Schatten und Träume
Zwischen einem Prolog und einem Epilog umfasst das Buch vier Teile mit insgesamt 14 Kapiteln, die mit Gegensatzpaaren wie „Ordnung und Chaos“ oder „Verlust und Gewinn“ sehr fantasievoll überschrieben sind.
Erzählt wird in Form eines Märchens die Geschichte von Hama und Bo, der eines Tages aus dem Nichts in der grauen Stadt ohne Namen auftaucht. Die Beiden lernen sich in der einzigen Fabrik der Stadt kennen, wo sie an der Produktion von Kriegsmaterial arbeiten. Es ist Liebe auf den ersten Blick.
Doch dann geschieht ein großes Unglück: Die Fabrik explodiert, zahlreiche Arbeiter verlieren ihr Leben und Hama, die nur noch an ihrem Arbeitsplatz war, weil Bo sie nicht rechtzeitig abgelöst hat, ihre Hände.
In ihrer Verzweiflung igelt Hama sich ein, will Bo nicht mehr sehen, verheimlicht ihm ihre Schwangerschaft. Als die Zwei doch wieder zusammenfinden, sind inzwischen die Menschen um sie herum gegen sie, denn fing nicht alles Unglück mit Bos Auftauchen an?
Hama und Bo fliehen, als der Mob Bos Schattentheater zerstört. Ihre Tochter Tsell, das Mädchen, das Tierschatten wirft, kommt unterwegs zur Welt. Einen Winter verbringen sie bei zwergenhaften Geschwistern unter der Erde, wo Bo Eisenhände für Hama und ein Metallnetz für Tsell schmiedet, dann lassen sie sich auf einer Landzunge nieder. Zwölf ruhige Jahre für die Drei, bis der Krieg sie in Form eines riesigen Frachtschiffs einholt und alles zerstört. Zusammen mit ihrem neuen Freund Vigg tritt Tsell die Reise in umgekehrter Richtung an…
Der Roman liest sich leicht, aber die märchenhafte, mystische Form hat mich leider nicht angesprochen. Wer sich allerdings von dieser Art Literatur verzaubern lassen kann, der wird sicher begeistert sein, egal ob Mädchen ab 14 oder Erwachsene.
Gut gefallen hat mir auf jeden Fall der Einband mit den Scherenschnitten und die Scherenschnitte am Beginn jedes neuen Teils des E-Books.
Anne-Laure Bondoux: Von Schatten und Licht. Carlsen 2016
www.carlsen.de


Die Geschichte um die Waisenbrüder Prosper und Bo, die vor ihrer ungeliebten Tante nach Venedig fliehen, sich der Kinderbande um den geheimnisvollen Herrn der Diebe anschließen, einen Privatdetektiv auf ihre Seite ziehen und in das Abenteuer um das magische Karussell der Barmherzigen Schwestern verstrickt werden, wird von Rainer Strecker so nuancenreich vorgelesen, dass die 234 Minuten der sieben CDs wie im Fluge vergehen. Die hervorragend ausgewählte, von der Klassik inspirierte Musik von Jens Kronbügel verstärkt den vom Sprecher vermittelten Eindruck, selber im Gewirr der venezianischen Plätze, Gassen und Kanälen mit dabei zu sein.
arlene Thompson, 1952 in den USA geboren, studierte englische Literatur und arbeitet als freie Schriftstellerin. In ihren Psychothrillern stehen charakterstarke Frauen im Vordergrund, deren heile Welt durch eine düstere, nur scheinbar überwundene Vergangenheit zerbricht.
Das Mädchen mit dem Fingerhut macht bereits die Zuordnung zu einer literarischen Gattung schwer: ein kurzer Roman, eine Novelle, ein Märchen?
Uwe Timm gehört für mich mit seinen Romanen für Erwachsene zu den größten lebenden deutschsprachigen Autoren. Sein Kinderbuch Die Zugmaus, erstmals erschienen 1981 und inzwischen schon ein Kinderbuchklassiker, habe ich erst jetzt kennengelernt, da meine Tochter es als Referendarin im Rahmen einer Projektprüfung in einer dritten Grundschulklasse mit den Schülerinnen und Schülern gelesen hat. Dazu hat sie auch das im BVK Verlag erschienene, sehr empfehlenswerte Zusatzmaterial Literaturprojekt zu „Die Zugmaus“ von Ulrike Itze und Jessica Steggemann für die fächerübergreifende Unterrichtsgestaltung verwendet sowie die ausgezeichnete Hörspielversion.
So super, wie der Buchtitel Super Sarah es suggeriert, ist Sarah zunächst eigentlich nicht. Sie ist ein Tollpatsch wie er im Buche steht, das schwarze Schaf der supertalentierten Familie Adams, und fliegt deshalb eher früher als später aus jeder AG. Dabei ist sie ein liebenswertes Mädchen, das einfach nur gemocht werden will und sich die allergrößte Mühe gibt, um Missgeschicke zu vermeiden.
Simone de Beauvoir, 1908 in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren, war eine der ersten Frauen, die an der Sorbonne Philosophie studierten. Während des Studiums lernte sie Jean-Paul Sartre kennen, dessen lebenslange Begleiterin sie wurde. Die Grundregeln ihrer Partnerschaft waren sexuelle Freiheit nach allen Richtungen, keine Ehe, getrennte Wohnungen und keine hausfraulichen Pflichten.
Der Roman Der Sommer der Schmetterling der 1970 in Brasilien geborenen und seit 2007 in den USA lebenden Autorin Adriana Lisboa stammt bereits aus dem Jahr 2001 und wurde 2003 mit dem Prémio José Saramago, einem bedeutenden portugiesischen Literaturpreis ausgezeichnet. Anlässlich des Gastlandauftritts von Brasilien auf der Frankfurter Buchmesse 2013 wurde er ins Deutsche übersetzt.