einmal im Jahr für einen Kurzausflug nach Stockholm verlässt, eher Gefängnis als Paradies. Gefängniswärter ist ihr alter Vater, der nach einem Unfall seine Beine nicht mehr gebrauchen kann, und der von seiner „Kommandobrücke“ im oberen Stock ihres Hauses tyrannisch über die Tochter herrscht. Begonnen hat es damit, dass Ellinors dreijähriger Bruder ertrank und die Mutter kurz darauf Selbstmord beging, nachdem sie als schöne Fremde nicht mit den Inselbewohnern und dem Dasein als Schärenweib zurechtkam. Die Steine, die sie sich um die Knöchel gebunden hat, bevor sie ins Meer ging, hängen seit ihrem elften Lebensjahr auch an Ellinors Beinen. Sie versorgt ihren Vater, ihre Tiere, ihren offiziellen und ihren verborgenen Garten, kümmert sich um die Kinder der Touristen, fährt das Schärentaxi und hinkt durch das mühsame Schärenleben ohne Stromanschluss.

Doch nun, im März 2013, kehrt Herman Engström nach 35 Jahren zurück nach Hustrun. Er ist im Gegensatz zum Standvogel Ellinor ein Zugvogel, geboren auf Hustrun und als junger Mann von dort weggegangen. Er lebt an der Eisorgelküste in Labrador und reist als Vogelmaler durch die Welt. Jetzt will er nach dem Tod seines Vaters den Besitz verkaufen. Seine Familie ist seit einem Unglück im Jahr 1914, bei dem sieben Jugendliche in einer Orkannacht auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung auf dem Eis ums Leben kamen, geächtet. Werner Engström, der Älteste der Toten, soll dafür verantwortlich sein. Der Verlust ihrer Jugend und ihrer Hoffnung hat bei den Inselbewohnern „die ewigen Inselfehden in Gang gesetzt und den Grundstein für Neid, Misstrauen Gier und Hass gelegt“. Herman Engström und Ellinor Ingman waren deshalb so etwas wie Romeo und Julia, als sie als Jugendliche ein Paar wurden, dazu belastet mit dem eifersüchtigen Vater, der die Tochter nicht verlieren wollte.

Zu Hermans Erstaunen scheint Ellinor sich jedoch nicht an die gemeinsame Vergangenheit zu erinnern. Was ist damals nach seinem Weggang wirklich passiert? Warum hinkt Ellinor? Welches traumatische Erlebnis hat zu dieser Amnesie geführt? Welche Rolle spielte ihr Vater?

Als besonders stark habe ich die Passagen über das Unglück von 1914 empfunden. Die detaillierte Beschreibungen der Jugendlichen, des Ablaufs der Tragödie und der zur Untätigkeit verdammten Angehörigen gingen mir sehr unter die Haut. Ebenso eindringlich sind die Schilderungen des Schärenlebens, der Natur und der Gedanken und des Alltags von Ellinor, die deshalb so glaubhaft sind, weil die Autorin selbst lange Zeit auf einer Schäre gelebt hat. Wenig haben die Schilderungen mit den Idealvorstellungen von  Touristen gemein, doch vermittelt der dichte, ruhige Erzählstil trotzdem sehr viel Poesie. Erst an dritter Stelle steht für mich die Liebesgeschichte, auch wenn sie Spannung in den Roman bringt und anrührt.

Auch ohne „Schärenbonus“ ist dieser Roman absolut empfehlenswert, allerdings sollte man schon etwas Liebe zur skandinavischen Inselwelt mitbringen.

Gunilla Linn Persson: Heimwärts über das Eis. Insel 2016
www.suhrkamp.de

Eduard von Keyserling: Wellen

Sommertage an der Ostsee

Klaus Modicks biografischer Roman Keyserlings Geheimnis hat in mir den Wunsch geweckt, ein Buch dieses bisweilen als „baltischer Fontane“ titulierten Autors zu lesen. Wellen, erstmals 1911 erschienen, war eine wirkliche Entdeckung für mich. Der kleine, von Ironie durchzogene Roman, der während einiger Sommertag an der Ostsee spielt, konfrontiert die erstarrte Adelsgesellschaft der Jahrhundertwende mit der wilden Unberechenbarkeit des Meeres.

