Veit Heinichen: Tod auf der Warteliste

Hinter den Kulissen einer Schönheitsklinik

Nach Bestechung, Menschenschmuggel, Ritualmorden, Rechtsextremismus u. a. in den ersten beiden Bänden der Reihe, geht es im dritten Band mit dem Triester Commissario Proteo Laurenti um den Organhandel, ein Thema, das sich von Afrika und Indien immer mehr ins arme Osteuropa verlagert. Triest, eine Stadt, die früher eher eine Randlage hatte, gerät durch seine Geografie im Dreiländereck Italien/Slowenien/Kroatien in den letzten Jahren  immer mehr in die Situation einer Schnittstelle zwischen West und Ost und wird zunehmend für das internationale Verbrechen interessant.

Im aktuellen Fall kommt der deutsche Bundeskanzler zum Treffen mit Berlusconi nach Triest. Laurenti befindet sich in einem Begleitfahrzeug, als ein junger Mann mit OP-Schürze ins Fahrzeug springt und zu Tode kommt. Die Polizei vermutet einen Osteuropäer, der Mann war kräftig und gesund. Kurz danach wird der Chefarzt der sehr exklusiven Schönheitsklinik „La Salvia“ ermordet. Hängen beide Fälle zusammen, und wenn ja, wie? Ist die Geheimniskrämerei in der Klinik wirklich nur dem promienten Patientenklientel geschuldet?

Commissario Laurenti, versöhnt mit seiner Frau, im neuen Haus und mit heimlicher Geliebter, beginnt mit seinen Ermittlungen in einem sehr spannenden Kriminalfall, in dem wie immer zahlreiche Handlungsstränge ineinander verwoben sind.

Ein empfehlenswerter Krimi, in dem mir besonders das Triester Lokalkolorit, die sarkastisch-kritischen Seitenhiebe auf das politische Klima unter Berlusconi, die Darstellung der deutsch-italienischen Beziehungen und das sensible Thema Organhandel gut gefallen haben.

Veit Heinichen: Tod auf der Warteliste. dtv 2004
www.dtv.de

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