Es kommt nicht auf die Körpergröße an

Der erste Band dieser Reihe, Emmi & Einschwein – Einhorn kann jeder! war mein Kinderbuch-Highlight 2018, mit Emmi & Einschwein – Im Herzen ein Held! geht es nun genauso spannend, abenteuerlich und witzig weiter. Allerdings empfehle ich, den Einstiegsband zuvor zu lesen, um auch wirklich das ganze Vergnügen zu haben.
Seit Emmi wie alle Bewohner von Wichtelstadt zu ihrem zehnten Geburtstag ein Fabelwesen bekommen hat, geht es in der Familie Brix noch turbulenter zu. Ihr Einschwein hat einfach gar zu viel Blödsinn im Kopf und seine magischen Kochfähigkeiten scheinen ausbaufähig, zumindest wenn man nicht ständig „Rutschi-Matschi“ essen möchte.
Emmi hat sich nach dem ersten Schock über dieses vermeintlich peinliche Fabelwesen bestens arrangiert und ist glücklich mit ihrem Einschwein, denn es hat das Herz auf dem rechten Fleck und Langeweile ist nun ein Fremdwort! Anders jedoch Antonia, denn am Ende des ersten Bandes ist es beim Showdown in der Drachenhalle zu einer tragischen Verwechslung gekommen: Sie hat ihre liebliche Flussjungfrau Alva eingebüßt und muss sich seither mit dem ultrapeinlichen zweiköpfigen Mini-Spuckewurm Spuckizucki des fiesen Herrn Bockel herumschlagen. Ihre Stellung in der Klasse hat dadurch merklich gelitten, oder um es mit Einschweins Worten zu sagen: Ihre „Tollung“ ist weg. Klar, dass sie den Tausch unbedingt rückgängig machen will – und zwar schnell! Aber geht das überhaupt? Und wie soll man Herrn Bockel vom Rücktausch überzeugen, wo doch der Wurm offensichtlich über keinerlei Fähigkeiten verfügt? Oder hat man sie bisher nur noch nicht entdeckt? Ein Glück, dass Emmis Opa Erwin ein Fabelwesen-Experte ist, aber leider kann er nicht auf Lolita von Schnops grundlegendes Werk: „Die Kleinsten der Kleinen – Erste vollständige Liste aller Fabelwesen unter fünfzehn Zentimeter“ zurückgreifen, denn sämtliche Exemplare sind spurlos verschwunden…
Wie Emmi, Einschwein und Antonia schließlich in letzter Sekunde einen Ausweg finden, der alle glücklich macht, und wie sowohl der Wurm als auch Herr Bockel sich als ganz anders entpuppen als gedacht, erzählt Anna Böhm wieder mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Witz und in schöner, klarer Sprache. Besonders hervorheben möchte ich auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen meiner Lieblingsillustratorin Susanne Göhlich, die den Ton der Geschichte wieder optimal treffen.
Die Geschichte eignet sich ab der dritten Klasse zum Selberlesen, ab sechs Jahren zum Vorlesen. Wetten, dass die Vorleser genauso viel Spaß daran haben wie die jungen Zuhörer, Mädchen und Jungs gleichermaßen? Gemein nur, dass die im Anhang abgedruckte Leseprobe zu Band drei so abrupt abbricht und wir uns bis zum nächsten Abenteuer noch gedulden müssen. Bis dahin können wir uns aber zum Glück die Zeit mit dem Rezept für Einschweins Wurmküchlein vertreiben.
Anna Böhm & Susanne Göhlich: Emmi & Einschwein – Im Herzen ein Held! Oetinger 2018
www.oetinger.de

Nina liebt ihren kleinen Hund Zottel, auch wenn der immer mal Quatsch macht. Zottel ist klug, zerfetzt Papas Zeitung, verbuddelt Mamas Schal im Blumenbeet, singt zu Ninas Flötenspiel, übt mit ihr tanzen – nur zur Ballettaufführung darf er leider nicht mit. Aber Zottel wäre nicht Zottel, wenn er nicht einen Weg in den Ballettsaal fände, und so bekommt er am Ende einer fröhlich-ungewöhnlichen Aufführung sogar Extra-Applaus.

kanadischen Autor. Neben dem Vergnügen, Michael Ondaatje lesen und über seinen Roman sprechen zu hören, haben mir vor allem zwei seiner Aussagen beim Textverständnis geholfen: Zum einen möchte er nur 70 Prozent des Geschehens erzählen, die restlichen 30 Prozent soll der Leser bzw. Zuhörer selbst erbringen, so dass meine offenen Fragen keineswegs in fehlender Konzentration begründet liegen, zum anderen hat er zu Beginn des Schreibens keinen festen Plan für die Handlung, was für mich die manchmal etwas ziellos scheinenden Abläufe erklärt.


Büchersterne heißt die Erstlesereihe des Oetinger Verlags, die es in drei Lesestufen gibt: für die 1. Klasse, 1./2. Klasse und 2./3. Klasse. Die Besonderheit dieser Reihe ist die Vielzahl an sehr bekannten Autoren, wie beispielsweise Astrid Lindgren, Paul Maar, Kirsten Boie und Erhard Dietl. Vor einiger Zeit habe ich hier bereits den Band Lustiges Bullerbü besprochen, nun also Weihnachten in Bullerbü.
