Der Buchhandel bringt’s!

Nur in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bleiben die Buchhandlungen während des zweiten Lockdowns geöffnet. In Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Thüringen und im Saarland sind zusätzlich zu Lieferdiensten auch Abholstationen für zuvor bestellte Bücher erlaubt. Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gestatten dagegen nur Lieferdienste. In Baden-Württemberg läuft ein Eilantrag des Buchhändlers Rasmus Schöll, Inhaber der Ulmer Aegis Buchhandlung, gegen das unverständliche Verbot der im ersten Lockdown erlaubten kontaktlosen Abholstationen, unterstützt vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim entscheidet darüber am 21.12.2020.

Bitte nutzen Sie während des neuerlichen Lockdowns wieder die Lieferdienste der unabhängigen Buchhandlungen und bestellen Sie Ihre Bücher nicht bei den Internetriesen und Buchhandelsketten. Die Buchhändlerinnen und Buchhändler in den kleinen Läden vor Ort tun das Menschenmögliche, um Ihre Bücher rechtzeitig vor Weihnachten zu liefern. Helfen Sie mit, diese wunderbaren Orte zu erhalten! Danke.

Vielen Dank an den Moritz Verlag für die Bereitstellung dieses originellen Plakats des Illustrators Jörg Mühle mit seiner Figur des Hasenkinds in Schutzkleidung und mit weihnachtlich-roter Mütze auf dem Kopf.

Update 21.12.2020: Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat bedauerlicherweise (und in meinen Augen unverständlich) den gut begründeten Eilantrag abgewiesen. Bitte nutzen Sie deshalb weiterhin die Lieferdienste – natürlich auch nach Weihnachten!

Update 06.01.2021: Ab 11. Januar 2021 dürfen Kunden ihre vorbestellten Produkte auch wieder in den Geschäften in Baden-Württemberg und Bayern abholen. Nach dem Weihnachtsgeschäft seien keine großen Warteschlangen vor den Geschäften mehr zu erwarten, erklärte ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung. Nur in Sachsen ist Click-and-Collect weiterhin verboten.

Sorj Chalandon: Am Tag davor

  Über und unter Tage

Das schwerste Grubenunglück der französischen Nachkriegsgeschichte war kein Schicksal, sondern Folge der Nichtbeachtung von Sicherheitsvorschriften zur Gewinnmaximierung. Am 27.12.1974 starben im nordfranzösischen Kohlerevier 42 Kumpel bei einer Gasexplosion im schon lange als gefährlich bekannten Schacht 3b der Zeche Saint-Amé in Liévin-Lens. Ein Gericht erkannte 1981 trotz mangelhafter Bewetterung und fehlender Explosionssperren sowie Branddämme keine grobe Fahrlässigkeit. Den Hinterbliebenen wurden drei Arbeitstage im Dezember und die Kleidung der Toten in Rechnung gestellt. Fast 100 Jahre nach Émile Zolas großem, überaus empfehlenswertem Klassiker Germinal über die Zustände in den nordfranzösischen Bergwerken während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war diese Katastrophe ein Beweis für die weiterhin mörderischen Arbeitsbedingungen unter Tage.

Vor und nach dem Unglück
Auf dieser realen Tragödie basiert der Roman Am Tag davor des 1952 in Tunis geborenen, in Frankreich vielfach ausgezeichneten Journalisten und Autors Sorj Chandalon, der den Opfern ein Denkmal setzt und darüber hinaus vom Schicksal der Familie eines fiktiven 43. Opfers erzählt. Die Eltern sind Bauern und hoffen, dass einer der beiden Söhne sich für die Scholle und gegen die Kohle entscheidet, doch Joseph, den Älteren, zieht es nach dem geplatzten Traum vom Motorsport unter Tage. Michel, der 14 Jahre jüngere Ich-Erzähler, himmelt den Bruder an. Am Vorabend der Katastrophe darf er Joseph bei einer nächtlichen Spritztour mit dem Moped erstmals kutschieren, ein unvergessliches Erlebnis:

Diese Nachtfahrt würde ein Davor und ein Danach haben. (S. 22)

Das Unglück am nächsten Morgen um 6.19 Uhr verändert schlagartig das Leben vieler Familien. Joseph stirbt mit nur 30 Jahren am 22.01.1975 im Krankenhaus, zu spät, um bei der Trauerfeier für die Opfer geehrt oder auf der Gedenktafel vermerkt zu werden. Sein Vater nimmt sich ein Jahr später das Leben und hinterlässt eine klare Anweisung:

Michel, räche uns an der Zeche. (S. 78)

Michel schlägt sich mühsam durchs Leben, wird Automechaniker, geht nach Paris, arbeitet dort als Fernfahrer und errichtet in seiner Garage ein Mausoleum für den toten Bruder:

Ich war an Josephs Tod verwelkt. Meine Jugend war alt geworden. (S. 28)