Neben den hier ansässigen Fischern tummeln sich auch in diesem Sommer die Feriengäste. Die lebenskluge alte Generalswitwe von Palikow hat ihre Familie im Bullenkrug um sich versammelt: ihre bornierte Tochter Baronin Bella von Buttlär, ihren Schwiegersohn und Gutsherrn, der vor der häuslichen Enge gerne in Berlin das Abenteuer sucht, ihre soeben erwachsen gewordenen, schwärmerischen Enkelinnen Lolo und Nini, den 15-jährigen Enkel Wedig und Lolos Verlobten, den Leutnant Hilmar von der Hamm. In unmittelbarer Nachbarschaft hat sich zum Entsetzen Bellas das frischverheiratete Ehepaar Grill einquartiert. Hans Grill ist Maler, dem es nicht gelingen will, das Meer auf seine Leinwand zu bannen, sie die atemberaubend schöne ehemalige Gräfin Doralice Köhne-Jasky, die wegen Hans vor einem Jahr aus der Ehe mit dem alten Grafen geflohen ist. Die Neuvermählten ringen darum, einen Modus für ihr Alltagsleben zu finden, Doralice leidet unter den gekappten Fäden zu ihrer Vergangenheit, der Ächtung durch ihre Standesgenossen und unter der von Hans so gepriesenen Freiheit, die für sie nach Einsamkeit klingt. Last but not least ist auch der bucklige Geheimrat Knospelius anwesend, dem nichts entgeht, der fein seine Fäden spinnt und mit einem Fest zu seinem Geburtstag alle zusammenbringt.

Mag die Handlung auch nicht spektakulär sein, so ist es doch die Art, wie Eduard von Keyserling sie erzählt. Jede seiner Figuren ist sehr deutlich gezeichnet, in jede scheint sich der Autor hineinversetzen zu können, besonders in die Frauen. Die kühle, klarsichtige Generalin, die alle und alles durchschaut und auf den Punkt bringt, hat es mir besonders angetan. Mal weist sie ihre spießige Tochter zurecht, die neben Doralice nicht atmen zu können glaubt („Sie wird das Meer nicht unrein machen, wenn sie darin badet.“), mal liest sie der verzagten Doralice die Leviten („Nun ja, Sie sind Ihrem alten Grafen davongelaufen. Das muss man nicht tun, schon wegen der Moral, aber es war eine dumme Heirat, und Sie haben sich von Ihrem Maler entführen lassen, nun gut. Aber jetzt, meine Liebe, ist es doch genug, man kann sich doch nicht immerfort entführen lassen.“) und verfolgt, wie vom pubertierenden Wedig bis zum gestandenen Familienvater alle Herren und jungen Mädchen den Reizen Doralices erliegen.

Ein neuer klassischer Autor für mich und ganz bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von ihm gelesen habe!

Eduard von Keyserling: Wellen. dtv 2016
www.dtv.de

Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung

Sprung ins Ungewisse

Zum Glück gibt es sie noch: mutige Menschen, die trotz aller Untergangsszenarien eine unabhängige Buchhandlung eröffnen. Petra und Oliver Hartlieb gehören zu denen, die diese fast schon skurril anmutende Idee in die Tat umgesetzt haben. 2004 übernahmen sie in der Währinger Straße in Wien eine 40 qm große insolvente Traditionsbuchhandlung mehr oder weniger aus einer Laune heraus. Wie es dazu kam und was daraus wurde erzählt Petra Hartlieb in ihrem mit leichter Hand geschriebenen kleinen Roman Meine wundervolle Buchhandlung. Aufgegeben hat die vierköpfige Familie dafür ein „Latte-Macchiato-Leben in Hamburg“ mit Oliver Hartliebs gut bezahltem Managerjob bei einem großen deutschen Verlag und Petra Hartliebs Halbtagsstelle als Literaturkritikerin mit freier Zeiteinteilung.

Sehr anschaulich, humorvoll und ehrlich berichtet die Autorin über Panikattacken angesichts von Krediten, 15-Stunden-Tagen und 60-Stunden-Wochen, von Umbauarbeiten im Laden und in der darüberliegenden Wohnung, von Umsatzplanung und Businessplänen, Sortimentsaufbau, Büchertischen, dem alljährlichen Weihnachtswahnsinn, Messe- und Vertreterbesuchen, EDV-Chaos, vom Umgang mit sozialen Netzwerken und Amazon und der ungewohnten Rolle als Chefin. Wie sie nebenher noch die Zeit findet, immer wieder eigene Bücher zu veröffentlichen, erscheint angesichts der Anforderungen in „Hartliebs Bücher“ nahezu märchenhaft.

Dass aus dem Sprung ins kalte Wasser heute eine Erfolgsgeschichte geworden ist – die ursprüngliche Fläche wurde auf 60 qm vergrößert und eine Filiale mit französisch-italienischem Schwerpunkt eröffnet – liegt nicht nur an der beeindruckenden Hilfsbereitschaft von Freunden und Bekannten, der guten Vernetzung des Paares in der Buchbranche und ihrem glücklichen Umgang mit Angestellten und Kunden. Vor allem liegt es am Herzblut und an ihrer Begeisterungsfähigkeit für das oft totgesagte Medium Buch, die ihnen von der ersten Stunde an eine beneidenswert große Kundenschar beschert haben.

