Viel mehr als eine reine Lebensbeschreibung
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s Kind hatte es mir Winnetou angetan, später war ich fasziniert vom Schicksal der Familie Greifenklau, aber als ich Karl Mays Bücher mit 20 Jahren wieder zur Hand genommen habe, fand ich sie beinahe unlesbar.
Deshalb hat mich die Biografie des Germanistikprofessors und stellvertretenden Vorsitzenden der Karl-May-Gesellschaft, Helmut Schmiedt, die aus Anlass des 100. Todestages von Karl May am 30.03.2012 erschienen ist, sofort angesprochen. Dem „Geheimnis“ dieses Autors wollte ich auf den Grund gehen und das ist mir mit dieser gut lesbaren, ohne Pathos und mit kritischer Distanz verfassten Lebensbeschreibung, soweit dies überhaupt möglich ist, gelungen.
Schmiedt beschränkt sich nicht auf die Lebensdaten Mays, sondern schildert detailliert dessen Vorgehensweise beim Schreiben, die sowohl von einer überbordenden Fantasie, als auch von einem exzessiven und geschickten Umgang mit Quellen lebte, und mit der er lange Zeit nicht nur seine jugendlichen Leser über sich und seine Biografie täuschen konnte.
Besonders spannend sind daneben die Rezeptionsgeschichte von Mays Werken, sei es im Nationalsozialismus, in der DDR oder in der Bundesrepublik, und die Entstehung der verschiedenen Verfilmungen.
Helmut Schmiedt: Karl May oder Die Macht der Phantasie. C.H. Beck 2011
www.chbeck.de
Nach der Reichskristallnacht gelingt es der brandenburgischen Familie Finkelstein, die heimische Konditorei zu verkaufen und eine Schiffspassage ins ferne Schanghai zu ergattern. Während ihr jüdischer Vater und die evangelische Mutter das Trauma des Heimatverlustes schwer verkraften, saugt die zehnjährige Inge begierig alles Neue auf. In Schanghai angekommen, öffnet sie sich der neuen Kultur und ist magisch angezogen von der Sprache, den Schriftzeichen und dem bunten Leben auf der Straße. Zwangsläufig wird sie für die Außenkontakte der Familie zuständig und feilscht auf dem Markt mit den Händlern.
omer und ihr indischer Mann leben als junge Ärzte in San Francisco. Zu ihrem Glück fehlt nur noch ein Kind, doch mehrere Schwangerschaften scheitern und schließlich erhält Somer die niederschmetternde Nachricht, dass sie nie eigene Kinder haben wird.
Eine frühe Auszeichnung kann Ansporn oder Fluch sein. Der Physiker Michael Beard, der schon mit Ende 20 den Nobelpreis erhalten hat, ruht sich seither auf seinen Lorbeeren aus, hält hochdotierte Vorträge, leitet, obwohl ihn die Erderwärmung keineswegs interessiert, ein Institut für die Erforschung erneuerbarer Energien und verschleudert Steuergelder für ein sinnloses Windenergie-Projekt. Nebenbei wird er immer glatzköpfiger und eitler, isst und trinkt maßlos und seine fünfte Ehe steht wegen seiner zahlreichen Affären vor dem Aus.
silien war Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013 und dem Verlag Manesse verdanken wir es, dass ein Roman eines der großen Autoren Lateinamerikas des 19. Jahrhunderts, Machado de Assis (1839 – 1908), aus diesem Anlass neu übersetzt erschienen ist.
r behütetes Leben in Wien muss Elise im Jahr 1938 gegen eine Stelle als Hausmädchen in England eintauschen. Mit der Perlenkette ihrer Mutter, dem neuesten, in einer Viola versteckten Manuskript ihres Vaters und „Mrs. Beeton’s Household Management“, der Bibel jedes englischen Hausangestellten im Gepäck, reist sie nach Tyneford in Dorset, wo der freundliche Mr. Rivers sie beschäftigen will. Während Elise mühsam lernt, Fußböden zu bohnern, Silber zu polieren und Mahlzeiten stilgerecht zu servieren, verzehrt sie sich in Sorge um ihre Eltern, deren sichergeglaubtes Visum für die USA auf sich warten lässt. Doch als Kit, der Sohn des Hauses, zu Besuch kommt, scheint sich Elises Schicksal zu wenden…
Diese Liebesgeschichte ist mir sehr fremd geblieben, denn die beiden Protagonisten sind einfach zu unterschiedlich, und dem Autor gelingt es nicht, zu vermitteln, was sie verbindet. Auf der einen Seite Marina, das begnadete Klaviertalent, auf der anderen Seite Stead, der Seemann, die nach nur drei gemeinsam verbrachten verliebten Tagen jahrelang auf der ganzen Welt nacheinander suchen, ist mir als Story einfach zu weit hergeholt.
afenen Nest irgendwo in Norditalien, gibt es keinerlei Attraktionen. Die Läden schließen nach und nach, die Jungen ziehen in die Stadt und dem Friseur sterben die Kunden weg oder sie haben kaum noch Haare. Da kommt der pfiffige Priester Don Antonio auf die Idee, die alte Madonnenstatue so zu präparieren, dass sie rote Tränen weint. Der einsetzende Presserummel und der Pilgerstrom reißen das Dorf zwar aus seiner Lethargie, doch es gibt Neider und der Vatikan wird aufmerksam…
ch River hat die kanadische Autorin Donna Milner mit Der Tag, an dem Marilyn starb ihren zweiten Roman vorgelegt. Auch dieses Mal zeigt sie, welch fatale Folgen Schweigen haben kann.
eisterhaft erzählt war schon ihr Debüt