Huldar Breiðfjörð: Liebe Isländer

Eine Reise gegen die Langeweile

Was macht ein gelangweilter junger Isländer, der die Nase voll hat von seinem Leben, von Partys, alkoholvernebelten Wochenenden und Plänen, die nie Realität werden? Der vom grauen Himmel genauso angeödet ist wie von sich selber?

Junge Leute aus anderen Ländern würden vielleicht eine Weltreise antreten, der isländische Literaturwissenschaftlicher Breiđfjörđ begab sich vor zehn Jahren in dieser Situtation auf eine Reise um seine Insel und machte viele Abstecher in abgelegene Siedlungen und Fjorde. Er wählte dafür die Monate Januar und Februar, die für eine solche Unternehmung sicherlich ungeeignetste Zeit, und brach mit einem uralten Volvo Lappländer auf, in dem er – obwohl eher von zimperlicher Natur – manchmal sogar übernachtete.

Sein Reisebericht ist kein Islandführer geworden. Vielmehr erzählt er von seinen alltäglichen Problemen auf eisigen Straßen, katastrophalen Wetterbedingungen, Kämpfen mit dem Wagen und in Werkstätten, seinen Bemühungen zur Selbstfindung und vor allem über seine Begegnungen mit den eigenen Landsleuten. Diese spielten sich meist in den überall vorhandenen Tankstellenkiosken ab und blieben zu seinem Bedauern äußerst wortkarg, aber „Du weißt, du bist im Grunde genauso“.

Ein Buch für alle, die auf liebevoll-ironische Art mehr über Island und vor allem über seine Bewohner erfahren möchten.

Leider bin ich mit dem Buch nicht so recht warm geworden, vielleicht weil es mir zu viel Selbstdarstellung war.

Huldar Breiðfjörð: Liebe Isländer. Aufbau 2011
www.aufbau-verlag.de

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