Für mich als Fachfrau war es sowohl interessant als auch amüsant zu lesen, wie die Hartliebs viele mir nur allzu gut bekannte Situationen meistern, und ich werde es meinen Buchhandels-Azubis in Zukunft zur Lektüre unbedingt empfehlen. Genauso gut eignet sich das Buch aber für buchhandelsinteressierte Laien, die einen Blick hinter die Ladentheke werfen möchten. Dabei werden sie wahrscheinlich verwundert feststellen, dass die Liebe zum Buch nur eine von vielen Schlüsselqualifikationen für Buchhändler ist, denn gleichzeitig sollte man Marketingexperte, Grafiker, Controller, Webdesigner, Veranstaltungsprofi, Verpackungskünstler, Psychotherapeut und vieles andere mehr sein.

2017 wurde die Buchhandlung „Hartliebs Bücher“ als eine von fünf österreichischen Buchhandlungen mit dem österreichischen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung. DuMont 2014
www.dumont-buchverlag.de

Walko: Hase und Holunderbär – Auf den Spuren des dicken Bumbu

Geheimnisvolle Fußspuren

Wer hinterlässt Fußabdrücke wie Gruben auf der Hasenheide? Die Freunde Hase und Holunderbär folgen den Spuren in einer Mischung aus Neugier und Angst und treffen viele Tiere, die Hinweise auf den Verursacher geben können: Er ist hoch wie ein Baum, hat Beine so dick wie Baumstämme, riesige Zähne, Segelohren und faltige Haut und hinterlässt riesige stinkende Hügel. Es wird doch nicht das legendäre Heidemonster, das fürchterliche Ungeheuer sein? Mutig gehen Hase und Holunderbär dem Geheimnis auf den Grund, von vielen Bewohnern der Hasenheide mit wertvollen Hinweisen unterstützt. Und so heißt es bald: „Wer hätte gedacht, dass ein Tag, der so gefährlich begonnen hatte, so fröhlich enden würde?“

Der Autor und Illustrator Walko hat mit Hase und Holunderbär – Auf den Spuren des dicken Bumbu ein Abenteuer um die beiden Freunde Hase, genannt Freund Ritter wegen seines Ritterhelms, und Holunderbär für Erstleser aufbereitet. Die 47 Seiten umfassende Geschichte ist groß gedruckt und in teilweise kürzeren Zeilen im Flattersatz gesetzt. Allerdings sind die Satzstrukturen zum Teil komplex und die Absätze schon etwas länger als bei ganz einfachen Leseanfänger-Büchern, pro Seiten gibt es bis zu 16 Zeilen Text und das Buch ist nicht in Kapitel unterteilt, so dass ich es eher für Jungen und Mädchen ab der zweiten Klasse empfehlen würde.

Auf großen, farbigen Bildern auf jeder Seite, die sehr gut zum Text passen, lassen sich zahlreiche zusätzliche, oft witzige Details entdecken. Ein Highlight sind dabei für mich das Mäusedorf aus Kürbissen und die geruchsgeplagten Maulwürfe mit ihren Nasenklammern. Zudem lädt dieser Band der Reihe die kleinen Zuhörer ab fünf Jahren, Erstleser und die erwachsenen Vorleser zum Miträtseln ein und macht deshalb besonders viel Spaß.

Walko: Hase und Holunderbär – Auf den Spuren des dicken Bumbu. arsedition 2018
www.arsedition.de

Ernest van der Kwast: Mama Tandoori

Keine Rache?

Seine Romane Fünf Viertelstunden bis zum Meer und Die Eismacher mochte ich sehr, deshalb habe ich mich auf das neue Buch des in Bombay geborenen Niederländers Ernest van der Kwast gefreut. Erste Enttäuschung: Es ist nur auf dem deutschen Buchmarkt neu, das niederländische Original erschien bereits 2010. Versöhnt hat mich aber sogleich das knallbunte Cover mit den Chilischoten und ich war gespannt auf diese autobiografische Geschichte.

