Eine schwäbische Dorfgeschichte
Heimatromane gehörten bisher nicht zu meiner üblichen Lektüre, aber nachdem ich Heinrich Maurers Die vier von der Schusterstaffel gelesen habe, werde ich diesem Genre in Zukunft mehr Beachtung schenken. Anders als in der Definition des Brockhaus, der mit Heimatroman die Begriffe „Trivialliteratur“ und „idyllisch-idealisierende Verherrlichung der Heimatliebe“ verbindet, handelt es sich hier um die sehr realistische Geschichte von vier Bauernhöfen und ihren Bewohnern in einem schwäbischen Dorf von den 1950er-Jahren bis zur Jahrtausendwende.
Zu Beginn sind die vier Freunde Berward Hinderer, Karl Markmann, Hermann Lindwein und Herbert Fendler, die sich abends auf ein Flaschenbier an der Schustertreppe treffen, Bauernsöhne im Wartestand. Drei von ihnen übernehmen nach und nach den Hof der Eltern und heiraten, Karl Markmann bleibt als jüngerer, unverheirateter Sohn auf dem Hof des älteren Bruders.
Sehr anschaulich schildert Heinrich Maurer die Veränderungen, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Dorf und auf den Höfen abspielen, sei es durch nicht mehr vorhandene Knechte und Mägde, durch die Flurbereinigung, die neuen Maschinen, die veränderte Tierhaltung oder die Vorgaben und Einflussnahmen der EWG und später der EU. Beständige Weiterbildung und der Mut zu Veränderungen kennzeichnen das Leben der Familien, und wo nicht richtig auf die neue Zeit reagiert wird, wo nicht an einem Strang gezogen wird, droht die Zwangsversteigerung. Die Freundschaft der Vier, die oft genug zu Konkurrenten werden, ist im Laufe der Jahre mancher Belastung ausgesetzt, trotzdem spürt man in Notzeiten doch die Verbundenheit, und als die junge Generation herandrängt, finden sie auch wieder die Zeit, die Tradition der Treffen an der Schusterstaffel aufleben zu lassen.
Ich habe aus diesem Roman, der sich an manchen Stellen fast wie ein Sachbuch liest, sehr viel über die Geschichte und die heutigen Gegebenheiten für die Landwirtschaft in meiner Heimat gelernt. Dabei hat es mir besonders gut gefallen, dass Heinrich Maurer, selber nahe Schwäbisch Hall auf einem Bauernhof aufgewachsen, nie in einen klagenden Ton verfällt, sondern immer nur anhand der vier Höfe verschiedene Entwicklungen und unterschiedliche Reaktionen der Bauern aufzeigt. Ich hatte so das Gefühl, Fakten von allen Seiten beleuchtet dargelegt zu bekommen, ohne mit meinem Urteil in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden. Ich habe einiges über Landwirtschaft und Agrarpolitik erfahren, bin durch die Familiengeschichten bestens unterhalten worden und meine, die Situation der Bauern und ihrer Familien nun besser zu verstehen.
Die vier von der Schusterstaffel ist für mich ein kleines Gesamtkunstwerk, bei dem Aufmachung, Sprache und Inhalt wunderbar zusammenpassen, und ein Heimatroman im positivsten Wortsinn, ruhig und unaufgeregt erzählt. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die gewählte Schriftgröße, die für manch Interessierten zu klein sein könnte.
Heinrich Maurer: Die vier von der Schusterstaffel. Ulmer 2016
www.ulmer-verlag.de
Am 29. Januar 1958 laufen in Cape Canaveral die Vorbereitungen zum Start der Explorer, dem ersten amerikanischen Satelliten als Antwort auf den Sputnik der Russen.
Auch vor Kindern macht die Globalisierung nicht halt. Der achtjährige Jan und seine beste Freundin Bea, bei der er anders als bei seinen Fußballerfreunden nicht cool sein muss, werden getrennt. Beas Vater muss für zwei Jahre nach Shanghai und Bea zieht um. Trotz Mails und Telefonaten vermissen die Kinder einander schmerzlich.
Zimmer mit Aussicht aus dem Jahr 1908 ist ein englischer Klassiker und Gesellschaftsroman von Edward Morgan Forster (1879 – 1970), der die steifen englischen Konventionen der Sinnlichkeit Italiens gegenüberstellt.
Koalas spurlos verschwunden ist ein Ratekrimi aus der Reihe Tatort Erde und spielt in Australien. Er richtet sich an eher schlechte Leser ab ca. neun Jahren, ist sprachlich sehr einfach und daher zum Vorlesen eher weniger geeignet. Raten kann man nach jedem der neun Kapitel, wobei die Fragen hinten aufgelöst werden. Die Fragen zwingen zum sehr genauen Lesen, was pädagogisch zu begrüßen ist.
Vordergründig stehen im Debütroman von Elizabeth Graver Die Sommer der Porters zwei Mitglieder der Familie Porter und eine Angestellte im Mittelpunkt, doch das eigentliche Zentrum ist die (fiktive) Halbinsel Ashaunt vor der Küste von Massachusetts. Dort verbringt die Familie über Jahrzehnte die Sommer, dort entscheiden sich Zukunftsfragen und wird Atem geholt, wenn eine Lebenssituation ausweglos scheint.
Mit Der rote Wolf erschienen die Krimis von Liza Marklund endlich in der richtigen Reihenfolge, und so ist dieser als fünftes erschienene Band tatsächlich Band fünf der Serie.
Da die Krimis von Liza Marklund auf Deutsch nicht in chronologischer Reihenfolge publiziert wurden, handelt es sich bei Prime Time um Band drei der Serie nach Studio 6 und Paradies, aber vor dem zuerst erschienen Band Olympisches Feuer.
Unter dem Motto „Lesen lernen macht Spaß“ hat der Ravensburger Buchverlag in seiner Leseraben-Erstleserreihe Bücher in drei Lesestufen vom Lesestarter bis zum Überflieger im Programm. Es gibt sowohl thematische Geschichtensammlungen als auch durchgängige Geschichten, so dass für jeden Kindergeschmack ein passender Titel zu finden sein müsste.
Für alle Kinder im Grundschulalter, die nicht nur gerne Fragen stellen, sondern auch gerne selber Problemen auf den Grund gehen, ist dieses sehr praxisorientierte Experimentierbuch ein heißer Tipp.