Georges Simenon: Maigret und die junge Tote

Ein hörenswerter Klassiker der Kriminalliteratur

Kaum zu glauben, aber dieses Hörbuch mit dem legendären Kommissar Maigret war tatsächlich meine erste Begegnung mit dem weltberühmten Pariser Ermittler, allerdings sicher nicht meine letzte!

Die ungekürzte Lesung auf vier CDs mit 270 ebenso unterhaltsamen wie spannenden Hörminuten beginnt mit dem Fund der Leiche einer jungen Frau im billigen Abendkleid ohne Papiere auf der Place Vintimille unweit von Montmartre. Vor Maigret und seinem Kollegen Inspektor Janvier ist bereits Inspektor Lognon von der lokalen Polizeistation vor Ort, ein emsiger, ehrgeiziger, jedoch stets gekränkter, missmutiger Beamter, der den Spitznamen „Inspektor Griesgram“ nicht zu Unrecht trägt. Lognon ist davon überzeugt, dass die Welt sich gegen ihn verschworen hat und die Kollegen ihm die interessanten, Renommee versprechenden Fälle vor der Nase wegschnappen, und sieht sich durch das Auftauchen der Beamten vom Quai des Orfèvres voll und ganz bestätigt. Er wird sich ein Duell mit ihnen liefern, unermüdlich viele Kilometer zu Fuß zurücklegen, sich schwer erkältet die Nächte um die Ohren schlagen und trotzdem das Nachsehen haben, denn es fehlt ihm, was man auf keiner Polizeischule lernen kann: Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Intuition.

Maigret dagegen macht sich mit der ihm eigenen Ruhe, Beharrlichkeit und Gründlichkeit daran, das Mädchen zu identifizieren, unzählige Menschen aus ihrem Umfeld zu befragen und sie als Person nach und nach so detailliert kennenzulernen, dass er falsche Aussagen über sie mühelos entlarven kann und die Lösung des Falles schließlich offen vor ihm liegt.

Ich habe Gert Heidenreich sehr gerne zugehört bei diesem typischen Whodunit-Klassiker aus dem Jahr 1954, dem 45. von 75 Maigret-Romanen des Belgiers Georges Simenon (1903 – 1989), den der Diogenes Verlag 2006 als Lesung produziert hat.

Georges Simenon: Maigret und die junge Tote. Diogenes Hörbuch 2006
www.diogenes.de

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