Megastress für einen Achtjährigen
Verfluchter Stinkezinken: Da freut sich Ricky wie Bolle auf seinen achten Geburtstag und dann die absolute Oberpleite: das falsche Geschenk (weil Väter ja nie zuhören), der falsche Kuchen und die Spaßbremse Hauke, größter Geburtstagsfeier-Kaputtmacher, vom Vater eingeladen. Auch der Besuch im Vergnügungspark Rasti-Land, mit dem die Geburtstagsparty so richtig cool werden soll, lässt sich zunächst – dank Hauke – wie eine lahme Windelkackerparty an.
Doch gerade als Ricky überlegt, ob man miese Geburtstage genauso umtauschen kann wie doofe Geschenke, wird die peinliche, megalangweilige Oberpleiten-Geburtstagsfeier doch noch megastark. Die Fahrt mit der mörderischen Achterbahn, auf der natürlich keiner Muffensausen hat und niemandem schlecht wird(!), und das anschließende Wildwasser-Rafting mit Wasserschlacht machen aus der langweiligen Feier doch noch eine megacoole Party. Und wer sorgt am Ende für die größte Überraschung? Ausgerechnet der Oberlangweiler Hauke!
Mit Karacho durch den Fun-Park ist der dritte Band der Reihe um den möchtegerne-coolen und doch so sympathischen Ricky und seinen Freund Chrissy, allerdings lässt sich das Buch auch problemlos unabhängig lesen. Mit dem witzigen, kreativen Erzählstil und den eingeschobenen Comicszenen kann man auch Lesemuffel begeistern und dies ist das große Verdienst der Autorin Antje Szillat und der Zeichnerin Stefanie Wegner. Einwände gegen den stark umgangssprachlichen Stil halte ich deshalb für nebensächlich. Denn schließlich kommen auch die Erwachsenen auf ihre Kosten, wenn die doch noch recht kindlichen Jungs alles tun, um unbedingt megacool zu sein…
Ich kann dieses Buch deshalb vor allem für Jungs, aber auch für Mädchen ab ca. acht Jahren wärmstens empfehlen, auch wenn mir der erste Band Achtung wütender Monsterkater noch einen Tick besser gefallen hat!
Antje Szillat: Hier kommt Ricky! – Mit Karacho durch den Fun-Park! Coppenrath 2016
www.coppenrath.de
Der Beruf des Ginsengjägers existiert wirklich und der namenlose Ich-Erzähler im Roman des in Japan lebenden US-Amerikaners Jeff Talarigo, der für dieses Buch zahlreiche Nordkoreaner interviewt hat, übt ihn aus.
Ich bin eher vorsichtig bei der Gattung „Frauen-/Liebesroman“, weil mir oft die Handlung zu seicht, die Sprache zu einfach und die Dialoge zu platt sind. In diesem Fall hat mich das Cover mit der in den Himmel fliegenden Frau und die Verlagsankündigung aber doch neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut. Das Mittwochszimmer ist ein sehr unterhaltsamer Roman für zwischendurch, bei dem mir besonders der augenzwinkernde Ton der Autorin gefallen hat, die die Schicksalsschläge ihrer Protagonisten nicht so bierernst zu nehmen scheint. Diese zum Cover passende Leichtigkeit für ein keineswegs leichtgewichtiges Buch mit Einblicken in 60 Jahre deutsche Geschichte und in alle Gesellschaftsschichten hat die Lektüre für mich zu einem Vergnügen gemacht.
Der erfolglose junge Autor Carl Granville, gerade von seiner Freundin verlassen, erhält von der berühmten Verlegerin Maggie Peterson ein Superangebot: Er soll 250.000 Dollar bekommen, wenn er aus Tagebüchern, Briefen und Dokumenten, in denen alle Namen und Orte geschwärzt sind, einen Roman macht. Sie verspricht ihm einen Bestseller mit einer Handlung, die die Geschichte verändern wird. Carl greift sofort zu und es kommt zu einem abenteuerlichen Szenario: Ein Geheimbote bringt ihm jeden Morgen geheimes Material eines Anonymus und nimmt am Abend Carls Tagesarbeit mit.
Dieses Buch für Kinder ab zehn erschien 2006 zum 60. Geburtstag von Unicef 2006. Leider ist es inzwischen nur noch antiquarisch zu bekommen, obwohl es kaum an Aktualität eingebüßt hat.
Mario Conde, Expolizist, Padura-Fans vertraut aus Das Havanna-Quartett, verdient sein Geld als Antiquar. Eines Tages entdeckt er eine seit 40 Jahren unberührte Bibliothek unter der Obhut zweier alter Geschwister. Neben den kostbaren Büchern fasziniert ihn ein alter Zeitungsbericht über eine gefeierte Bolerosängerin, die sich 1960 überraschend von der Bühne zurückzog und Selbstmord beging. Schnell wird klar, dass ihr Geheimnis eng mit der Bibliothek verbunden ist, doch irgendjemand schreckt zu seinem Schutz nicht vor Mord zurück…
Lisa ist Burgfräulein mit einer Mutter, die immer Migräne hat. Sie darf zu ihrem Kummer kein Haustier halten. Tag für Tag wartet sie auf ihren Vater, den Ritter Haubert. Als sie von der hellsichtigen Ziege Isolde erfährt, dass er von einem Drachen gefangen gehalten wird, schneidet sie kurzerhand ihre Zöpfe ab und zieht los.
Der Erlöser ist der sechste Band der norwegischen Krimireihe um den Osloer Hauptkommissar Harry Hole. Man kann ihn, wie alle Bände der Reihe, aber auch unabhängig lesen.