Ingrid Noll: Hab und Gier

Wo unrecht Gut doch gedeiht…

Alles beginnt mit einer Einladung zum Gabelfrühstück: Wolfram, pensionierter Bibliothekar und Witwer, lädt überraschend seine Ex-Kollegin Karla, eine biedere, allein und in bescheidenen Verhältnissen lebende Rentnerin, ein. Erstaunt und etwas misstrauisch, da sie Avancen befürchtet, nimmt Karla an und wird von Wolframs tatsächlichen Absichten völlig überrascht:

Der kinderlose, vermögende und todkranke Mann bietet ihr ein Viertel seines Vermögens, wenn sie seine Beerdigung organisiert und sein Grab pflegt und sogar die Hälfte, wenn sie sich bis zu seinem Tod um ihn kümmert. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, Alleinerbin zu werden – unter für Karla zunächst unglaublichen Bedingungen… Doch es locken eine Weinheimer Villa mit Garten, ein Mietshaus und ein Vermögen in unbekannter Höhe.

Wer wäre da nicht zu moralischen Zugeständnissen bereit? Karlas eingeweihte Freundin Judith, die ihrerseits ihren Ex-Freund Cord ins Vertrauen zieht, jedenfalls schon. Und so gewinnt die Handlung schnell an Fahrt, nimmt manch überraschende Wendung und lässt die Pläne des Trios zu Selbstläufern werden.

Ein teuflischer, rabenschwarz-humoriger Krimi, mit dem Ingrid Noll zu alter Stärke zurückgefunden hat und wieder einmal beweist, dass jeder zum Mörder werden kann, wenn man ihn nur genug in Versuchung führt.

Ingrid Noll: Hab und Gier. Diogenes 2014
www.diogenes.ch

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.