Romy Beccare gibt keine Ruhe
Eine anonyme Terrorwarnung per Mail hält die Kommissariate in Bergen und Stralsund vorübergehend in Atem, doch finden Romy Beccare und ihr Team in Bergen genauso wie die Ermittlergruppe um ihren Lebenspartner Jan Riechter, leitender Kommissar in Stralsund, keinen Anhaltspunkt für einen geplanten Terroranschlag durch einen Ralswieker Hotelier. Aber ganz mag Romy, beharrlich wie sie nun einmal ist, die Nachforschungen nicht einstellen, und stößt unvermutet auf zwei ungeklärte Vermisstenfälle aus den Jahren 1990 und 1993. Beide verschwundene Studentinnen waren zuletzt im Gästehaus Magold in Ralswiek abgestiegen, das inzwischen der wegen einer Schussverletzung aus dem Dienst ausgeschiedenen Ex-Polizist Rolf Magold führt. Auch die 1999 ermordete 21-jährige Karin Maier hat dort zuletzt als Zimmermädchen gearbeitet, allerdings wurde für diese Tat ein einschlägig bekannter Sexualstraftäter verurteilt. Als dann auch noch im Zusammenhang mit einem aktuellen weiblichen Leichenfund auf einer stillgelegten Deponie der Name Magold fällt, leuchten nicht nur bei Romy alle Alarmglocken…
Die komplizierten Ermittlungen in den verschiedenen Fällen auf nur gut 300 Seiten fordern nicht nur die Polizei, auch als Leserin oder Leser ist Konzentration gefragt. Romy Beccare, die Frau mit den „Hummeln im Hintern“, die so gerne ihrem Bauchgefühl folgt und der Schreibtischarbeit zuwider ist, führt unzählige Befragungen durch und versucht, Licht in das Dunkel um die vier Frauen und die undurchsichtige, reichlich schräge Familie Magold zu bringen: „Alte Lügen, neue Halbwahrheiten, gestörte Persönlichkeiten, Geheimnisse, seltsame Verwicklungen, die Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen ließen, Unausgesprochenes, anonyme Hinweise, Familienkonflikte, Schweigegelübde – ein Alptraum für Ermittler.“ (S. 201)
An Spuren und Verdächtigen mangelt es nicht, sogar die interne Ermittlung der Polizei muss eingeschaltet werden und die Nachforschungen reichen bis nach Norwegen und zu dunklen Finanzgeschäften im Zuge der Abwicklung von alten DDR-Betrieben zurück. Doch Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht dank zweier vertrauensvoll zusammenarbeitender Teams, in denen sich jeder auf jeden verlassen kann.
Auch dieser sechste, problemlos unabhängig zu lesende Krimi aus Rügen hat meine Erwartungen wieder erfüllt, auch wenn ich den Einstieg mit der falschen Terrorwarnung eine Spur zu konstruiert fand. Aber dann war schnell alles wieder da, was ich an dieser Reihe so schätze: sympathische, harmonisch kooperierende Ermittlerteams, solide Polizeiarbeit, durchgängige Spannung und Unterhaltung, eine logische Auflösung und genau die richtigen Prisen Privatleben und Lokalkolorit.
Ich bin bestimmt auch bei Band sieben in Rügen wieder dabei!
Katharina Peters: Deichmord. Aufbau 2017
www.aufbau-verlag.de
„In den nächsten Jahren wird fast jedes deutsche Kind auch Flüchtlingskinder kennenlernen: in der Kita, in der Schule, im Sportverein. Dann sollte es zumindest ansatzweise wissen, was alles hinter diesen Kindern liegt. Darum habe ich mir von Rahaf und Hassan ihre Geschichte erzählen lassen und sie aufgeschrieben“. (Kirsten Boie)

Wenn man ein Lieblingsbuch erneut liest, besteht immer die Gefahr einer Enttäuschung. Bei Keiko, dem Debütroman des US-Amerikaners Jamie Ford aus dem Jahr 2009, ist es mir zum Glück nicht so ergangen, und ich war genauso berührt und gefangen wie beim ersten Lesen vor einigen Jahren.

e Ausgabe der Edition Büchergilde von Wolfheinrich von der Mülbes (1879 – 1965) Klassiker Die Zauberlaterne besticht zunächst durch die hochwertige Aufmachung und die stimmungsvollen, fantasievollen Illustrationen von Rotraut Susanne Berger. Mit knapp 500 Seiten stellt sie außerdem eine Herausforderung für junge Leser ab 9 Jahren dar, die aber für ihr Durchhaltevermögen mit einer allzeit spannenden, abenteuerlichen, manchmal mystisch-schaurigen Rittergeschichte mit Augenzwinkern belohnt werden.
Der Lavendel hat es dem deutschen Krimiautor Remy Eyssen angetan: Nach Tödlicher Lavendel und Schwarzer Lavendel ermittelt der deutschstämmige Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter, der sich nur zu gerne und äußerst erfolgreich in die Arbeit der Polizei einmischt, in Gefährlicher Lavendel wieder einmal im südfranzösischen Département Var in der Provence.
Dieser Debütroman lässt mich etwas ratlos zurück, zum einen, weil ich nach dem hübsch-verspielten Cover und dem Klappentext etwas Anderes erwartet hatte, zum anderen, weil die drei Teile, in die ich ihn unterteilen würde, sehr unterschiedlich ausfallen.