Die Rache
Erst 2014, nachdem er beim Tod seiner geliebten Frau Cécile zum zweiten Mal allein zurückbleibt, plant er generalstabsmäßig seine Rache. Er kehrt zurück in den Norden, mietet unter falschem Namen ein Haus und macht den in seinen Augen Verantwortlichen aus:

Ich kannte mein Ziel: Dravelle, den Steiger, der für die Sicherheit verantwortlich gewesen war. […] Ich musste Lucien Dravelle töten. (S. 123/124) 

Zwei unterschiedliche Teile
Damit wird aus einem packenden, sehr bewegenden Roman über das Grubenunglück im zweiten Teil ein Gerichtsdrama, das unglaubliche Wahrheiten zutage fördert und mir den sicher geglaubten Boden unter den Füßen weggezog. Selten habe ich einen so geschickt inszenierten Roman gelesen, wurde ich so überrumpelt und gefordert bei der Unterscheidung zwischen Opfern und Tätern:

Saint-Amé hat aus meiner Familie Opfer und aus mir einen Verbrecher gemacht. (S. 206)

Am Tag davor ist eine persönliche Tragödie vor dem Hintergrund einer historischen, ein vielschichtiger psychologischer Roman über jahrzehntelange Leidenswege, eine Abhandlung über den Umgang mit Schuld und eine Auseinandersetzung mit den Themen Erinnernung, Wahrheit und Verdrängung. Unbedingt lesenswert!

Sorj Chalandon: Am Tag davor. Aus dem Französischen von Brigitte Große. dtv 2019
www.dtv.de

Steven Price: Der letzte Prinz

Melancholischer Künstlerroman und Abbild einer vergangenen Epoche

Biografische Romane lassen den Verfasserinnen und Verfassern Spielräume beim Umgang mit bekannten Lebensdaten und beim Ergänzen fehlender Details. Selbstverständlich erwarte ich auch hier, dass die große Linie der äußeren Lebensdaten berücksichtigt wird, ich toleriere darüber hinaus aber kleinere Abweichungen und fantasievolle Ausschmückungen. Entscheidend ist, ein stimmiges Gefühl für die Person, ihre Zeit und ihr Umfeld entsteht. Genau dies ist für mich bei Der letzte Prinz, einem Künstlerroman über den sizilianischen Autor Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896 – 1957) des kanadischen Lyrikers, Autors und Literaturdozenten Steven Price, gegeben. Bestärkt hat mich in dieser Auffassung, dass Gioacchino Lanza, Tomasis Adoptivsohn, mit der Beschreibung seines Adoptivvaters im Roman einverstanden war.

Ein Mann der Vergangenheit
Fürst Giuseppe Tomasi di Lampedusa entstammte einer der mächtigsten und reichsten Adels- und Großgrundbesitzerfamilien Siziliens. Als letzter Spross seines Geschlechts erlebte er den unaufhaltsamen Niedergang nicht nur seiner Familie, sondern seiner ganzen Welt.

Auf eine als „golden“ empfundene Kindheit folgten traumatische Erfahrungen Tomasis als Soldat im Ersten Weltkrieg und in einem ungarischen Gefangenenlager, wohin ihm die dominante, weltfremde Mutter Pakete schickte:

Im März kam das erste Paket seiner Mutter aus Palermo. Es enthielt zwei Bücher von Stendhal und absurderweise einen Tennisschläger, einen Abendanzug und ein Paar feine Lederschuhe. (S. 193)

Nach seiner Heimkehr reiste er unruhig durch Europa. Die Liaison und schließlich Heirat mit einer deutsch-baltischen Baronesse und Psychoanalytikerin bedeutete das Ende seiner überaus engen Mutter-Sohn-Beziehung. Von Geldsorgen geplagt, bewohnte der Literaturenthusiast mit seiner Frau Alexandra von Wolff-Stomersee einen heruntergekommenen Palazzo in Palermo, nachdem beide 1943 ihre prächtigen Familienwohnsitze verloren hatten, sie durch die Russen in Lettland, er durch amerikanische Bomber in Palermo.

Aristokrat durch und durch
Beim Einsetzen des Romans 1955 ist Tomasi ein 59-jähriger, schwerfällig am Stock gehender, vorzeitig gealterter, korpulenter Kettenraucher, der einer vergangenen Zeit nachhängt:

Giuseppe […] war es gewohnt, dass man stutzte und ihn anders ansah, wenn man von seiner Stellung im Leben erfuhr. Die hatte er viele Jahre lang als natürlich und richtig empfunden, und wenngleich er ihr seit den Nachkriegsjahren und dem Tod seiner Mutter misstraute, sah er sie tief in einem sehr alten Winkel seines Herzens doch als
ihm gebührend an. (S. 102)

© B. Busch

Die Diagnose eines Emphysems konfrontiert Tomasi mit der Einsicht, dass er nichts hinterlassen wird. Charakterlich zu schwach und passiv, um die ärztlichen Ratschläge nach Rauchverzicht und Diät zu befolgen, nimmt er doch in den letzten Lebensjahren zwei Mammutaufgaben in Angriff: Er adoptiert einen jungen Adeligen und schreibt mit Il Gattopardo seinen einzigen Roman. Zwar findet sich zu seinen Lebzeiten kein Verleger, doch ist Der Leopard bis heute der meistverkaufte italienische Roman des 20. Jahrhunderts.

