Keine einfachen Lösungen
Auch der dritte Teil der Ostfriesland-Krimireihe von Barbara Wendelken um die sympathischen Ermittler Renke Nordmann, Hauptkommissar im Polizeirevier von Martinsfehn, und Nola van Heerden, Oberkommissarin von der Kripo Leer, ist für mich wieder ein großer Wurf im Krimisegment. Selten passen Autorin und Leserin so perfekt zueinander wie bei dieser Serie, die inzwischen für mich die beste ist, die ich derzeit auf dem deutschen Krimimarkt kenne.
Grund dafür ist nicht alleine die jeweils sehr spannende, komplexe Krimihandlung mit ungezählten Wendungen, Einbahnstraßen und Spuren und absolut logischen Auflösungen, sondern die Fähigkeit von Barbara Wendelken, Charaktere und Orte mit wenigen Worten so detailliert zu beschreiben, dass ich sie wie in einem Film vor mir sehe. Außerdem mag ich die häufig wechselnden Perspektiven, die immer wieder ein anderes Licht auf die Geschehnisse werfen und jede zuvor aufgestellte Theorie ins Wanken bringen. Dabei ist es nur ihrem großen erzählerischen Talent zu verdanken, dass man nie die Orientierung verliert, denn scheinbar mühelos führt sie durch den Dschungel aus Spuren und Verdachtsmomenten und gönnt uns nur ab und zu eine kleine Verschnaufpause, wenn es um die ebenso spannende private Beziehung zwischen Nola und Renke geht. Auf über 500 Seiten, von denen keine verzichtbar ist, entsteht so ein absolut umfassendes Bild der Lage und trotzdem ist der Plot jedes Mal eine Überraschung.
Der aktuelle Fall Ihr einziges Kind beginnt mit einem meisterhaften erzähltechnischen Trick, denn bevor es überhaupt ein Verbrechen gibt, werden Renke und Nola wegen eines verschwundenen Säuglings in die Villa des Urologen Dr. Cord Cassjen und seiner deutlich jüngeren Frau Silvana gerufen. Es stellt sich schnell heraus, dass die unter einer postpartalen Psychose leidende, verwirrte Frau das Baby lediglich „verlegt“ hat, aber wir als Leser haben so den Ort, der bald darauf Schauplatz eines Mordes wird, bereits kennengelernt, ebenso wie das Ehepaar Cassjen, die Mutter von Cord, Spirituosenfabrikantin und reichste Frau von Martinsfehn, und ihren Lebensgefährten, den honorigen Landrat a. D.
Renke und Nola jagen im weiteren Verlauf des Krimis nicht nur einen Mörder oder Mörderin, sie suchen auch nach der verschwundenen Silvana, was ein und dasselbe sein könnte, und vor allem nach deren Baby, letzteres eine nur schwer zu ertragende Belastung.
Als Leserin habe ich um den Säugling gezittert, mit angehaltenem Atem die Mordermittlungen verfolgt, wegen der diversen Schweinereien der ach so vornehmen Familie Cassjen mit den Zähnen gekirscht, jede Menge Unschuldige verdächtigt und gehofft, dass es für Nola und Renke endlich ein gutes Ende nimmt. Am Schluss blieb nur eine Frage offen: wann in Martinsfehn das nächste Mal ermittelt wird, denn dann will ich unbedingt wieder dabei sein!
Barbara Wendelken: Ihr einziges Kind. Piper 2016
www.piper.de
Das Besondere an diesem Bilderbuch ist die Erzählperspektive: Über das Leben des jungen Mozarts erzählt nämlich Thekla, das alte Reiseklavier. Es steht verstaubt auf dem Dachboden und berichtet über die Zeit vor 200 Jahren, als es die Kinder Wolfgang und Nannerl auf ihren ersten großen Reisen begleiten durfte. Viel Spannendes hat es erlebt und erzählt davon: von den ersten Klavierversuchen des Wunderkinds, vom Besuch bei der Kaiserin Maria Theresia und den Reisen durch Europa, aber auch von den Schattenseiten der frühen Karriere, von Krankheit und Geldsorgen.
Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: der alte Griesgram MacMotz, superreicher Fabrikbesitzer und Zuckerwattehersteller, alleiniger Bewohner einer 144-Fenster-Villa, übellauniger Fiesling und meistgehasster Mensch weit und breit, und Danny, ältestes von sechs Geschwistern, die nie satt werden, Zuckerwatte hassen, eine Bruchbude mit nur vier Fenstern bewohnen, aber mit ihrem wunderbaren Vater eine tolle Familie bilden.
In seiner tragischen Novelle Die Sanfte aus dem Jahr 1876 erzählt Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 – 1881) vom Leben und Tod eines 16-jährigen Mädchens, das sich durch einen Sturz aus dem Fenster das Leben nimmt.
Leserabe heißt die Erstleserreihe aus dem Ravensburger Buchverlag und je nach Schwierigkeitsgrad sind die Bände in drei Lesestufen für die Klassen eins bis drei eingeteilt.

Sachgeschichten für Erstleser gibt es bei Dorling Kindersley in der Reihe Superleser! und der vorliegende Band Bei uns auf dem Bauernhof gehört zur ersten Lesestufe und richtet sich an Leseanfänger ab der ersten Klasse. Entsprechend sind die Zeilen und Sätze kurz und im Flattersatz gesetzt, die Seiten klar gegliedert und reich bebildert, die Wörter sind meist einfach und die Fibelschrift ist extragroß. Der Preis ist mit 5,95 EUR für ein gebundenes Erstleserbuch niedrig, zumal das Buch sogar über ein Lesebändchen verfügt.
„Bei allen sieben Winden, den Schuft werden wir finden“ ist das Motto von Penny Pepper und Ida, Marie und Flora. Im vierten Band der Reihe um die aufgeweckte Ich-Erzählerin Penny und ihre Detektiv-Freundinnen geht es in der Adventszeit ziemlich turbulent zu. Da muss geklärt werden, wohin die Schokolade aus dem Schul-Adventskalender verschwindet und vor allem, warum es keine Weihnachtsbäume gibt: In Buckendorf sind sie verschwunden, in Muckendorf wurden aus Versehen Krüppelkiefern gepflanzt, in Kluckendorf sind alle abgebrannt, auf dem Weihnachtsmarkt kommt die Lieferung der Spedition nicht an und die Bäume von Maries Opa scheinen an einer seltsamen Krankheit zu leiden. Nachdem auch noch bereits gekaufte Bäume von Balkonen verschwinden, glauben die cleveren Detektivinnen nicht mehr an einen Zufall und die Ermittlungen können beginnen… Vor lauter Aufregung kommt Penny kaum noch dazu, sich über die seltsamen Überraschungen in ihrem Adventskalender zu wundern, einen kleinen Ball, ungenießbare Lebkuchen, ein Mini-Frisbee, Kauknochen, ein quietschendes Gummihuhn, eine Bürste und ähnliche scheinbar nutzlose Dinge.