Es beginnt überaus witzig, immer wieder musste ich hell auflachen über die Art, wie Ernest van der Kwast vor allem seine aus Indien stammende Mutter beschreibt, die 1969 als Krankenschwester in die Niederlande kam, eigentlich nur kurz bleiben wollte und dann aus Mitleid seinen Vater geheiratet hat. Wie sie überall lautstark um den Preis feilscht, von Sonderangeboten magisch angezogen wird und alles kauft, was reduziert ist, wie sie Sperrmüll hortet und stets mit ihrem ganzen Hausrat verreist, das alles war äußerst amüsant zu lesen. Aber nach einiger Zeit stellte sich bei mir ein Gefühl des Unbehagens ein. Darf man als Sohn beschreiben, wie die Mutter mit dem Nudelholz auf Ehemann, Makler und Söhne einprügelt, in Hotels Handtücher, Bettwäsche und Wandschmuck mitgehen lässt und den Vater, einen weltweit renommierten Prostataforscher und totalen Pantoffelhelden, ohne Unterlass beleidigt?

Dabei erschließt sich im Laufe des Romans so manches über die Gründe für das Verhalten der Mutter aus ihrer Biografie: „Armut, Krieg, neun ältere Geschwister haben mehr als nur einen Kratzer im Charakter meiner Mutter hinterlassen.“  Ihr ältester Sohn und Augenstern Ashirwad ist nach einer Erkrankung im Kleinkindalter geistig behindert. Besessen von Hoffnung, wartet sie auf das Wunder der Heilung. Als der zweite Sohn Johan eine Muslimin heiratet und Ernest sein Studium der Wirtschaftswissenschaften zugunsten einer Karriere als Schriftsteller aufgibt, war „alles umsonst“: „Sie wollte mich nicht mehr sehen. Sie schämte sich, einen Schriftsteller als Sohn zu haben, und sie schämt sich noch heute. Dieses Buch ist keine Rache.“ Wirklich nicht? Tief getroffen hat Ernest van der Kwast verständlicherweise auch, dass die Mutter seinen Sohn, ihr erstes Enkelkind, nicht kennenlernen möchte.

Einzig im letzten Teil des Buches habe ich ein klein wenig Zuneigung des Autors zu seiner peinlichen, verbitterten Mutter gespürt. Er unternimmt eine Reise nach Indien, lernt in zwei seiner Tanten die „milde“ und die „schwierige Version“ seiner Mutter kennen und erfährt, wie sehr das Schreiben über ihre Person sie ängstigt: „Ich frage vorsichtig nach den frühen Jahren meiner Mutter, nach dem dunklen Fleck in ihrem Leben. ‹Ist es für dein Buch? ›, fragte Tante Jasleen. ‹Vielleicht. › ‹Deine Mutter ist sehr wütend. Sie tut kein Auge mehr zu. Sie sagt, du machst sie in deinem Buch lächerlich.› ‹Es ist Fiktion.›“

Insgesamt lässt mich dieser Roman unsicher zurück und es fällt mir sehr schwer, ein Urteil zu fällen. Die Geschichten über die indischen Tanten und den Bollywood-Onkel haben mir gefallen, auch die über Onkel Herbert, das schwarze Schaf der Familie van der Kwast, war sehr unterhaltsam. Ernest van der Kwast kann zweifellos amüsant und pointiert schreiben, aber Teile des Buches lesen sich für mich trotz aller Komik wie eine bittere Abrechnung, auch wenn nie klar wird, was davon Wahrheit, was Fiktion und was gar Satire ist.

Ernest van der Kwast: Mama Tandoori. btb 2018
www.randomhouse.de

Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis

Unverhofftes Wiedersehen

Eduard von Keyserling (1855-1918), baltischer Graf, Dandy und Dichter, ist heute als deutscher Schriftsteller des Impressionismus eher ein Geheimtipp. Sein Porträt, gemalt von Lovis Corinth, das in der Münchner Neuen Pinakothek hängt, dürfte dagegen vielen bekannt sein. Keyserling war, als Corinth ihn bei einer gemeinsamen Sommerfrische am Starnberger See im Sommer 1901 malte, 46 Jahre alt und von der Syphilis bereits schwer gezeichnet, doch in den Augen des Malers durch das Geheimnis um seine Vergangenheit interessant. Was Corinth dem Grafen nicht entlocken konnte, enthüllt Klaus Modick in seiner teils fiktiven Künstlerbiografie Keyserlings Geheimnis: den Dorpater Skandal, den Wendepunkt in Keyserlings Leben.

Sicher ist, dass Keyserling seinen Studienort Dorpat 1877 fluchtartig verlassen musste, sein Studium der Rechtswissenschaften unbeendet ließ und in der baltischen Heimat zum gesellschaftlichen Außenseiter erklärt wurde. Nun, 23 Jahre später und nach einer schicksalhaften Begegnung bei einem Konzertbesuch, denkt er an die Dorpater Zeit zurück, an den Skandal, an die anschließenden Studienjahre in Wien, in denen er sich der Philosophie, der Kunstgeschichte und den Frauen widmete. Er lässt die Jahre 1890 bis 1894 revuepassieren, als er ohne jeden Hang und ohne Begabung zur Landwirtschaft und Gutsverwaltung in Vertretung seines älteren Bruders die Geschicke auf Schloss Paddern leiten musste, und denkt an sein Leben in der Schwabinger Bohème, das er nun endlich führen kann, ein Dasein im Müßiggang und ohne das Korsett seines Standes.