Ein Roman in Episoden
In acht, jeweils mit Zeitangaben versehenen, nicht chronologisch geordneten Kapiteln wirft Price Schlaglichter auf Lampedusas Leben und die Entstehungsgeschichte seines Romans. Das neunte Kapitel von 2003 beinhaltet ein Interview mit dem Adoptivsohn.

Dass sich das Lebensgefühl dieses emotionslos treibenden Mannes so gut überträgt, ist der bewusst altertümlichen Sprache des Romans zu verdanken. Man muss Der Leopard nicht gelesen haben, um den Roman zu mögen, ich vermute allerdings einen größeren Lesegewinn für die, die ihn kennen und nicht nur – wie ich – vor vielen Jahren die Verfilmung von Luchino Visconti aus dem Jahr 1963 gesehen haben.

Steven Price: Der letzte Prinz. Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. Diogenes 2020
www.diogenes.ch 

 

Weitere Rezensionen zu Büchern auf diesem Blog, die anlässlich des Gastlandauftritts von Kanada auf den Frankfurter Buchmessen 2020/2021 erscheinen:

         

David Grossman: Was Nina wusste

  Kindsverflucht

Schon lange wollte ich einen Roman des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels von 2010,  David Grossman, lesen. Aufgrund der interessant klingenden Themen „Titos Gulags“ und „transgenerationale Traumatisierung“ fiel meine Wahl nun auf Was Nina wusste. Leider war das Buch für mich überwiegend enttäuschend, denn mit seinem Zuviel von fast allem machte es mir den Zugang zu den Protagonistinnen Vera, Nina und Gili, Großmutter, Tochter und Enkelin, schwer.

Abwesende Mütter
Dreh- und Angelpunkt des Romans ist das Geheimnis der inzwischen 90-jährigen Vera, das Nina, ihre Tochter ahnt, und von dem Gili, ihre Enkelin weiß, seit Vera ihr nach einem Suizidversuch im Nebel der Intensivstation davon erzählt hat. Es ist der Grund für zwei desaströse Mutter-Tochter -Beziehungen, für Ninas Unfähigkeit, sich lieben zu lassen, und für Gilis Horror vor dem Muttersein: 

… aber ich kann nicht, ich kann kein Kind. Bin kindsverflucht. (S. 107)

Vera, geboren 1918 als jüdische Kroatin, verheiratet mit einem Serben, war zusammen mit ihrem Mann als kommunistische Partisanin tätig. Nach Titos Bruch mit Stalin 1948 geriet ihr Mann in den Verdacht sowjetischer Spionage und nahm sich nach seiner Verhaftung 1951 das Leben. Vera entschied sich für die Solidarität zu ihrem übermäßig geliebten toten Mann und gegen die sechseinhalbjährige Tochter, die während Veras fast dreijähriger Gefangenschaft im Gulag auf Goli Otok plötzlich alles verlor.

Eine therapeutische Reise in die Vergangenheit
Zur Feier von Veras 90. Geburtstag in einem israelischen Kibbuz, wo sie seit 1963 lebt, reist Nina, die es nie lange irgendwo ausgehalten hat, aus Norwegen an. Im Gegensatz zu Vera hat sie nirgendwo fußgefasst und die hingebungsvolle Liebe von Rafael, Sohn des zweiten Ehemanns ihrer Mutter, gab ihr keinen Halt. Sie verließ Rafael, als die gemeinsame Tochter Gili drei Jahre alt war. Beide Töchter hassen ihre Mütter für das, was sie ihnen aus unterschiedlichen Motiven angetan haben, Vera wegen der Ideologie, die selbstzerstörerische Nina wegen ihres Traumas.

Während einer Reise der drei Frauen mit Rafael nach Goli Otok möchten Gili und Rafael einen Film drehen, um vor allem der am Beginn einer Demenzerkrankung stehenden Nina endlich Gewissheit zu verschaffen:

… was im Verhörzimmer der UDBA in Belgrad passiert war und was Ninas Leben so verschissen hat und unsere Familie bereits über drei Generationen vergiftet. (S. 103/104)

Mit acht Jahren Abstand verfasst Gili ein Buch.

