Ein Mordsspaß
Föhnlage, den ersten Krimi aus der Serie des bayerischen Musikkabarettisten Jörg Maurer, fand ich bereits saukomisch. Der zweite Band, Hochsaison, steht dem ersten ins nichts nach.
Wir sind wieder in jenem namenlosen Kurort des Alpenvorlands mit dem Doppelnamen, Motto: „Sterben, wo andere Urlaub machen“, in dem man unschwer Maurers Geburtsort Garmisch-Partenkirchen erkennt. Während des dortigen Neujahrsskispringens, bei dem vor dem Hintergrund der laufenden Olympiabewerbung der gesamte internationale Skisprungzirkus und die Olympiaprominenz einschließlich Jacques Rogge vertreten ist und mit den hinterwäldlerischen Eingeborenen konfrontiert wird, wird der dänische Teilnehmer im Flug abgeschossen und schwer verletzt. Parallel dazu schickt ein Unbekannter, von der Polizei „Marder“ genannt, Bekennerschreiben für harmlose Anschläge, u. a. auf Adventuretouristen, eine Gruppe von Managern, die in historischen Gewändern und mit Pierre Brice als Ludwig II an einer Winterbesteigung teilnimmt. Gibt es Verbindungen zwischen den Taten? Wer sind die drei Asiaten, die unter ominösen Bedingungen in der Pension Alpenrose hausen? Und wie passt der Scheich al-Hasid, der die Winterspiele(!) gerne nach Dubai holen will, ins Bild?
Die Gerüchtezentrale ist wie immer die Bäckerei Krusti, deren Verkaufsschlager gerade Barack-Obama-Semmeln sind, ein dunkles Snack-Stangerl mit weißem Mohn, und es ermitteln wieder Kommissar Hubertus Jennerwein und sein Team einschließlich der Dummypuppe Gisela.
Ein Mordsspaß für alle, die gerne schwarz-humorige, skurril-abgedrehte, pointensichere Texte lesen, Spaß an guten Dialogen mit viel derbem Sprachwitz haben und denen kein Klischee zu viel wird, die aber trotzdem Wert auf eine äußerst spannende und sehr gut durchdachte Krimihandlung legen.
Jörg Maurer: Hochsaison. Fischer 2010
www.fischerverlage.de
Das Paradies ist in Gefahr, denn auf dem verwilderten Grundstück mitten in Jottwede hinter der hohen, uralten Mauer, auf dem Robby und seine wilde Räuberoma Hilde in ihrer selbstgebauten, geheimen Räuberhöhle leben und Robby seit neuestem sogar ein Baumhaus hat, will der fiese Bürgermeister Poeppler höchstpersönlich ein schickes Bürogebäude, den Poeppler-Tower, errichten lassen. Klar, dass bei Robby und seiner Freundin Thea alle Alarmglocken schrillen, und da Oma Hilde gerade mal wieder auf Tour ist, müssen die Kinder sich alleine etwas einfallen lassen. Zum Glück haben Robby und Thea gute Freunde in der Stadt, Robbys unerschöpfliche Fundkiste, in der es seit neuestem sogar ein geheimnisvolles altes Buch mit spannenden Erfindungen gibt, die Krähe Karla und den Kater Momo sowie jede Menge Fantasie. Und wer sagt eigentlich, dass so eine Rettungsaktion nicht auch lustig sein kann? Aber auf jeden Fall muss eine ganze Menge passieren, ehe am Ende die große Feier zur Rettung des Paradieses stattfinden kann, und eine Portion Glück gehört natürlich auch dazu!
Es gibt Romane, die können es in puncto Spannung locker mit einem guten Krimi aufnehmen, und Zoë Millers Das Geheimnis jener Tage gehört für mich eindeutig zu dieser Kategorie der Pageturner. Doch nicht nur die Spannung, auch die ebenso plausible wie ungekünstelte Auflösung, die Stück für Stück vor dem Auge des Lesers entsteht, zeichnet diesen äußerst unterhaltsamen Familien- und Freundschaftsroman aus.
Wir alle konsumieren sie jeden Tag, ob wir wollen oder nicht: Bilder aus den Krisenregionen der Welt, aus Kriegsgebieten, Hungerregionen oder Flüchtlingslagern, im Fernsehen, in den Printmedien oder im Netz. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die sie uns liefern, die nicht selten ihr Leben dabei verlieren? Wie können sie mit dem alltäglichen Grauen umgehen? Wie entscheiden sie, wann sie auf den Auslöser drücken und wann nicht?
Nach Irisches Verhängnis, dem ersten Fall der Irland-Rückkehrerin Grace O’Malley und seit nunmehr über drei Monaten Leiterin des Morddezernats der Garda Galway, geht es im Folgeband Irisches Roulette um die internationale Wettmafia, die von Asien aus operierend auch vor der Grünen Insel nicht Halt macht.
Büchersterne ist die Reihe für Erstleser aus dem Oetinger Verlag, die für Lesespaß in drei Stufen sorgen soll. Der vorliegende Band Jacob, der Superkicker von Rüdiger Bertram gehört zur mittleren Kategorie für die erste und zweite Klasse, ist in großer Fibelschrift und im Flattersatz mit kurzen Zeilen gedruckt, hat kurze Leseabschnitte und ist in fünf Kapitel unterteilt, ist textunterstützend illustriert von Alexander Bux und bietet auf acht Doppelseiten am Ende viele abwechslungsreiche Rätselangebote mit Lösungen.
Inspiriert von einem Bericht über 250 alte Frauen, die „nach dem Reaktor“, also nach dem Reaktorunfall von 1986 in Tschernobyl, nicht mehr in den ihnen zugeteilten Flüchtlingsunterkünften wohnen wollten, sondern in die verseuchten „Todesdörfer“ zurückkehrten, hat die deutsch-russische Autorin Alina Bronsky ihren kleinen Roman Baba Dunjas letzte Liebe verfasst. 2015 zurecht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis, ist er ein Beitrag zur Diskussion darüber, wie wir altern und sterben wollen und was echte Freiheit ist.
Minus 18° war mein erster Krimi des hochgelobten schwedischen Autors Stefan Ahnhem, obwohl es sich dabei schon um Band drei der Fabian-Risk-Serie handelt, und es wäre sicher einfacher gewesen, wenn ich Herzsammler sowie Und morgen du bereits gekannt hätte. Aber auch so war der Einstieg möglich und Andeutungen bzgl. der Vorgängerbände haben meine Neugier auf die Vorgeschichte geweckt.
Viele kennen den Briten Philip B. Kerr eher aus dem Krimi- und Thriller-Genre, aber mit der Kinder- und Jugendbuchreihe Die Kinder des Dschinn hat er sich erfolgreich in den Fantasy-Bereich geschrieben.