Das Besondere an Klaus Modicks Roman ist für mich nicht, dass er den Dorpater Skandal mit Leben füllt, obwohl er dies sehr geschickt und glaubhaft erzählt. Die Besonderheit liegt vielmehr darin, wie atmosphärisch er über die verschiedenen Stationen in Keyserlings Leben berichtet: vom Studentendasein in Dorpat mit den Studentenverbindungen und starren Konventionen, vom Leben auf Schloss Paddern und dem im Niedergang begriffenen baltischen Landadel, von den schon deutlich unkonventionelleren Jahren in Wien kurz vor der Jahrhundertwende und vom Schwabinger Künstlerleben mit den Freunden Max Halbe, Lovis Corinth und dem schwierigen Frank Wedekind. Jede Zeit hat ihre eigene Stimmung und der Spannungsbogen bleibt dank des Dorpater Geheimnisses bis zum Schluss erhalten. Lediglich ein paar Jahreszahlen mehr hätte ich mir zur Orientierung gewünscht.

Der Sprecher Detlef Bierstedt liest den glücklicherweise ungekürzten Roman auf sechs CDs in 400 Minuten mit seiner sehr angenehmen Stimme, die manchem als Synchronstimme von George Clooney bekannt sein dürfte. Er interpretiert den Text angemessen langsam und unaufgeregt und bringt sowohl die Melancholie als auch die feine Ironie hervorragend zur Geltung. Ohne die Stimme allzu sehr zu verstellen, gibt er jedem der Protagonisten eine eigene Note, dem sinnierenden Keyserling genauso wie dem exzentrischen Wedekind, dem polternden Max Halbe oder dem neugierigen Corinth. Gut gefallen haben mir auch die wenigen Sätze in baltischer Mundart, obwohl ich deren Qualität nicht fachmännisch beurteilen kann.

Sollte es Klaus Modicks Absicht gewesen sein, zur Lektüre von Keyserlings Werken anzuregen, so war er damit zumindest bei mir erfolgreich: Wellen (1911) liegt zur baldigen Lektüre bereit.

Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis. Sprecher: Detlef Bierstedt. Audiobuch 2018
www.audiobuch.com

Jens Rosteck: Marguerite Duras

„Das Meer betrachten heißt alles sehen“ (Marguerite Duras)

Es ist mehr als 25 Jahre her, dass ich Der Liebhaber und Hiroshima mon amour gelesen habe. Sie sind mir jedoch so nachhaltig im Gedächtnis geblieben, dass mich die neu erschienene Biografie Marguerite Duras – Die Schwester der Meere des promovierten Musikologen und Literaturwissenschaftlers Jens Rosteck sofort interessiert hat.

Den Rahmen für diese nicht durchgehend chronologisch angelegte Lebensgeschichte bildet Marguerite Duras letzte Liebe zu einem etwa 40 Jahre jüngeren Bretonen, dem homosexuellen „Miniatur-Intellektuellen“ Yann Andréa. Er wurde im Sommer 1980 vom glühenden Bewunderer zum Mann an ihrer Seite, Fahrer, Sekretär, Vertrauten, Hausmädchen, Krankenpfleger und Darsteller in ihren Filmen. Er begleitete die vollkommen dem Alkohol verfallene, berühmte und doch einsame Frau durch 16 rauschhaft-produktive Jahre, mehrere Entziehungskuren und Operationen mit selbstloser Hingabe und zerbrach nach ihrem Tod 1996 an seiner Trauer.

Der für mich großartigste Teil dieser sehr akribisch recherchierten Biografie ist das erste Drittel mit der Kindheit und Jugend Marguerite Donnadieus, wie sie damals noch hieß, als drittes Kind eines französischen Lehrerehepaars in Französisch-Indochina, heute Vietnam, Laos und Kambodscha. 1914 in Saigon geboren, wuchs sie als weiße Außenseiterin in der asiatischen Kolonie auf, verwöhnt von unterwürfigen Dienstboten und dem Dschungel als Spielplatz. Trotz des frühen Todes ihres Vaters 1921 und des folgenden sozialen Abstiegs konnte Marguerite ihr Abitur in Saigon ablegen. Auf den Fahrten ins Pensionat kam es zu der schicksalhaften Begegnung dem jungen Chinesen, die sie ihr schriftstellerisches Leben lang nicht mehr losließ und in ihrem größten Romanerfolg Der Liebhaber (1984) gipfelte. Jens Rosteck greift diesen Stoff immer wieder an vielen Stellen in seiner Biografie auf, spürt Wahrheit und Mythos nach und macht neugierig auf ein erneutes Lesen.