Hadern mit der fiktionalen Bearbeitung des Stoffes
Die unnötig komplizierte Konstruktion mit der Überdramatisierung eines an sich schon hochdramatischen Konflikts, zu viel Pathos, fehlende Kapitelunterteilung, ein Übermaß an wörtlicher Rede, teils in gebrochenem Deutsch, der Sarkasmus der Ich-Erzählerin, die Filmarbeit, das alles hat mir beim Lesen keinen Spaß gemacht. Dass eine über Jahrzehnte fehlende Weiterentwicklung der Protagonistinnen in ein so versöhnliches Ende umschlägt, klang für mich unglaubhaft. Dagegen hätte ich gerne viel mehr über Veras politische Vergangenheit erfahren. Allerdings spürt man die Betroffenheit und das Engagement David Grossmans, der mit der Gulag-Überlebenden Eva Panić-Nahir (1918 – 2015), Veras realem Vorbild, eng befreundet war. Positiv auch, dass Grossman ein moralisches Urteil den Leserinnen und Lesern überlässt. Nur schießt die fiktionale Bearbeitung des Stoffes eben in meinen Augen leider weit über das Ziel hinaus.

David Grossman: Was Nina wusste. Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer. Carl Hanser 2020
www.hanser-literaturverlage.de

Gunnar Gunnarsson: Advent im Hochgebirge

  Der gute Hirte

Wenn ein Fest bevorsteht, machen sich die Menschen dazu bereit, jeder nach seiner Weise. (S. 5)

Benedikt, halb Knecht, halb Kätner, hat seine eigene vorweihnachtliche Tradition. Jahr für Jahr zieht er am ersten Advent ins isländische Hochgebirge und macht sich auf die Suche nach verirrten Schafen, die bei der großen Schafeinsammlung im Herbst dort vergessen wurden. Zum 27. Mal setzt er sein Leben für fremde Schafe aufs Spiel, aus Achtung vor der Kreatur und aus Sorge um diese hilflosen Geschöpfe, denen sonst der sichere Tod droht. Eine Art Jubiläum ist es, denn Benedikt zählt 54 Jahre und hat nun sein halbes Leben diese Tradition gepflegt, die nicht bei allen auf Verständnis stößt.

Auf seinen einsamen Wanderungen durch die menschenfeindliche Gebirgswelt begleiten ihn nur sein Hund Leo und der Leithammel Knorz. Unterwegs kehren sie bei den letzten Höfen ein, lassen sich jedoch von den schlechten Wetterprognosen und dem guten Zureden der Bauern nicht aufhalten. Nichts läuft in diesem Jahr wie geplant: Menschen schließen sich ihnen ungeplant an und bedürfen ihrer Hilfe, der Winter bricht unerwartet früh und heftig herein und der Proviant wird knapp. Das erste Schaf, auf das sie schließlich stoßen, ist tot, und ohne die gute Nase seines Hundes wäre Benedikt vermutlich dieses Mal gar erfroren. Doch Benedikt ist kein Mann der Zweifel:

Dies war sein Leben – hier zu wandern. Und weil nun dies sein Leben geworden war, ist er jetzt für alles gerüstet, für alles, und kann es willkommen heißen. Er hat keine Sorgen mehr – doch eine: er kann sich nicht recht denken, wer nach ihm hier wandern wird. Doch irgendjemand wird wohl kommen. (S. 57)

Originalsprache dänisch
Gunnar Gunnarsson (1889 – 1975) gilt neben dem alles überstrahlenden Literaturnobelpreisträger von 1955 Halldór Laxness (1902 – 1998) als zweiter großer isländischer Autor des 20. Jahrhunderts und war selbst mehrfach für diese höchste Auszeichnung vorgeschlagen. Als armer Bauernsohn ging er im Alter von 18 Jahren nach Dänemark und besuchte dort für zwei Jahre die Volkshochschule. Wegen der größeren Reichweite schrieb er fast alle seine Werke zunächst auf Dänisch, darunter auch die Novelle Advent im Hochgebirge, die 1936, übersetzt von Helmut de Boor, zuerst auf Deutsch, dann 1937 auf Dänisch erschien und erst 1939 ins Isländische übertragen wurde.

Eine stimmungsvolle Vorweihnachtsleküre
Von Jón Kalman Stefánsson, heute einer der bekanntesten Autoren Islands, stammt das 17-seitige informative und persönliche Nachwort zu dieser im kleinen Format nur 80 Seiten umfassenden Erzählung, die auf einer wahren Geschichte beruht. Die unspektakuläre Handlung über eine menschlich-tierische „Dreieinigkeit“ im Kampf gegen die übermächtigen Naturgewalten gefiel mir vor allem wegen ihrer Schlichtheit. Der bisweilen leicht pathetisch-frömmelnde Stil störte mich dagegen in diesem Fall nicht, im Gegenteil empfand ich die Novelle als ebenso herzerwärmend wie ergreifend. Ich verstehe deshalb Jón Kalman Stefánsson  gut, der das Büchlein seit vielen Jahren zu jedem Weihnachtsfest mit großer Freude wieder liest. Die Idee zu dieser Vorweihnachtslektüre verdanke ich übrigens dem Wahl-Isländer und Autor Joachim B. Schmidt, der Advent im Hochgebirge ebenfalls wärmstens empfiehlt.

