Unschlagbar mit der Käferarmee
Seit einiger Zeit bevölkern auffallend viele Insekten die Literatur, seien es im Erwachsenenbereich z. B. Laline Paulls Die Bienen oder im Jugendbuch Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul von Verena Reinhardt. Der Debütroman Käferkumpel der britischen Autorin M.G. Leonhard reiht sich in diesen Trend nahtlos ein und macht aus den Leserinnen und Lesern ab frühestens zehn Jahren nebenbei wahre Entomologen, also Käferexperten.
Alles beginnt damit, dass der Vater des 13-jährigen Darkus Cuttle, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung eines Naturhistorischen Museums, Dr. Bartholomew Cuttle, spurlos aus einem abgeschlossenen Kellerraum der Käfersammlung verschwindet. Während Darkus fest an sein Wiederauftauchen glaubt und auch sein Onkel Max, bei dem er vorläufig wohnt, mehr wütend als traurig scheint, stellt die Polizei die Nachforschungen bald ein. Zusammen mit seinen neuen Freunden, der unerschrockenen Virginia und dem Technikgenie Bertolt, macht Darkus, unterstützt von seinem Onkel Max, sich auf die Suche nach seinem Vater. Noch mehr Hilfe erhalten sie durch Baxter, den hamstergroßen Nashornkäfer, der Darkus aus dem Nachbarhaus mit den beiden skurrilen, ewig streitenden Cousins zufliegt und ihn versteht, und tausenden weiterer Käfer verschiedenster Arten, die ebenfalls dort leben. Überrascht erfährt Darkus, dass sein Vater und seine verstorbene Mutter vor seiner Geburt in der Käferforschung tätig waren und zusammen mit der jetzigen Modezarin Lucretia Cutter am geheimnisvollen Fabre-Projekt mitgearbeitet haben.
Von ihrem Basislager im Hof des Nachbarhauses aus planen die drei Freunde ihr weiteres Vorgehen. Wo ist Darkus‘ Vater? Was hat es mit dem Fabre-Projekt auf sich und mit der offensichtlich gemeingefährlichen Lucrezia Cutter? Und nicht zuletzt: Wie können die durch diese Frau bedrohten Käfer gerettet werden?
Der unglaublich spannende, stellenweise dramatische und gruselige Abenteuerroman hat mich an die Enid-Blyton-Bücher meiner eigenen Kindheit erinnert, angereichtert mit modernen Science-Fiction- und Fantasy-Anteilen. Besonderes Lob gebührt der Autorin für die gelungene Ausarbeitung der sehr verschiedenen Kindercharaktere, die für jede Leserin und jeden Leser genug Identifikationspotential bieten. Dass am Ende das Happy End vom Entkommen der Schurkin überschattet wird, lässt auf weitere Bände hoffen…
M. G. Leonard: Käferkumpel. Chicken House 2016
www.carlsen.de
Das erste Lob für diesen typischen Frauenroman gebührt der Herstellungsabteilung des Ullstein Verlags. Die Klappenbroschur im Taschenbuchformat mit der angenehmen Oberfläche liegt ausgesprochen gut in der Hand, zeigt auch nach dem Lesen nicht die sonst bei Taschenbüchern üblichen Gebrauchsspuren, ist farblich innen wie außen sehr ansprechend und spiegelt mit dem Cover den Roman gut wider – und das zu einem günstigen, aus Buchhändlersicht sogar zu niedrigen Preis.
Eine Geschichte rund um den Fall des Eisernen Vorhangs, um den Gorbatschow-Besuch in Honeckers Ost-Berlin und die Barrikadenkämpfe vor dem Weißen Haus in Moskau, das klang vielversprechend für mich. Auch das ungewöhnliche, typografielastige Cover mit den poppigen Farben orange und lila sowie der erzählende Untertitel haben mich neugierig gemacht. Was ich nicht erkannt habe: Boris Schumantskys zweiter Roman Die Trotzigen gehört zum Genre „Schelmenroman“, dem ich leider nichts abgewinnen kann. Weder Die Abenteuer des Huckleberry Finn, noch Candide, Die Abenteuer des Simplicissimus oder Die Blechtrommel konnten mich ansprechen, ihr Humor blieb mir verborgen und leider erging es mit mit Die Trotzigen nicht besser.
