Wahlverwandtschaften oder Wie konnte es so weit kommen?
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uplatz von Uwe Timms Roman Vogelweide, der es 2013 auf die Longlist zum deutschen Buchpreis schaffte, ist die kleine Sandinsel Scharnhörn in der Elbemündung, die ausschließlich bei Ebbe per Kutsche zu erreichen ist. Dort lebt nur ein Vogelwart, Christian Eschenbach. Bis vor sechs Jahren gehörte er zum gehobenen Berliner Bürgertum, hatte eine florierende Softwarefirma und eine Luxuswohnung am Zoo, eine polnische Dauerfreundin und eine Geliebte, Anna, die Frau seines Freundes Ewald.
Während Eschenbach auf den überraschend angekündigten Besuch von Anna wartet, die ihn damals zeitgleich mit der Insolvenz seiner Firma verlassen hat, rekapituliert er sein Leben.
Vogelweide ist ein melancholischer Roman um Ehe, Treue, Partnertausch, Begierde und Moral, gekonnt in der Balance gehalten zwischen altmodisch und aktuell und in der für Uwe Timm charakteristischen Puzzlemanier erzählt, die mich als großen Timm-Fan wieder einmal zugleich gefordert und fasziniert hat.
Uwe Timm: Vogelweide. Kiepenheuer & Witsch 2013
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m große Gefühle ging es schon in seinem Kinderbuch Die besten Beerdigungen der Welt. Mit Herz Schmerz hat Ulf Nilsson zusammen mit der Illustratorin Lena Ellermann ein sensibles Buch zum Thema Liebe geschrieben, in dem die Gefühle des neunjährigen Ich-Erzählers mit allem Auf und Ab und seinen Hoffnungen und Enttäuschungen anrührend geschildert werden.
orf bei Stettin 1939. Wenn die jüngeren Schwestern der Mutter helfen, sitzt die 20-jährige Greta lieber mit dem Vater vor dem Haus oder hilft ihm mit den Schafen. Der Vater, der schon früh Stellung gegen die neuen Machthaber bezieht, ist ihr Fels in der Brandung. Auch sonst ist Greta anders: Als sie nach einer kurzen Affäre schwanger wird, bringt sie ihr Kind lieber unehelich zur Welt, als einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt. Sie verliert ihre Anstellung in einem Ausflugslokal und wird hart mit den Zwängen der kleinbürgerlichen Moral konfrontiert. Erst als viele Männer in den Krieg ziehen, findet sie eine Anstellung als Straßenbahnschaffnerin und eine neue Liebe.
dengland 1935. Es ist ein unerträglich heißer Tag. Auf dem Landsitz der Familie Tallis beobachtet die 13-jährige, fantasiebegabte und zugleich kindlich überspannte Tochter Briony ihre ältere Schwester Cecilia mit Robbie Turner, dem Sohn einer Hausangestellten, zweimal in für sie unverständlichen Situationen. Schnell hat sie ihr Urteil gefällt: Robbie ist ein Psychopath, vor dem sie Cecilia beschützen muss. Als dann am Abend im Park ein Verbrechen geschieht, ist Briony überzeugt, den Täter nicht nur zu kennen, sondern ihn auch tatsächlich gesehen zu haben. Durch ihre Aussage löst sie eine Katastrophe aus und verändert das Leben aller Beteiligten so dramatisch, dass sie selber ein Leben lang unter ihrer Schuld zu leiden hat.
pannend, klar und in kraftvollen Bildern erzählt Riccarelli von zwei toskanischen Familien vor dem Hintergrund von fast 100 Jahren italienischer Geschichte.
h wie in der italienischen Familiengeschichte
rz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich erbte Alice Herdan-Zuckmayer von ihrer Tante neben einem kostbaren Pelz, wertvollem Schmuck und schönem Silber auch eine extrem hässliche, gelbe, blinde, verwöhnte und bissige, dem Alkohol und Chanel Nr. 5 zuneigende Hündin namens Mucki. Carl Zuckmayer beschrieb sie als „Kreuzung zwischen Fledermaus, Wüstenfuchs und Warzenschwein“, Fritz Kortner nannte sie „Kanalröhre“.
è Rodoreda wurde 1909 in Barcelona geboren. Als politisch engagierte Schriftstellerin ging sie 1939 ins Exil, zuerst nach Frankreich, dann in die Schweiz. Sie starb 1983 in Romanyà de la Selva. Heute gilt sie als eine der wichtigsten katalanischen Autorinnen.
chon lange, vielleicht seit Jean-Michel Guenassias Roman
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