Obwohl sie Frankreich kaum kannte, fasste Marguerite nach dem Schulabschluss schnell in Paris Fuß, studierte Ökonomie, startete ihre schriftstellerische Karriere, heiratete Robert Anselme, mit dem sie eine freie Ehe führte, ab 1942 in einer ménage à trois mit Dionys Mascolo, verlor ein Kind von Anselme und trat ab 1943/44 einer Résistance-Zelle um François Mitterand bei. Nach der Rückkehr ihres Mannes aus KZ-Haft ließ sie sich scheiden, hielt das Dreieck aber aufrecht und bekam 1947 einen Sohn von Dionys. Nach einem kurzen Zwischenspiel in der kommunistischen Partei etablierte sich Marguerite Duras, wie sie sich seit 1943 nannte, als Journalistin und gefragte Kommentatorin des Zeitgeistes, als ernstzunehmende Schriftstellerin, als Protagonistin der Frauenbewegung, als Drehbuchautorin und als Regisseurin ihrer eigenen Filme. Ihr Markenzeichen waren gezielte Tabubrüche, wechselnde Männer und bewusste Schamlosigkeit, ihre Hauptthemen die Fragilität von Paarbeziehungen, Sexualität, Gewalt zwischen Männern und Frauen, Alkoholsucht und Monotonie.

Sehr gut gelungen ist Jens Rostecks Idee des Meeresbezugs. Nicht nur gibt es in Marguerite Duras schriftstellerischem und filmischem Werk eine erstaunliche Zahl ozeanischer Titel, auch ihr bewegtes Leben lässt viele bildliche Parallelen zu.

Sicher hätte ich noch mehr von dieser Biografie gehabt, wenn ich mich in Marguerite Duras Werk besser auskennen würde. Da ich vor allem ihre Filme überhaupt nicht kenne, habe ich von diesen Kapiteln weniger profitiert. Zwei Dinge hätte ich mir außerdem gewünscht: Bildunterschriften zu den wenigen Schwarz-Weiß-Fotos, deren Motive sich nur im Fließtext erahnen lassen, und einen kurzen Überblick über die Lebensdaten im ansonsten sehr ausführlichen Anhang mit Werk- und Quellenverzeichnis.

Wer sich über Frankreichs asiatische Kolonien, über die Kriegs- und Nachkriegszeit unseres Nachbarlandes und vor allem über eine der schillerndsten Vertreterinnen der neueren französischen Literatur unterhaltsam und fundiert informieren möchte, dem kann ich diese Biografie sehr empfehlen.

Jens Rosteck: Marguerite Duras. mare 2018
www.mare.de

Andreas Föhr: Karwoche

Saukomisch und einfach klasse

Der Einstieg in diesen dritten Tegernsee-Krimi von Andreas Föhr nach dem erschreckenden Prolog ist wahrlich rasant: Am Gründonnerstag 2010 fährt Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner mit 150 Stundenkilometer ein Autorennen gegen den LKW seines Kumpels vom Achensee zum Tegernsee. Pech nur, dass er dabei fast mit seinem entgegenkommenden Kollegen Kriminalhauptkommissar Clemens Wallner und dessen Freundin Vera auf dem Weg in den Urlaub kollidiert wäre. Um abzulenken, inszeniert Kreuthner eine Fahrzeugkontrolle und entdeckt im LKW des Freundes eine Leiche, die Ex-Schauspielerin und nach einem Unfall vor zwölf Jahre schwer entstellte Hanna Lohwerk. Bei einer Hausdurchsuchung des Opfers findet die eilends gegründete SoKo Fotos eines anderen Verbrechens: Am 25.12.2009 kam auf dem Anwesen des Schauspielerehepaars Katharina und Dieter Millruth über dem Schliersee die 20-jährige Tochter Leni durch einen Schrotschuss zu Tode. Der Täter wurde dank eines Geständnisses schnell ermittelt, das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Doch mit den Fotos stellt sich das Geschehen plötzlich in neuem Licht dar und die zeitlichen Angaben der Familie Millruth sind nicht mehr zu halten. Wer hat damals wirklich geschossen und warum?