Gunnar Gunnarsson: Advent im Hochgebirge. Übertragung von Helmut de Boor. Reclam 2017
www.reclam.de

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts

  Vier Generationen

Mit den verschiedenen Zeitebenen, vielen Personen und Perspektiven sowie wechselnden Orten war der Einstieg in das Hörbuch In Zeiten des abnehmenden Lichts nicht einfach. Auch wenn sich das anfängliche Chaos dank der vorangestellten Jahreszahlen und Daten im Laufe der ersten beiden CDs wohltuend sortierte, ist dies keine Lesung für nebenbei, sondern erfordert volle Aufmerksamkeit. Mit dem Durchdringen der Zusammenhänge hat das Zuhören zunehmend Spaß gemacht, allerdings nicht bei allen Handlungssträngen gleichermaßen.

Eine Familie im abnehmenden Licht des Sozialismus
Sechs der Abschnitte dieser rund 50 Jahre umfassenden DDR-Familiengeschichte betreffen den dramaturgischen Höhepunkt 1. Oktober 1989, an dem der Familienpatriarch seinen 90. (und letzten) Geburtstag begeht. Wilhelm Powileit, ursprünglich Schlosser und aus Hamburg, war Kommunist der ersten Stunde und blieb bis zu seinem Tod Stalinist, war zeitlebens dumm, stur und herrschsüchtig und zuletzt hochdekoriert, dement und lächerlich. Kommunisten wie er ebneten in den 1920er-Jahren den Nationalsozialisten durch ihren Kampf gegen die Sozialdemokraten den Weg. Seine ungleich klügere, oft von ihm genervte Frau Charlotte fand durch ihn zum Kommunismus, den sie als Befreiung und Möglichkeit zum Einsatz ihrer Talente erlebte. Ende der 1930er-Jahre hatten sie das Deutsche Reich verlassen und erst 1952 die ersehnte Rückreisegenehmigung von Mexiko in die DDR erhalten, wo sie Parteikarriere machten. Charlottes Söhne Werner und Kurt Umnitzer waren ab Mitte der 1930er-Jahre in der Sowjetunion und fielen unter Stalin in Ungnade. Werner überlebte das Lager nicht, Kurt kam 1956 nach traumatisierenden Jahren im Lager und in der Verbannung mit seiner russischen Frau Irina nach Neuendorf, wo seine Eltern lebten, promovierte als Historiker und verfasste Bücher zur Arbeiterbewegung. Sein Verhältnis zum Kommunismus war bereits distanzierter, er hoffte auf die Reformierbarkeit des Sozialismus und träumte von mehr Demokratie. Sein Sohn Alexander, genannt Sascha, fand weder bei seinem verhassten Vater noch bei der alkoholabhängigen Mutter Halt, zeigte seine kritische Einstellung zum DDR-Staat immer offener, wechselte die Frauen wie die Hemden, brach das Studium ab. An Wilhelms 90. Geburtstag floh er in den Westen. Er leidet unter einer unerfüllten schmerzhaften Sehnsucht und dem Gefühl, immer betrogen worden zu sein, nie irgendwo dazugehört zu haben. Ähnlich ergeht es Markus, der Sohn, den Markus früh im Stich gelassen hat, vierte und jüngste Generation der Familie, politisch desinteressiert, ziel- und kraftlos.

Die für mich interessanteste Nebenfigur ist Irinas Mutter Nadjeshda Iwanowna, die 1976 nach Neuendorf übersiedelt, aus Heimweh jedoch nach Slawa zurückkehrt. Ihr Schicksal böte Stoff für einen eigenen Roman, den ich sehr gerne lesen oder hören würde.

Schwächer und zu stark gewichtet sind dagegen die fünf Abschnitte über Sascha im Jahr 2001. Nach seiner Krebsdiagnose nimmt er Geld aus dem Wandtresor seines dementen Vaters und reist auf den Spuren Charlottes und Wilhelms nach Mexiko.

Ein guter Roman hervorragend gelesen
Eugen Ruge, geboren 1954 im Ural erhielt für diesen späten, stark autobiografisch geprägten Roman 2011 zurecht den Deutschen Buchpreis. Überragend ist bei dieser ungekürzten, gut zwölf Stunden umfassenden Lesung auf zehn CDs mit leider sehr langen Tracks wie immer der Sprecher Ulrich Noethen. Mit großem Gespür für die Dramaturgie des Romans liest er meist ruhig, langsam und mit gekonnten Pausen zur Spannungssteigerung, wird aber auch laut und schnell, imitiert gekonnt Dialekte und Akzente und bringt vor allem den subtilen Humor sehr gekonnt zur Geltung.

