Wenn das keine Magie ist!

Den Zwillingen Luna und Lukas aus der zweiten Klasse graut vor den Herbstferien, denn die drohen furchtbar langweilig zu werden. Doch mit dem weißen Kaninchen Muckel ihrer Freundin, das Luna zwei Wochen lang betreuen soll, zieht die Magie bei ihnen ein. Zusammen mit Muckel besuchen Luna und Lukas heimlich die Zaubershow von Faxus Abraxus und seiner Krähe Klothilde und erleben ein mehr als unheimliches Abenteuer, das aber glücklicherweise doch zu einem Happy End führt…
Muckel, das magische Kaninchen ist ein Band aus der von der Stiftung Lesen empfohlenen cbj-Reihe Erst ich ein Stück, dann du. Das wunderbare Serienlogo von Ute Krause mit den aufgefädelten Bestandteilen des Serientitels macht in doppeltem Sinn klar, worum es geht: Einerseits ist der Text ein Puzzle aus komplexen, längeren Leseabschnitten für die (erwachsenen) Leseprofis und den in Fibelschrift und Flattersatz gesetzten Einschüben mit einfachem Vokabular für Lesestarter. Andererseits schließt die Reihe wie ein Puzzlestück die Lücke zwischen dem üblichen Vorlesebuch und der Erstlektüre und vermeidet durch die Vorleseteile eine zu große Banalität der Texte. Diese von Patricia Schröder entwickelte Vorstufe des Erstlesebuchs ist ebenso einfach wie genial und unterstützt die Kinder durch abwechselnde Ruhe- und Arbeitsphasen und das gemeinsame Leseerlebnis. Sehr farbige, kindgerecht-einfache und aussagekräftige Illustrationen helfen beim Textverständnis. Und selbstverständlich machen die Bücher, die es mit zusammenhängenden Geschichten, als Themenbände mit Einzelgeschichten, als Klassikerausgaben und als Sachgeschichten gibt, auch als reine Vorlesebücher oder zum Selberlesen ab der zweiten/dritten Klasse Spaß.
Patricia Schröder: Erst ich ein Stück, dann du – Muckel, das magische Kaninchen. cbj 2016
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Der Einstieg in diesen Krimi fiel mir nicht leicht. Es ist bereits der dritte Band einer Serie um den italienischstämmigen Meraner Commissario Luciano Pavarotti und seine deutsche Bekannte Lissie von Spiegel, die ihm hobbymäßig bei seinen Ermittlungen zur Seite steht, und die Kenntnis der Vorgängerbände hätte das Verständnis deutlich einfacher gemacht. So kam ich mir manchmal vor wie Lissie, die nach einem Kopfschuss am Ende des Vorgängerbandes, ein Missgeschick Pavarottis, zu Beginn dieses dritten Bandes mit einer retrogaden Amnesie, also vollkommen ohne Erinnerung an die letzten Jahre, aus dem Krankenhaus entlassen wird. Nichtsdestotrotz möchte Lissie dem Commissario auch dieses Mal bei seinen Ermittlungen helfen, auch wenn sie nicht weiß, in welchem Verhältnis sie eigentlich zueinander stehen, und sie eigentlich auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit ist.


Als „wahres Monument der Pietät und Liebe“ bezeichnete Thomas Mann dieses Buch, das Oskar Maria Graf sein wichtigstes nannte. Was dem Titel nach aber wie eine bloße Biografie der Mutter wirkt, ist viel mehr als das: Es ist eine Familienbiografie, Autobiografie, eine Beschreibung dörflichen Lebens in Oberbayern ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Rückblicken bis ins 17. Jahrhundert und eine Chronik der politischen Ereignisse bis 1934.
Nicht der magische Realismus von Das Geisterhaus, wohl aber das bekannte erzählerische Können von Isabel Allende und Leidenschaft zeichnen diesen Roman aus.
Bei seinem Erscheinen 1929 ein Bestseller, ist der hochinteressante autobiografische Roman des schwedischen Arztes, Psychologen, Tier- und Pflanzenfreundes, Schöngeistes und Weltenbummlers zu Unrecht heute fast vergessen.
Wer lauthals lachen möchte, wird von dieser isländischen Familienkomödie der leisen Töne eher enttäuscht werden, obwohl sie mit einem absoluten Knaller beginnt: Nach jahrzehntelanger Ehe verkündet Ragnar bei der Überraschungsparty zu seinem 60. Geburtstag vor den im Wohnzimmer versteckten Gästen seiner Frau Margrét, dass er sich scheiden lassen wird. Die Ankündigung kommt ebenso unpassend wie überraschend, denn ihre Ehe war eine typische Gewohnheitsehe, in der sich beide aufeinander eingespielten Ehepartner gemütlich eingerichtet hatten, nicht ohne beständig übereinander zu jammern: sie über seinen Hang zum Chaos und seine verrückten Ideen, er über ihren krankhaften Putzwahn. Aber immerhin hat Margrét vor nicht einmal einem Jahr ihrem Mann eine Niere gespendet, da wäre eine gewisse Rücksichtnahme doch angebracht, oder? Während Ragnar und Margrét eine Woche lang verrücktspielen, versuchen die drei Kinder Eygló, Steinn und Anna, die selber jede Menge Probleme mit ihrem Privatleben haben, die Situation zu bereinigen, jeder auf seine Art…