Während die SoKo unter Leitung von Wallners Stellvertreter Mike Hanke ihre Arbeit aufnimmt, kann sich der Kontrollfreak Wallner trotz seines Urlaubs nicht aus den Ermittlungen heraushalten. Und Fragen gibt es genug: Was geschah wirklich an Weihnachten im Hause Millruth, als die Eltern, die beiden Söhne Adrian und Henry, das Nesthäkchen Leni, der Onkel Wolfgang und die neue Freundin von Henry, Jennifer Loibl, angeblich so harmonisch versammelt waren? Welche Verbindung gab es zwischen Hanna Lohwerk und der Schauspielerfamilie? Warum kommt nach vielen Jahren auf einmal das ehemalige rumänische Au-pair der Familie Millruth, Sofia Popescu, zu Besuch und verschwindet spurlos? In welchem Kontakt standen Hanna, Sofia und Jennifer? Und welche Rolle spielt Lenis rosa Plüschlamm, das sie Sofia zum Abschied geschenkt hat?

Wenn ich wieder einmal herzhaft lachen möchte, greife ich zu den Krimis von Andreas Föhr, dessen bayerischen Humor ich einfach saukomisch finde. Wenn der bei Licht betrachtet natürlich inakzeptable Kreuthner zu seinen Alleingängen startet, ermittelt, „dass es die Herrn Kriminaler schwindlig wird“, sich in unmögliche Situationen hinein- und wieder hinausmanövriert, habe ich einen Heidenspaß. Wallner dagegen ist ein ernsthaft und sorgfältig ermittelnder Polizist, sympathisch, verantwortungsbewusst im Beruf und im Privatleben gegenüber seinem Großvater Manfred und seiner Freundin Vera, auch wenn er mit seinem Kontrollbedürfnis wieder das ein oder andere Mal übers Ziel hinausschießt.

Die perfekte Mischung aus durchgehender Spannung in einem logisch aufgebauten Kriminalfall, wohldosiertem Lokalkolorit und Dialekt, derbem, teils skurrilem Humor und Wallners Privatleben ist für mich gute Unterhaltung pur.

Andreas Föhr: Karwoche. Knaur 2013
www.droemer-knaur.de

Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern

Geheimnisvolle Île de Porquerolles

Nach Tödlicher Lavendel, Schwarzer Lavendel und Gefährlicher Lavendel war ich sehr gespannt, welches Adjektiv die im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze im vierten Band der provenzalischen Krimireihe von Remy Eyssen schmücken würde, doch mit Das Grab unter Zedern rückt dieses Mal eine andere botanische Gattung in den Fokus. Das bekannte Personal bleibt allerdings glücklicherweise erhalten, in erster Linie der deutsche Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter vom Krankenhaus Saint Sulpice und seine Lebenspartnerin Capitaine Isabelle Morell, stellvertretende Polizeichefin der Gendarmerie nationale von Le Lavandou. Das Duo ist nicht nur privat inzwischen ein gutes Paar, auch ihre berufliche Verbindung ist überaus erfolgreich. Die Polizistin hat die „spezielle Arbeitsweise“ Leons schätzen gelernt hat und vertraut im Gegensatz zu ihren Kollegen seinem Bauchgefühl und seinen Methoden. Umso betroffener reagieren Leon und Isabelle, als der Klinikchef ihm einen zweiten Gerichtsmediziner aus Avignon zur Disziplinierung wegen der ungewöhnlichen Vorgehensweisen zur Seite stellt. Ein Schock für den Einzelkämpfer Leon, dem Intrigen, Mobbing und Eifersüchteleien zuwider sind.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ihnen nicht. Kurz vor Beginn der Touristensaison wird der Vater der vor fünf Jahren spurlos verschwundenen zehnjährigen Amélie Simon vom Berufungsgerichtshof in Toulon in einem Wiederaufnahmeverfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der ursprünglich in einem Indizienprozess wegen Mordes verurteilte Paul Simon ist damit zum Entsetzen vieler Bürger wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft hat die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Gendarmerie nationale von Le Lavandou unter der Aufsicht der für Kapitalverbrechen zuständigen Police Juridicaire, der Kriminalpolizei von Toulon, angeordnet. Noch während sich die Kollegen von Isabelle über die ihrer Ansicht nach unnötigen neuen Ermittlungen ärgern, wird nach einem Sturm die Leiche des Besitzers eines gestrandeten Bootes gefunden, dessen natürliche Todesursache Leon vehement bestreitet. Es wird nicht der letzte Tote sein, bei dem Leon seine berüchtigte Vorliebe für ungewöhnliche Mordtheorien unter Beweis stellt. Und alle Spuren scheinen – zum Leidwesen des unter Seekrankheit leidenden Gerichtsmediziners – auf die Insel Porquerolles zu führen…

Ich bin inzwischen bekennender Fan dieser leicht zu lesenden, sehr unterhaltsamen Krimireihe mit dem sympathischen Personal und dem richtigen Mix aus Ermittlungen, Privatleben und provenzalischem Flair. Allerdings war ich dieses Mal nach 180 Seiten sicher, die Auflösung zu kennen, und behielt recht. Obwohl die Spannung darunter gelitten hat, habe ich auch die zweite Hälfte gerne gelesen und verfolgt, wie Remy Eyssen falsche Spuren gelegt, die Ermittler langsam auf die richtige Spur gebracht und am Ende sogar mehr als einen dramatischen Showdown präsentiert hat.