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts. Gelesen von Ulrich Noethen. Argon 2011
www.argon-verlag.de

 

Weitere Rezensionen zu einem Gewinner des Deutschen Buchpreises auf diesem Blog:

2019

Paul Maar: Wie alles kam

  Erinnerungspfützen

Erinnerungen sind keine Tagebücher. Dem Vergleich mit einem Fluss halten sie nicht stand. Eher sind es verstreute große und kleine Pfützen nach einem Starkregen. (S. 12)

Auch wenn ich für eine Kindheit mit Sams leider zu früh geboren wurde – der erste Band erschien 1973, der bislang letzte 2020 – konnte ich immerhin mit meinen Töchtern nachholen, was ich als Kind verpasst hatte. Im Gegensatz zu vielen hausbackenen, angestaubten Büchern meiner Kinderzeit macht das Sams nicht nur der eigentlichen Zielgruppe, sondern auch den großen Vorlesern und Zuhörern der Lesungen auf langen Autofahrten einen Heidenspaß, wofür ich seinem Erfinder Paul Maar zutiefst dankbar bin. Aber auch Lippels Traum, Herr Bello und das blaue Wunder, Das Tier-ABC und viele andere seiner Bücher gehören für mich zu den unverzichtbaren modernen Klassikern für jedes Kind, nicht nur wegen der kreativen, ebenso nachdenkenswerten wie humorvollen Geschichten und Gedichte, auch wegen Paul Maars pfiffiger Illustrationen.

Von behüteten und schweren Kindheiten
Nun hat Paul Maar, geboren 1937 in Schweinfurt, das Versprechen gebrochen, das er einst seinem Verleger Friedrich Oetinger gab, und hat mit Wie alles kam – Roman meiner Kindheit erstmals für Erwachsene geschrieben. Nicht streng chronologisch erzählt er, wie er wurde, was er ist: einer der bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbuchautoren Deutschlands. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt soll er einmal gesagt haben, dass Mitglieder seiner Zunft entweder wie Astrid Lindgren von einer wohlbehüteten Kindheit zehren, oder sich später eine Kindheit erfinden, weil ihre schwer war. Warum er selbst zu Letzteren gehört, wird bei der Lektüre schmerzhaft deutlich.

Paradies und Hölle
So schwer Paul Maars Einstieg ins Leben war, denn die Mutter verstarb nur sieben Wochen nach seiner Geburt, so groß war sein Glück mit der Stiefmutter. Auch an den Vater erinnert er sich aus frühester Kindheit als einen fröhlichen, ausgeglichenen Mann. Dass er völlig verändert aus dem Krieg und der Gefangenschaft zurückkehrte, gewalttätig, unbeherrscht und unglücklich über den unsportlichen, bücherliebenden Sohn war, der ihn wiederum als Störenfried empfand, war das große Unglück für beide. Das Grübeln darüber, wie aus dem Vater der unerbittliche „Schreckensmann“ wurde, und der lange Schatten, den er bis heute wirft, machen Paul Maar noch im Alter zu schaffen:

In Gesellschaft verhalte ich mich möglichst unauffällig. Das war meine kindliche Strategie gewesen, nicht die Aufmerksamkeit und den Unwillen des Vaters auf mich zu lenken. Mäuschenstill in einer Zimmerecke mit der Tapete zu verschmelzen. […] Gewöhnlich widerspreche ich nicht, wenn ich anderer Meinung bin als ein Gesprächspartner. Denn das hätte mir in meiner Kindheit leicht eine Ohrfeige einbringen können. (S. 50/51)

Unbeschwerten Jahren bei den Großeltern im fränkischen Dorf Obertheres, wohin die Mutter vor den Bomben mit ihm floh, folgten umso schwerere in Schweinfurt. Erst als er in der Mittelstufe eine Klasse wiederholen musste, fand er die richtigen Freunde. Zum Rettungsanker wurde seine Jugendliebe und heutige Frau Nele aus einer Künstlerfamilie, über die er Zugang zum Theater fand.

Paul Maar auf der Frankfurter Buchmesse 2018. © B. Busch

Eine durch und durch sympathische Autobiografie
So einfach und bescheiden Paul Maar erzählt, so tief hat mich das Buch berührt. Heitere wie schwere Erinnerungen an Kindheit und Jugend bis etwa zum Abitur reihen sich wie Miniaturen aneinander, eingeflochten sind ebenso bewegende Passagen zum gegenwärtigen Alltag mit seiner an Alzheimer erkrankten Frau in Bamberg, die einer Liebeserklärung gleichkommen.