Nach den Bestsellern Die Kunst des klaren Denkens und Die Kunst des klugen Handelns von Rolf Dobelli gibt es jetzt Die Kunst des klugen Essens von Melanie Mühl und Diana von Kopp. Bereits das gelungene Äußere mit der frechen Illustration macht Lust auf dieses kleinformatige Hardcover aus dem Carl Hanser Verlag. Die Feuilleton-Redakteurin der FAZ, Melanie Mühl, und die Diplom-Psychologin und Mitarbeiterin der FAZ im Blog „Food Affair“, Diana von Kopp, präsentieren mit einem Augenzwinkern „42 verblüffende Ernährungswahrheiten“ in ebenso vergnüglicher wie fundierter Art und Weise.
1952 waren das Wiedergutmachungsabkommen mit Israel, die Westintegration und die Wiederbewaffnung großen Themen der deutschen Politik, von einer Aufarbeitung der Nazi-Gräueltaten konnte dagegen keine Rede sein. Nicht nur von weiten Teilen der eigenen Bevölkerung, auch von Seiten radikaler Kräfte in Israel wurden die Wiedergutmachungsleistungen der Bundesrepublik Deutschland abgelehnt. Doch der junge Staat Israel brauchte die Gelder dringend zum Aufbau seiner Infrastruktur, und so war der Mossad sehr interessiert daran, den deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer vor Anschlägen wie dem gescheiterten Paketbombenattentat vom März 1952 durch jüdische Fanatiker zu schützen.
Verschwindet ein Kind, liegt der Fokus der Medien zunächst auf der betroffenen Familie. Taucht das Kind jedoch wieder auf, stehen Opfer und Täter im Mittelpunkt des Interesses, das Verbrechen und der Prozess.
Paula & Pelle – Eiscremebunter Sommerspaß ist ein fröhlich-bunt illustriertes Kinderbuch mit einer unternehmungslustigen, einfallsreichen Protagonistin namens Paula. So ein Mädchen möchte einen sonnigen Sommersonntag natürlich nicht zu Hause verbringen sondern ins Freibad, egal was ihre Eltern und Pelle, ihr kraul- und vanillekekssüchtiger Mischling dazu meinen. Bei einem Kind wie Power-Paula ist Widerstand zwecklos und kurze Zeit später kommen die vier Ausflügler im Freibad an. Zwar dürfen Hunde nicht ins Wasser, aber wenn Pelle sich als Gummitier ausgibt, merkt doch keiner was – oder? Fast wäre es gutgegangen, doch dann droht der fiese Finn, der Schrecken der 3B, alles an den Bademeister zu verraten…
Lesedetektive heißt die Erstleserreihe aus dem Duden Verlag, bei der die beiliegenden Lesezeichen als Lösungsschlüssel für die eingestreuten Quizfragen dienen. Die Bände der Reihe sind nach Klassen unterteilt. Ich selber bevorzuge eine Einteilung in verschlüsselte Lesestufen, da man schlechten Leserinnen und Lesern so auch ein Buch für eine niedrigere Stufe in die Hand geben kann, ohne sie damit zu beschämen.
Lesedetektive heißt die Erstleserreihe aus dem Duden Verlag, bei der die beiliegenden Lesezeichen als Lösungsschlüssel für die eingestreuten Quizfragen dienen. Die Bände der Reihe sind nach Klassen unterteilt. Ich selber bevorzuge eine Einteilung in verschlüsselte Lesestufen, da man schlechten Leserinnen und Lesern so auch ein Buch für eine niedrigere Stufe in die Hand geben kann, ohne sie damit zu beschämen.