Trotz der Einschränkung bin ich auch beim nächsten Band garantiert wieder dabei, egal ob mit Lavendel, Zedern oder einer anderen Gattung der provenzalischen Pflanzenwelt.

Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern. Ullstein 2018
www.ullstein-buchverlage.de

Lauren Wolk: Das Jahr, in dem ich lügen lernte

Verpackung und Inhalt

Bis Betty Glengarry im Oktober 1943 in ihre Klasse kommt, ist die Schule für die elfjährige Ich-Erzählerin Annabelle ein friedlicher Ort und die Welt in Ordnung. Betty gilt als schwer erziehbar, weshalb ihre überforderte Mutter sie zu ihren Großeltern aufs Land geschickt hat. Annabelle dagegen kennt nur das harmonische Farmleben mit ihrer Großfamilie, in dem das Böse bisher keinen Platz hatte. Betty hat keineswegs die Absicht, ihre Chance auf einen Neuanfang zu nutzen, und Annabelle wird ihr erstes Opfers. Was vergleichsweise harmlos mit Bleistiftpiksen unter der Bank beginnt, wird schnell zu Erpressung und Annabelle, die um ihre jüngeren Brüder fürchtet, sieht zunächst keine andere Möglichkeit, als erstmals zu lügen. Es kommt noch schlimmer: Annabelles beste Freundin Ruth wird von einem geworfenen Stein schwer verletzt und einer ihrer Brüder kommt durch einen gespannten Draht zu Schaden, alles durch Bettys Bösartigkeit, wie Annabelle vermutet. Doch Betty, die so lieb aussehen und sich der vollen Unterstützung ihrer Großeltern sicher sein kann, beschuldigt stattdessen den Außenseiter und Sonderling Toby, der aus dem Nichts gekommen ist, in einer alten Räucherhütte haust und stets drei Gewehre über der Schulter trägt. Die Menschen im Dorf glauben jedenfalls eher einem Mädchen, das wie ein Unschuldslamm wirkt, als einem Mann mit dem wilden Aussehen eines Bösewichts und unklarer Vergangenheit. Annabelle jedoch ist fest von Tobys Unschuld überzeugt und setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Das Jugendbuch Das Jahr, in dem ich lügen lernte der US-Amerikanerin Lauren Wolk steht in diesem Jahr zurecht auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis in der Abteilung Jugendjury. Annabelle erzählt eindrucksvoll vom Ende ihrer Kindheitsidylle und wie das Böse und Brutale in ihre Welt kommt, schleichend seinen Anfang nimmt und sich über mehrere Etappen zur doppelten Tragödie steigert. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Eltern Annabelle auffangen und unterstützen, als sie sich ihnen geöffnet hat: „…doch meine Eltern waren ganz gelassen und schenkten mir von beiden Seiten Wärme…“. Zwischen ihnen fühlt sich Annabelle geborgen und „wie eine Riesin“ und fast kann sie es selbst nicht mehr verstehen, warum sie sich ihnen nicht von Anfang an anvertraut hat.

Lauren Wolk hat nicht nur die Themen Mobbing, Wahrheit und Lüge, Solidarität und Freundschaft für die Altersgruppe ab etwa zwölf Jahren sehr gut aufbereitet, sondern schildert auch die Folgen von Vorverurteilung und Krieg. Hier setzt allerdings auch meine einzige Kritik an: In der zweiten Hälfte des Buches scheinen mir die Gedanken und Handlungsweisen Annabelles und vor allem das Verhalten der Erwachsenen ihr gegenüber nicht mehr recht zu einer Elfjährigen zu passen. Ich gebe allerdings zu, dass mich das als jugendliche Leserin wahrscheinlich nicht gestört hätte.

Der Hanser Verlag hat dieses insgesamt sehr empfehlenswerte Jugendbuch mit einem vor allem farblich wunderschönen gestalteten Cover versehen. Als Besonderheit findet man die Bäume des Umschlags auf vielen Seiten im Inneren als Silhouetten wieder, was mir sehr gut gefallen hat.

Lauren Wolk: Das Jahr, in dem ich lügen lernte. Carl Hanser 2017
www.hanser-literaturverlage.de