Paul Maar: Wie alles kam. S. Fischer 2020
www.fischerverlage.de

Amanda Sthers: Lettre d’amour sans le dire

  Geschichte eines Erwachens

© B. Busch

Obwohl ich nie ohne gut gefüllten Bücherkoffer verreise, komme ich meist vor Ort doch nicht an Buchhandlungen vorbei. Im Sommer 2020 wäre es beinahe anders gekommen, denn in den Pyrenäen und im Béarn sind Buchhandlungen erschreckend selten. Erst ein Tagesausflug nach Biarritz brachte die Erlösung und prompt einen Treffer: An Amanda Sthers‘ verführerisch im Schaufenster präsentiertem neuen Roman Lettre d’amour sans le dire führte kein Weg vorbei. Amanda Sthers, geboren 1978 in Paris, Theater-, Drehbuch sowie Romanautorin und einige Jahre mit dem französischen Sänger Patrick Bruel verheiratet, liebe ich vor allem für ihr 2005 auf Französisch, 2006 auf Deutsch erschienenes Buch Die Geisterstraße, das zu den Geheimtipps meines Bücherregals zählt.

Chers monsieur,
Je vous écris cette lettre car nous n’avons jamais pu nous dire les choses avec des mots. Je ne parlais pas votre langue et maintenant que j’en ai appris les rudiments, vous avez quitté la ville. (S. 9)

© B. Busch

So beginnt Alice Cendres Brief an einen Japaner, dem sie zunächst durch Zufall und dann, während eines alles verändernden Jahres, immer wieder begegnete. Nie kam es zu einer Unterhaltung mit Worten, denn als ihre neu erworbenen Japanisch-Kenntnisse dies erlaubt hätten, hatte er Paris verlassen. Ihr Brief ist ein Liebesbrief und doch wieder nicht, denn im Japanischen gibt es kein „Je t’aime“, nur ein „Il y a de l’amour“, „Liebe liegt in der Luft“. Schreibend enthüllt sie ihm ihr Leben, Schrecken, Schmerz und Geheimnisse, und die Veränderung, die mit ihrer Begegnung begann.

Ein glückloses Dasein
Alice Cendres ist um die 50, ehemalige Französischlehrerin aus dem nordfranzösischen Cambrai und lebt seit drei Jahren auf Betreiben ihrer Tochter in Paris. Einer Kindheit voller Schrecken folgten eine Teenagerschwangerschaft und von Gewalt, Erniedrigung und Lieblosigkeit geprägte Männerbeziehungen:

Les hommes ont disposé de moi. Jamais je n’ai connu de gestes bienveillants. (S. 70)

Geprägt haben sie Langeweile, Einsamkeit, Lieblosigkeit, Missverständnisse, Passivität, Ängste und eine früh erlernte Verleugnung ihres Körpers. Die Tochter ging ihr nach deren Heirat an die wohlhabende Schwiegerfamilie verloren, für die neugeborene Enkelin hegt Alice keine Gefühle und Paris bleibt ihr fremd.

Ein folgenreicher Irrtum
Als sie an einem verregneten Oktobernachmittag einen Teesalon betritt, hält man sie für eine Kundin des Masseurs, ein Missverständnis, das sie nicht aufklärt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren berührt ein Mann ihren Körper. Die Begegnung mit Akifumi, dem japanischen Masseur, die Sanftheit seiner Hände und die ihn umgebende Melancholie wecken Alice aus ihrer Lethargie. Sie kehrt immer wieder in den Salon zurück und verliebt sich nicht nur in ihn, sondern auch in die Sprache, die Kultur und die Literatur seines Landes.

140 Seiten Poesie
Alices Brief ist zugleich Zeugnis unendlicher Traurigkeit und neuerwachter Hoffnung. Er ist voller sinnlicher Poesie und Sprachmelodie, die sich – auch wenn ich nicht jedes Wort verstand – beim Lesen wunderbar übertrug. Thematisch erinnert der kurze Briefroman an Stefan Zweigs Novelle Brief einer Unbekannten, atmosphärisch an Seule Venise der von mir ebenso geschätzten französischen Autorin Claudie Gallay.

Ich hoffe sehr, dass Lettre d’amour sans le dire bald ins Deutsche übertragen wird und Amanda Sthers endlich auch im deutschen Sprachraum die Aufmerksamkeit bekommt, die sie in Frankreich längst besitzt.

Amanda Sthers: Lettre d’amour sans le dire. Grasset 2020
www.grasset.fr

 

Weitere Rezension zu einem Roman von Amanda Sthers auf diesem Blog:

Raffaella Romagnolo: Dieses ganze Leben

  Das Ende des Schweigens

Der Roman Bella Ciao von Raffaella Romagnolo über zwei mutige Frauen und ihre Familien während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte 2019 zu meinen Lieblingsbüchern. Nun hat der Verlag Diogenes nachträglich einen Titel der Autorin aus dem Jahr 2013 veröffentlicht. Obwohl wieder aus weiblicher Perspektive erzählt wird und vorwiegend Frauen im Mittelpunkt stehen, ist er thematisch wie stilistisch vollkommen anders. Dieses ganze Leben spielt in der Gegenwart und umfasst nur drei Monate, in denen das Leben der 16-jährigen Ich-Erzählerin Paola di Giorgi und ihrer Familie komplett auf den Kopf gestellt wird:

