Gerd Ruge: Unterwegs

Erfreulich uneitle Erinnerungen

Abgesehen vom ersten Kapitel über seine Jugend im Dritten Reich beschränkt sich der bedeutende Journalist und Auslandskorrespondent Gerd Ruge auf politische Erinnerungen.

Diese aber umfassen die gesamte Weltgeschichte nach 1945, denn Ruge hatte, ausgestattet mit „Neugier und gesunden Beinen“, einen untrüglichen Riecher dafür, wo auf der Welt sich etwas tat, und war vor Ort. Er berichtete 1950 aus Jugoslawien, 1953/54 aus Korea, war in Moskau während Adenauers ersten Besuchs, in den USA als die Kennedys und Martin Luther King ermordet wurden, erlebte in China den Umbruch nach Maos Tod und wieder in Moskau den Wechsel zu Gorbatschow und dessen Entmachtung.

Über all das berichtet er so engagiert, anschaulich und uneitel, dass die Lektüre für Zeitzeugen wie Nachgeborene zu einer packenden Reise durch die Welt des kalten Krieges wird.

Gerd Ruge: Unterwegs. Hanser Berlin 2013
www.hanser-literaturverlage.de

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