Wiebke Eden: Die Zeit der roten Früchte

Eine Frau, die sich nicht in ein System pressen lässt

Ein Dorf bei Stettin 1939. Wenn die jüngeren Schwestern der Mutter helfen, sitzt die 20-jährige Greta lieber mit dem Vater vor dem Haus oder hilft ihm mit den Schafen. Der Vater, der schon früh Stellung gegen die neuen Machthaber bezieht, ist ihr Fels in der Brandung. Auch sonst ist Greta anders: Als sie nach einer kurzen Affäre schwanger wird, bringt sie ihr Kind lieber unehelich zur Welt, als einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt. Sie verliert ihre Anstellung in einem Ausflugslokal und wird hart mit den Zwängen der kleinbürgerlichen Moral konfrontiert. Erst als viele Männer in den Krieg ziehen, findet sie eine Anstellung als Straßenbahnschaffnerin und eine neue Liebe.

Wiebke Eden schreibt in einer reduzierten, kühlen Sprache fast ohne wörtliche Rede über eine Generation, die keine Jugend hatte. Greta bleibt weitgehend sprachlos, wenn es um ihre Gefühle geht, aber sie verfolgt mit einer beeindruckenden Hartnäckigkeit ihren Weg.

Wiebke Eden: Die Zeit der roten Früchte. Knaur 2010
www.droemer-knaur.de

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