Was der alte Gärtner zu erzählen hat
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ercè Rodoreda (1908 – 1983) ist eine der oder sogar die bedeutendste katalanische Schriftstellerin. Bisher kannte ich von ihr nur La plaça del diamant, einen Roman über den Spanischen Bürgerkrieg. Dank Roger Willemsen, der ein sehr lesenswertes Nachwort verfasst hat, und dem mareverlag liegt der Roman seit 2014 in einer sehr hochwertigen, äußerst liebevoll gestalteten Ausgabe im Schuber und mit Lesebändchen auf Deutsch vor.
Die Geschichte spielt in den 1920er-Jahren, also vor Beginn der Franco-Diktatur. Jeden Sommer begibt sich die Oberschicht Barcelonas zusammen mit ihren Gästen in ihre Sommervillen am Meer, um dort eine unbeschwerte Zeit zu verbringen. Eine diese Villen betreut seit langer Zeit der alte Gärtner, der einst zwei Lieben hegte: die zu seiner Frau und die zu seinem Garten. Seine Frau ist lange tot, geblieben ist ihm der Garten, in dem er jede Pflanze und jeden Halm kennt und hegt. Voller Ehrfurcht blickt er auf seinen Garten, eher nüchtern dagegen auf seine wechselnde Herrschaft, die in vergängliche Leidenschaften, in Intrigen und Lebenslügen verstrickt im Haus dem Müßiggang frönt. Als das Nachbaranwesen einen neuen Besitzer bekommt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf…
Bescheiden, unaufdringlich, bedächtig und vertrauenswürdig berichtet der Gärtner vom Lauf der Jahreszeiten, von der Vergänglichkeit der Natur und der Liebe. Vieles scheint in diesem Buch zu schweben, manches versteckt sich zwischen den Zeilen und über dem ganzen hängt ein Hauch von Melancholie.
Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer. mare 2014
www.mare.de
ehr schwierig, über diesen japanischen Krimi etwas zu sagen, ohne schon zu viel an Spannung vorwegzunehmen, deshalb vorab die Empfehlung: Erst das Buch lesen, dann die Rezensionen!
s die Amerikaner im April/Mai 1945 gezielt zehn deutsche Physiker entführten, die an der Entwicklung der Uranbombe gearbeitet hatten, wollten sie damit verhindern, dass die Wissenschaftler und ihre Entdeckungen den Russen oder den als unzuverlässig geltenden Franzosen in die Hände fielen.
alles hat der DuMont Buchverlag bei diesem Buch richtig gemacht: Die Klappenbroschur liegt angenehm in der Hand, das Cover ist ansprechend, die schnörkellose Schrift auf dem Cover passt wunderbar zur Sprache des Textes, nur den Vergleich mit „Gone Girl“ hätte man besser unterlassen, denn so wurden falsche Erwartungen geweckt und teilweise die falschen Leser angezogen. Schade!
eatrice vom Verschwinden ihrer jüngeren Schwester, Kunststudentin in London und ihr charakterlich völlig unähnlich, erfährt, beginnt sie unverzüglich mit den Nachforschungen. Im Gegensatz zur Polizei, die nach dem Fund der Leiche von einem Selbstmord ausgeht, kann und will Beatrice dies nicht glauben und recherchiert ohne Rücksicht auf sich selbst alleine weiter…
nsichtbar und trotzdem da heißt diese Kinder-Krimi-Serie für Leser ab ca. neun Jahren. Unter der Stadt ist bereits der zweite Band, doch kann man ihn auch unabhängig lesen, da alle nötigen Informationen gegeben werden. Gleichzeitig sind aber so viele spannende Details aus dem ersten Band erwähnt, dass man ihn unbedingt auch kennenlernen möchte…
ezension fällt mir nicht ganz leicht, denn es gibt ein großes „Einerseits-andererseits“. Einerseits habe ich festgestellt, dass mir so kurze Krimis eigentlich zu wenig sind. Für meinen Geschmack fehlen die tiefergehenden Charakterstudien, es gibt zu wenig Personal und zu wenig lose Enden, die zuletzt idealerweise verknüpft werden. Genaugenommen beschränkt sich hier die Ermittlungsarbeit auf 100 Seiten (ab dem Betreten des Schiffes), und das ist einfach zu wenig, um komplexe Strukturen aufzubauen. Das Ende kam daher sehr unvermittelt.
enschaftshistorische Romane haben Konjunktur, das sieht man z. B. an Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt. Auch Martin Klugers Roman Die Gehilfin gehört in dieses Genre, allerdings stellt Kluger im Gegensatz zu Kehlmann eine erfundene Figur in den Mittelpunkt: Henrietta Mahlow.
en Boies Die Medlevinger beginnt mit zwei scheinbar unverknüpften Geschichten, die drucktechnisch so gestaltet sind, dass man immer sofort sieht, in welcher Geschichte man sich gerade befindet. Da ist einmal die Geschichte von Johannes, zwölf Jahre alt, der zusammen mit seiner Mutter in einer Hamburger Erdgeschosswohnung mit Zugang zu einem Hinterhof wohnt, und seiner Freundin Line, die aus Geldnot illegal mit ihrem arbeitslosen Vater auf einer Barkasse im Hafen lebt.
opold Bleiberg 1938 mit einem Transport der zionistischen Jugendbewegung von Wien nach Palästina auswandern darf, soll es eine Reise in die Freiheit werden. Doch die schwierigen Umstände elternlos im „Land der Väter“ machen es ihm nicht leicht: Das Leben im Kinderheim, später im Kibbuz, erinnert mehr an Indoktrination und Umerziehung als an Freiheit. Sein Lichtblick ist Ofra, die die Kinder auf dem Schiff von Triest nach Haifa begleitet hat, in die sich der Junge sofort verliebt, und die ihn auch nach der Ankunft noch besucht. Doch dann verschwindet Ofra spurlos, als sie einen weiteren Transport begleiten soll, und lässt Leopold, der sich inzwischen Schraga nennt, endgültig alleine zurück. Sie hat in Wien ihren Pass an ihre alte Freundin Lisl weitergegeben, die damit nach Palästina ausreisen kann. Gerade 18 geworden, meldet Schraga sich bei der Royal Air Force als Fallschirmspringer, offiziell als Widerstandskämpfer gegen die Wehrmacht, im Herzen jedoch in der Hoffnung, Ofra wiederzufinden…