Ein aufregender Wintertag
Bär und Hase sind Nachbarn, und so nutzt Rotzhase den Winterschlaf von Schnarchnase aus, um deren Vorräte zu klauen. Als Bär davon mitten im Winter erwacht, beginnt sie trotzdem, gut gelaunt einen Schneemann zu bauen. Hase dagegen ist ein Griesgram, weiß alles besser, speist Bär mit seiner schrumpeligsten, schlabberigsten, gammeligsten Möhre ab und ist sich zu fein, um bei Bärs Schneemann mitzubauen. Doch Bär lässt sich den Spaß nicht verderben und als sie Rotzhase vor dem Wolf rettet, werden beide doch noch dicke Freunde.
Bestechend an diesem Vorlese- und Erstlesebuch sind die schwarz-grau-weiß-blauen Illustrationen von Jim Field, die sich so wohltuend vom grellbunten Bilderbuch-Allerlei abheben. Wirklich jede Szene des kleinformatigen Buches ist großzügig bebildert und die Gesichtsausdrücke der Tiere spiegeln sehr deutlich ihre jeweilige Gemütslage wider.
Die kurzen Textsequenzen von Julian Gough in großer Schrift mit zumeist einfachem Vokabular können bereits ab dem Ende der ersten Klasse bewältigt werden, zum Vorlesen eignet sich das Buch bereits ab etwa vier Jahren.
Neben den Themen Freundschaft und Eigentum geht es auch um die unterschiedlichen Ernährungsweisen der Tiere und deren Folgen: Welche Nahrung hat wieviel Energie? Warum wäre der Wolf manchmal lieber Vegetarier? Und warum müssen Hasen ihre eigenen Köttel fressen?
Gestolpert bin ich darüber, dass „Bär“ eine Bärendame ist und folgerichtig das Personalpronomen „sie“ verwendet wird. Eleganter und besser verständlich wäre für mich die Übersetzung „Bärin“.
Möhrenklau im Bärenbau – wobei Hase eigentlich keine Möhren, sondern Honig, Lachs und Käfereier mopst – ist der erste Band einer humorvollen Reihe um das ungleiche Duo „Rotzhase & Schnachnase“ aus dem Magellan Verlag. Auf weitere Abenteuer kann man sich freuen!
Julian Gough & Jim Field: Rotzhase & Schnachnase – Möhrenklau im Bärenbau. Magellan 2018
www.magellanverlag.de
J. Courtney Sullivan, US-amerikanische Autorin und Journalistin, hat in ihren Romanen eine Vorliebe für Familientreffen. In Sommer in Maine treffen verschiedene Familienmitglieder überraschend im gemeinsamen Ferienhaus zusammen, in All die Jahre ist es ein Todesfall, der alle zusammenführt. In beiden Romanen zeigt sich, dass zulange geschwiegen wurde und das Bewahren von Geheimnissen nur Unheil gebracht hat.
Kinderfragen sind berüchtigt und nicht selten blamieren wir Erwachsenen uns beim spontanen Antwortversuch. Auch bei den 22 Kinderfragen in diesem Sachbuch hätte ich teilweise keine allzu gute Figur abgegeben, und selbst wenn ich sie hätte beantworten können, dann bestimmt nicht so unterhaltsam und kindgerecht wie Petra Maria Schmitt und Christian Dreller. Die beiden Autoren kombinieren die Sachinformationen mit Rahmengeschichten, die die Fragen logisch entwickeln und in eine Alltagssituation aus der Erlebniswelt der Kinder einbetten.
Kinderfragen sind berüchtigt und nicht selten blamieren wir Erwachsenen uns beim spontanen Antwortversuch. Auch bei den 22 Kinderfragen in diesem Sachbuch hätte ich teilweise keine allzu gute Figur abgegeben, und selbst wenn ich sie hätte beantworten können, dann bestimmt nicht so unterhaltsam und kindgerecht wie Petra Maria Schmitt und Christian Dreller. Die beiden Autoren kombinieren die Sachinformationen mit Rahmengeschichten, die die Fragen logisch entwickeln und in eine Alltagssituation aus der Erlebniswelt der Kinder einbetten.

Die Detektivgeschichten von Antonia Michaelis stammen aus der Zeit, als die Erstlesereihe des Loewe Verlags noch vier Stufen umfasste. Die Lesepiraten, zu denen dieser Band gehört, waren die dritte Lesestufe und richtete sich an fortgeschrittene Leserinnen und Leser ab ca. sieben Jahren.
Lied der Weite, im Original 1999 erschienen unter dem Titel Plainsong, ist der dritte von sechs Romanen des US-Amerikaners Kent Haruf (1943 – 2014). Da ich 2017 seinen letzten, Unsere Seelen bei Nacht, gelesen und sehr geliebt habe, waren meine Erwartungen hoch – und wurden erfüllt. Noch mehr als die Handlung haben mich die Charaktere und die Atmosphäre bezaubert. Die unaufgeregte Erzählweise, das genaue Beobachten, das bedächtige Erzähltempo und die atmosphärische Schilderung des Lebens in der fiktiven Kleinstadt Holt, Colorado, in der alle Romane Harufs angesiedelt sind, machen auch dieses Buch für mich zu einem literarischen Kleinod.
Viel Stoff hat Bernhard Schlink in diesen Roman gepackt: einen Parforceritt durch die deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis 1971, Reisen in ferne Länder, eine unvollendete Liebesgeschichte und die Lebensgeschichte einer beeindruckenden Frau.