Irgendwann in den nächsten Tagen, denke ich, werden wir uns […] darüber austauschen, wie es sich anfühlt, wenn man erkennt, dass das, was man hat, was man ist oder zu sein glaubte, auf einer Lüge beruht. (S. 229)

Probleme überall
Obwohl finanziell auf der Sonnenseite des Lebens geboren, empfindet Paola ihr Leben als Katastrophe. Einerseits sind es die üblichen Teenagerprobleme, Übergewicht, krumme Beine ein „Pferdegesicht“, Außenseitertum und Mobbing in der Schule. Andererseits findet sie auch in ihrer Familie, in der das Schweigen Programm ist, kaum Halt: Die „titelblattreife“ Mutter kann weder mit Poalas Körpermaßen noch und mit der Behinderung des Sohnes umgehen, die Großmutter leidet auch nach über 50 Jahren noch unter einer verpassten Jugendliebe und der Vater ist mehr in seiner Baufirma als zuhause. Was für die Mutter Bromazepam und für die Großmutter ihre Mastercard ist, sind für Paola Bücher und Filme, die imaginäre Freundin Carmen und die enge Beziehung zu ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Richi. Bei den zur Verbrennung überschüssiger Kalorien angeordneten täglichen Spaziergängen mit ihm im Rollstuhl überqueren die Geschwister die Grenze zwischen ihrem Luxus-Viertel und der von der familieneigenen Baufirma errichteten, von der Mutter panisch gemiedenen, sozial schwächeren Margeriten-Siedlung. Dort lernt Paola den zwei Jahre älteren Antonio kennen, der sie aufrichtig zu mögen scheint. Doch fehlendes Selbstwertgefühl und tief verwurzeltes Misstrauen taugen nicht als Basis für Freundschaft und Liebe, und um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, braucht es ein gewaltiges innerfamiliäres Beben.

Eine starke Erzählstimme
Die Besonderheit dieses Romans liegt für mich im radikalen, kompromisslosen und lakonischen Erzählstil der jugendlichen Protagonistin. Alterstypisch gibt es für Paola nur hopp oder top, sie schweift gern ab und obwohl sie ihre Ehrlichkeit beteuert, ist ihr Bericht gefärbt – von pechschwarz zu Beginn bis später fast rosarot. Gut gefallen hat mir die spürbare Entwicklung Paolas, die mit abnehmender Wut die Menschen ihrer Umgebung milder und differenzierter betrachten lernt. Obwohl ihre Einlassungen zur Literatur nicht immer altersgemäß wirken, ist die Perspektive insgesamt gelungen. Nicht unbedingt gebraucht hätte es die Thriller-Elemente auf den letzten Seiten, dagegen gefällt mir, dass nicht alles auserzählt wird.

Ein bunter Themenstrauß
Auch wenn der 265-Seiten-Roman aufgrund der großen Themenvielfalt – Pubertät, Eltern-Kind-Beziehung, dysfunktionale Familienstruktur, Patriarchat, Essstörung, Außenseitertum, Mobbing, Umgang mit Behinderung und Umwelt- und Sozialpolitik, um nur die wichtigsten zu nennen, – notgedrungen vieles verkürzt, empfehle ich ihn gern.

Raffaella Romagnolo: Dieses ganze Leben. Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Diogenes 2020
www.diogenes.ch

 

Weitere Rezension zu einem Roman von Raffaella Romagnolo auf diesem Blog:

Das Lieblingsbuch der Unabhängigen 2020

Mit der Prämierung Lieblingsbuch der Unabhängigen 2020 endet heute die Woche unabhängiger Buchhandlungen 2020, an der sich über 800 „Indies“ aus allen Teilen Deutschlands beteiligt haben. Sie waren – neben vielen anderen Aktionen – dazu aufgerufen, zwischen dem 21. September und dem 11. Oktober 2020 ihre belletristischen Lieblingstitel zu nominieren. Auf der fünf Bücher umfassenden Shortlist habe ich zu meiner großen Freude drei meiner Lieblingstitel aus dem Jahr 2020 wiedergefunden. Die Wahl wäre mir deshalb ausgesprochen schwergefallen, aber ich freue mich sehr, dass es einer dieser drei Titel geworden ist:                                                                                                                                                                                                                                            

Benjamin Myers: Offene See. Dumont 2020

 

Die weiteren Titel der Shortlist:


Marco Balzano: Ich bleibe hier. Diogenes 2020

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt. Klett-Cotta 2020

 

 

Jasmin Schreiber: Marianengraben. Eichborn 2020

Charlotte McConaghy: Zugvögel. S. Fischer 2020

 

 

 

Rezensionen zu Siegertiteln vergangener Jahre auf diesem Blog:

2015
2016
2017